Air Berlin: Chronik in Bildern - DER SPIEGEL
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Chronik in Bildern Aufstieg, Sinkflug und Absturz von Air Berlin

Bei Air Berlin gehen die Lichter aus. Nun hat das Unternehmen Insolvenz angemeldet. Das Ende ist nah - dabei begann vor 38 Jahren in Miami alles so hoffnungsvoll.
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Air Berlin am Boden: Am 15. August hat die Fluggesellschaft Insolvenz angemeldet. Nachdem Großaktionär Etihad eine Kreditrate nicht auszahlte, sah das Management keine Perspektive für eine normale Fortführung der Geschäfte.

Foto: AXEL SCHMIDT/ AFP
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1978 begann alles hoffnungsvoll: US-Pilot Kim Lundgren (links, mit Sohn Shane) gründet Air Berlin 1978 in den USA als Charterfluggesellschaft. Hintergrund: Damals dürfen nur Flugzeuge der Siegermächte Berlin anfliegen.

Foto: airberlin
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Der erste Heimatflughafen von Air Berlin heißt folglich nicht Berlin, sondern Miami. Von dort gibt es mitunter auch Direktflüge in die geteilte Stadt.

Foto: ? Joe Skipper / Reuters
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Berlin steht faktisch aber im Mittelpunkt des wachsenden Netzes von Air Berlin. Der erste Flug geht nach Mallorca. Bald entwickeln sich Ziele im Mittelmeerraum zum Markenzeichen von Air Berlin.

Foto: airberlin
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Nach der Wiedervereinigung ist der Weg frei für den Wechsel des Firmensitzes in die künftige Hauptstadt. Der spätere Vorstandsvorsitzende Joachim Hunold übernimmt die US-Gesellschaft.

Foto: Jens Kalaene / dpa
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Rollfeld des Flughafens von Palma de Mallorca: Air Berlin startet auch im lukrativen Touristenfliegergeschäft durch.

Foto: Jˆrg Carstensen/ DPA
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Air Berlin bekommt immer größeren Hunger auf Wachstum. Im Jahr 2004 erwirbt die Airline 24 Prozent an der österreichischen Linie Niki des früheren Rennsportlers Niki Lauda. Später erhöht Air Berlin den Anteil.

Foto: HEINZ-PETER BADER/ REUTERS
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Die Expansion kostet Geld. Geld, das sich die Eigentümer an der Börse holen wollen. Im zweiten Anlauf gelingt der Sprung aufs Parkett - seit dem 11. Mai 2006 sind Anteile von Air Berlin frei handelbar.

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Treibende Kraft hinter dem Wachstumswillen bleibt Vorstandschef Hunold, der noch heute im Verwaltungsrat von Air Berlin sitzt.

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Hunold unternimmt zahlreiche weitere Übernahmeversuche. So schluckt Air Berlin noch 2006 Wettbewerber dba. Ein Jahr später ist die deutsche Traditionsgesellschaft LTU dran. An der Schweizer Fluggesellschaft Belair erwirbt Air Berlin im selben Jahr 49 Prozent der Anteile.

Foto: FRANK AUGSTEIN/ AP
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Hunold hat einen Lauf - seine Fluggesellschaft verbucht in dieser Zeit sogar Gewinne, was in der Geschichte von Air Berlin Seltenheitswert haben sollte. 2006 bleiben 40 Millionen, 2007 27 Millionen Euro übrig. Danach geht es abwärts.

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Immer wieder scheitern auch geplante Akquisitionen. Die geplante Übernahme von Condor kommt nicht zustande, weil die aufziehende Finanzkrise 2008 den Markt schwächt.

Foto: Condor
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Hunold holt manchen alten Weggefährten mit an Bord, um der Krise Herr zu werden - so Ex-Bahnchef Hartmut Mehdorn, der 2009 in den Aufsichtsrat einzieht und zwei Jahre später Übergangschef und Hunold-Nachfolger wird.

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Den Kursverfall der Air-Berlin-Aktie nutzt die türkische Holding ESAS der Sabanci Holding (im Bild: Vorstand Guler Sabanci) und erwirbt 15,3 Prozent der Anteile.

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Ende 2011 steigt schließlich die arabische Gesellschaft Etihad im großen Stil bei Air Berlin ein, kauft einen 29,21-Prozent-Anteil und wird größter Eigner. Etihads Ziel: über das Air-Berlin-Streckennetz auf dem europäischen Flugmarkt Fuß zu fassen.

Foto: Markus Schreiber/ AP
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Unter den neuen Machtverhältnissen steigt Wolfgang Prock-Schauer zum Chef auf und löst Mehdorn ab. Doch steckt die Gesellschaft schon mitten in einer großen Krise. Hunderte Arbeitsplätze werden abgebaut, die Mitarbeiter sollen auf fünf Prozent ihres Gehalts verzichten.

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Hinzu kommt, dass ihr geplantes Drehkreuz, der Flughafen Berlin-Brandenburg, wegen Bauplanungsmängeln nicht eröffnet werden kann.

Foto: JOHANNES EISELE/ AFP
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Etihad lässt sich derweil nicht von der Schwäche von Air Berlin beeindrucken. Die Tochter soll näher an andere Beteiligungen wie Alitalia heranrücken, wird zum Puzzleteil in der Strategie der Araber.

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Der nächste Chef: Ab Februar 2015 soll Stefan Pichler Air Berlin für seinen arabischen Großaktionär endgültig wieder auf Linie bringen. Doch es geht immer weiter abwärts: 2014 verbucht seine Airline einen Verlust von 377 Millionen Euro - bis dato Rekord. Sein Sparprogramm begründet er gegenüber seinen Leuten knapp: "Wir haben nur noch einen Schuss frei."

Foto: Gregor Fischer/ dpa
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Den "letzten Schuss" setzte Pichler in Form einer Rettungsstrategie. Ein Bestandteil: mehr Langstreckenflüge in die USA.

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Das Streckennetz in Europa sollte dagegen etwas schrumpfen. Immerhin gab es im Sommergeschäft 2015 schwarze Zahlen für Pichler.

Foto: Air Berlin / DPA
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Zentraler Bestandteil für die Zukunftspläne bleibt danach allerdings der starke Partner Etihad. Doch ob er an Bord bleibt, erscheint zunehmend fraglich. Immerhin dürfen die Araber weiter gemeinsame Flüge mit Air Berlin unter einer Codenummer anbieten. Dennoch bleibt bis Anfang 2017 unterm Strich eine Milliarde Euro, die die Araber erfolglos in Air Berlin gesteckt haben.

Foto: Michael Kappeler/ dpa
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Im Herbst 2016 stehen die Zeichen bereits auf Zerschlagung. Gespräche mit Lufthansa über einen Verkauf von Geschäftsteilen beginnen. Die Kranich-Airline will 38 Flugzeuge von Air Berlin zumindest zeitweise übernehmen.

Foto: Soeren Stache/ dpa
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Die Zerschlagung könnte auch Folgen haben für den Ferienflieger TuiFly. Dieser kooperiert bisher mit der Air-Berlin-Tochter Niki. Diese könnten zu einer eigenständigen Ferien-Airline zusammengelegt werden.

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Der Einfluss der Lufthansa auf Air Berlin wächst bereits im Dezember 2016 massiv, der von Etihad sinkt. An der Unternehmensspitze ersetzt Thomas Winkelmann den glücklosen Stefan Pichler. Zuvor hatte Winkelmann bei der Lufthansa die Tochter Eurowings neu aufgestellt.

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Bei Air Berlin gehen die Lichter aus: Am 27.10. startet der letzte reguläre Flug in München und nimmt Kurs auf Berlin. Die Lufthansa wird sich einen Großteil des Maschinenparks einverleiben, Tausende Mitarbeiter bangen um ihre Jobs.

Foto: Paul Zinken/ dpa
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