Adenauer - DER SPIEGEL
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Adenauers Widersprüche Kabinettsprotokolle unter Verschluss

1952 unterzeichnete Kanzler Adenauer ein milliardenschweres Entschädigungsabkommen mit Israel - aus einer "zwingenden moralischen Verpflichtung" heraus, wie er später schrieb. Doch lange zurückgehaltene Kabinettsprotokolle belegen, dass er offenbar auch andere Motive gehabt hatte.
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1952 unterzeichnete Kanzler Konrad Adenauer ein milliardenschweres Entschädigungsabkommen mit Israel - aus einer "zwingenden moralischen Verpflichtung" heraus, wie er später in seinen Memoiren schrieb. Doch offenbar willigte...

Foto: Uncredited/ AP
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...Adenauer - hier bei seinem geliebten Boccia-Spiel - nur auf Drängen der USA in die Verhandlungen über Wiedergutmachung ein, wie Kabinettsprotokolle aus den fünfziger Jahren belegen. Die Regierung Kohl entschied 1982, die Protokolle weiterhin unter Verschluss zu halten.

Foto: ASSOCIATED PRESS
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Adenauer - hier mit Israels Premier David Ben-Gurion - hatte in der Kabinettsitzung am 17. Juni 1952 auf das Verhältnis Westdeutschlands zu den USA verwiesen und gesagt, der "ergebnislose Abbruch von Verhandlungen mit Israel würde die schwersten politischen und wirtschaftspolitischen Gefahren für die Bundesrepublik heraufbeschwören".

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Die Regierung Kohl hielt diese Äußerungen unter Verschluss, weil sie Belastungen der Beziehungen zu Israel vermeiden wollte. Zu gut war noch der diplomatische Eklat in Erinnerung, als Kanzler Helmut Schmidt vor einem Israel-Besuch gesagt hatte, er wolle nicht als "wandelnde Aktion Sühnezeichen" kommen. Israels Premier Menachem Begin drohte damit, Schmidt den Handschlag zu verweigern.

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