Ägypten Mursi verweigert Rücktritt
Massendemonstrationen von Gegnern und Anhängern des Präsidenten mit mindestens sieben Toten, ein Ultimatum des Militärs, doch Mursi gibt sich in einer nächtlichen TV-Ansprache unbeugsam: Er werde nicht zurücktreten, selbst wenn er dies mit dem Leben bezahlen müsse.
Medien und Ägypter verfolgen die Ansprache: Wie das Militär nun nach dem morgen auslaufenden Ultimatum vorgehen wird, ist völlig offen.
Am Dienstagabend kehrt die Gewalt auf Ägyptens Straßen zurück. Bei Zusammenstößen zwischen Anhängern und Gegnern des Präsidenten wurden Dutzende Menschen verletzt. Gegner Mursis protestieren auf dem Tahrir-Platz mit Fackeln.
Demonstranten in Giza bringen einen verletzten Kameraden in Sicherheit.
Blick auf den überfüllten Tahrir-Platz: Hier sind die Gegner des Präsidenten versmmelt. Die Staatskrise am Nil hat sich in den vergangenen Tagen verschärft.
Das Victory-Zeichen, so oder so etwas verfrüht, ist dieser Tage ein beliebtes Symbol in Kairo. Für Dienstag haben Mursi-Gegner wie -Unterstützer zu Massenprotesten aufgerufen.
Anhänger von Präsident Mursi haben sich, offenbar vorsorglich für die Proteste, mit Knüppeln und Schutzhelmen ausgerüstet.
"Die Opposition auf dem Tahrir-Platz spricht nicht für alle Ägypter", sagt Manel Schaarawi, die mit ihrer Tochter Radwa Khaled zu einer der Pro-Mursi-Demos in Kairo gekommen ist. "Die Mehrheit des Volkes liebt Mursi und den Islam, das will die Opposition nur nicht wahrhaben."
"Wenn wir jetzt gehen, haben wir alles verloren, was wir in 85 Jahren aufgebaut haben", sagt Mahmud Mansur. Seit 25 Jahren ist er Mitglied der Muslimbruderschaft. Mansur befehligt einen der Ordnertrupps, mit denen die Brüder ihre Anhänger vor angreifenden Oppositionellen beschützen wollen. "Die Opposition hat dem politischen Islam den Krieg erklärt. Wir sind bereit", sagt Mansur.
"Hau ab!", Mursis Name ausgestrichen - diese Graffiti an einer Wand des Präsidentenpalasts in Kairo sprechen eine deutliche Sprache. Viele im Land sind unzufrieden mit der Regierung der islamistischen Muslimbrüder um Präsident Mursi.
Die Mursi-Gegner sind laut, bunt und zahlreich. Dieser Mann verkauft in den Straßen von Kairo Flaggen und Anti-Mursi-Schilder.
Doch auch die Anhänger des Präsidenten bringen viele Demonstranten auf die Straße, wie auch diesen Mann, der - aus Erschöpfung? Rührung? Verzweiflung? - angefangen hat zu weinen.