Afghanistan Einst Krieger, jetzt Bauer
Nazar Mohammed, 52, hat viele Jahre den Mudschahidin gedient. Auf dem Foto, das er zeigt, ist er als junger Kämpfer zu sehen. Bis heute empfängt er eine kleine Rente von den "heiligen Kriegern".
Heute ist Nazar Mohammed Milchbauer - dank deutscher Entwicklungshilfe. Er hält zwei Kühe und betreibt eine Milchsammelstelle, an der 75 Bauern täglich ihre Milch abliefern.
Nazar Mohammed kauft ihnen die Milch ab und liefert sie bei der Molkerei im Dorf Sherabad, einem GIZ-Projekt, ab. Zwischen sechs und zehn Dollar täglich verdient er dadurch.
Afghanische Bauern bringen Erdnüsse zum Markt. Die afghanische Wirtschaft war in den verganenen Jahren abhängig von ausländischer Hilfe, mehr als 30 Milliarden Euro sind in das Land geflossen. Aber was hat es gebracht?
Die US-Regierung räumt ein, über den Verbleib von mehreren Milliarden Dollar keinen Überblick zu haben. Die deutsche GIZ hofft, mit ihrem Programm "Nachhaltige Wirtschaftsförderung" die Lebensgrundlage der Menschen dauerhaft zu verbessern.
Ein Mann repariert in Kundus eine Schule, die mit deutscher finanzieller Hilfe gebaut wurde. Ob der Bau von Schulen, Brücken und Straßen die Lage der Menschen in Afghanistan nachhaltig verbessert, hängt davon ab, wie die künftige Sicherheitslage sich entwickelt.
Bauer Nazar Mohammed sagt, er hoffe, dass der Westen Afghanistan nicht im Stich lasse. Und wenn doch, halte er die bisherige Aufbauarbeit nicht für sinnlos. "Wenigstens haben wir durch sie zwölf gute Jahre gehabt."