Agentengräber in Berlin Seite an Seite
Grabanlage Pergolenweg: Hinter der Gedenkstätte der Sozialisten liegen etwa 350 weitere Grabstätten mit historischen Bezügen.
Zentralfriedhof Friedrichsfelde: Der Haupteingang des Friedhofs an der Lichtenberger Gudrunstraße.
Gedenkstätte der Sozialisten: 1951 weihte DDR-Präsident Wilhelm Pieck das Rondell ein.
Mahnmal ans Mahnmal: Im Nordteil des Friedhofs erinnert dieser Block an das von den Nazis zerstörte Revolutionsdenkmal von Ludwig Mies van der Rohe.
Trost für Erich Mielke: Ein Spruch des Dichters Karl August Förster (1784-1841) am Gräberfeld für anonyme Bestattungen.
Hier ruht ein Minister: Die Grabstätte von Ernst Wollweber, Erich Mielkes Vorgänger als Minister für Staatssicherheit der DDR.
Funker und General: Rechts der Grabstein des Ehepaars Christiansen-Clausen, links der vom Stasi-Generalleutnant und Mielke-Stellvertreter Alfred Scholz.
Der Atomspion: Klaus Fuchs zählte zu den erfolgreichsten "Kundschaftern" der Sowjetunion des Kalten Krieges. Er verriet entscheidende Details des amerikanischen Atomwaffenprogramms. Nach seiner Flucht in den Osten arbeitete Fuchs im DDR-Kernforschungszentrum Rossendorf bei Dresden.
Die Zwei von der Troika: Im November 2006 kam die Urne von Markus Wolf in die bereits bestehende Grabstätte seines Bruders, des Filmemmachers Konrad Wolf.
Grab der "Roten Hilde": Grabstätte der Familie Benjamin. Hilde Benjamin, DDR-Justizministerin unter Walter Ulbricht, war schon zuvor als Richterin für ihre drakonischen Urteile gegen Andersdenkende berüchtigt gewesen.
Der Mann im Untergrund: Bruno Beater leitete von 1950 an die Abteiung V (Untergrund) der Staatssicherheit und war ab 1955 stellvertretender Minister.
Der Musterarbeiter: Der Bergmann Adolf Hennecke wurde als Plan-Übererfüller in der Nachfolge der sowjetischen Stachanow-Bewegung berühmt. Auch er wurde auf dem Friedhof Berlin-Friedrichsfelde begraben.
Spitzen-Kundschafter: Richard Stahlmann war das Urbild des in vielen Ländern agierenden kommunistischen "Kundschafters", sprich Agenten.
Erich Mielke als Sänger: Hier gibt der damals mächtigste Mann der DDR noch sozialistisches Liedgut zum besten. Am 21. Mai 2000 starb Erich Mielke im Alter von 92 Jahren im Altersheim. Er wurde in einem anonymen Urnengrab auf dem Friedof Berlin-Friedrichsfelde beigesetzt.
SED-Politbüro 1950: Das SED-Politbüro 1950, im Jahr nach der Gründung der DDR. Dritter von links in der hinteren Reihe ist Anton Ackermann, erster Chef der DDR-Auslandsspionage. Er liegt wie Erich Mielke in Berlin-Friedrichsfelde begraben. Außen rechts stehend Erich Honecker, damals FDJ-Chef.
DDR-Justizministerin Hilde Benjamin: Die als "Rote Hilde" bekannte Vizepräsidentin des Obersten Gerichts der Sowjetzone, Hilde Benjamin, wurde 1953 nach der Amtsenthebung des Justizministers Max Fechner mit dessen Posten betraut. Fechner wurde "republikfeinliche Tätigkeit" vorgeworfen. Benjamin wurde in der DDR im Volksmund auch die "Rote Guillotine" oder "Blutige Hilde" genannt, da sie für eine Reihe von Todesurteilen mitverantwortlich war. Auch sie liegt in der "Gedenkstätte der Sozialisten" auf dem Friedhof Berlin-Friedrichsfelde begraben.
Stasi-General Markus Wolf: Der Ex-Spionagechef der DDR, Markus Wolf, starb am 9. November 2006 in Berlin. Nach dem Fall der Mauer hatte Wolf 1991 angesichts drohender Strafverfolgung im wiedervereinigten Deutschland politisches Asyl in Österreich beantragt, was aber abgelehnt wurde. 1993 wurde Wolf wegen Landesverrats zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt, das Urteil später aber kassiert. 1997 wurde er wegen Freiheitsberaubung, Nötigung und Körperverletzung in vier Fällen zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt.