Adoption in Haiti Hoffen auf Kenley
Concietta Marika Sganga und Christopher Skelton mit Kenley. Das Paar aus Luxemburg ist am 11. Januar nach Haiti geflogen, um die letzten nötigen Unterschriften leisten, damit sie den 15 Monate alten Jungen adoptieren können.
Kenley lebt im Kinderheim "God's Littlest Angels" in Port-au-Prince. Mehrere adoptionswillige Paare aus Europa verbringen im Januar einige Tage dort. Eltern und Kinder können sich aneinander gewöhnen, die Europäer leisten die für eine Adoption nötigen Unterschriften in Port-au-Prince.
Von Fotos kennen Sganga, 42, und ihr Mann Christopher Skelton Kenley schon seit über einem Jahr. So lange warten sie darauf, ihn als Adoptivkind zu sich nehmen zu können.
Wenige Minuten vor dem Erdbeben ist die Welt für Skelton noch in Ordnung. Er hält den kleinen Kenley im Arm. "Wenn nicht das Beben gewesen wäre, wäre das der schönste Tag in meinem Leben gewesen."
Nach dem Erdbeben halten sich die Erwachsenen mit den rund 150 Kindern des Heims aus Angst vor Nachbeben im Hof auf.
Skelton erinnert sich gern an die Zeit in Port-au-Prince, die besonders emotional war. Nun suchen die Eltern in Luxemburg nach einer Lösung, ihren Adoptivsohn zu sich zu holen. "Es geht uns nicht darum, Kenley ohne offizielle Papiere zu bekommen. Wir würden ihn auch erst mal als Pflegekind nehmen - wir möchten ihn nur aus diesem Elend holen."
Sganga genießt die Zeit mit Kenley. Doch später kommt der bittere Abschied. Das Paar hat noch nicht die nötigen Papiere, um den Jungen mitzunehmen, als es aus dem Katastrophengebiet geflogen wird.
Die Adoptiveltern müssen Kenley mit den anderen Kindern im Heim "God's Littlest Angels" zurücklassen. Trotz der Katastrophe dürfen sie den Jungen nicht mitnehmen: "Es hat uns das Herz zerrissen, ihn zurücklassen zu müssen."