Agentendrama im Kalten Krieg Vom Sozialhilfeempfänger zum Spion
Herzensbrecher: Bernd Ohnesorge war ein attraktiver Mann und kam gut bei den Frauen an. Doch sein Verhältnis mit der bulgarischen Ärztin Zanka endete für ihn fatal.
Reisepass von Bernd Ohnesorge: Mit diesem Pass reiste Bernd Ohnesorge am 6. April 1984 von Berlin-Schönefeld nach Bulgarien, wo er mit dem Interflug-Flug 508 auf dem Flughafen von Sofia eintraf.
Jugendfoto: Das undatierte Bild zeigt Bernd Ohnesorge als jungen Mann. Im Dezember 1987 starb er unter mysteriösen Umständen in einem bulgarischen Gefängnis.
Einreisepapier: In dem von Bernd Ohnesorge ausgefüllten Einreisepapier heißt es, es sei zunächst ein Aufenthalt im Grand Hotel Sofia geplant und anschließend die Weiterreise nach Varna am Schwarzen Meer. Doch vier Monate später landete der Hamburger im Gefängnis und wurde schließlich als CIA-Agent zu einer 15-jährigen Haftstrafe verurteilt.
Wir haben nichts falsch gemacht: In einem Artikel in der bulgarischen Tageszeitung "Trud" äußern sich der frühere stellvertretende Direktor des Gefängnisses von Stara Zagora, Anton Andreev (stehend), und der frühere Aufseher Christo Dinev (rechts) über den Fall Bernd Ohnesorge. Angeblich habe man sich in dem berüchtigten Gefängnis nichts zu Schulden kommen lassen, niemand habe Hand an die Häftlinge gelegt. Ohnesorge habe sich das Leben genommen, weil er gespürt habe, dass die Mitarbeiter der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Sofia nichts von ihm hielten. Dieser Eindruck kann durch die Akten der bundesdeutschen Botschaft nicht widerlegt werden. Ausriß aus dem Artikel "Der Fehler von Bernd" von Nedata Filipova.
Tierpräparator: Bernd Ohnesorge war gelernter Tierpräparator und interessierte sich auch für die Rekonstruktion von Gipsfiguren.
Bulgarien erfährt vom Fall Ohnesorge: In der größten bulgarische Tageszeitung "Trud" erscheinnen im Januar 2008 zwei Artikel über die Geschichte von Bernd Ohnesorge. Dabei wird auch ein Foto und ein Dokument aus Ohnesorges Akten beim Bulgarischen Staatssicherheitsdienst veröffentlicht. Ohnesorges Angehörige haben bisher noch keine Genehmigung zur Einsicht in diese Akten erhalten. Der Ausriss zeigt einen Teil des Artikels von Dimitar Statkov mit der Überschrift "Schmutzige Spiele an der Stillen Front".
Grabmal: Das Grab von Bernd Ohnesorge auf dem Friedhof in Lüneburg ist völlig verwildert. Hier wurde seine Leiche Ende Januar 1988 beigesetzt. Familienangehörige, Freunde oder Bekannte waren nicht erschienen, auch kein Vertreter der CIA.