Riesenflieger Airbus A380 - vom Hoffnungsträger zum Ladenhüter
Bild aus besseren Tagen: Airbus-Manager Fabrice Bregier feiert 2014 in Hamburg mit Qatar-Chef Akbar Al Baker die Auslieferung des ersten A380 an die Fluglinie.
Die Idee war anfangs bestechend: Mit dem A380 sollte die europäische Luftfahrt in eine neue Dimension starten. Mehr Platz für Passagiere und Fracht und deutlich geringere Kosten - so das Ziel schon in den Achtzigerjahren.
Das mit den Kosten ging jedoch von Anfang an gründlich schief. Beim Bau der ersten Maschinen gab es zahlreiche Probleme - unter anderem mit der Verkabelung. Das 15-Milliarden-Euro-Programm lief aus dem Ruder und ließ den Börsenkurs von der damaligen Airbus-Mutter EADS abstürzen.
Trotz aller Schwierigkeiten hoben die ersten Riesenflieger schließlich ab (im Bild ein A380 vor Beginn der Serienfertigung).
Ein Airbus A380 der Fluggesellschaft Lufthansa rollt auf dem Vorfeld des Frankfurter Flughafens.
Das Fiasko forderte prominente Opfer. Im Juli 2006 treten EADS-Co-Chef Noël Forgeard (Bild) und Airbus-Chef Gustav Humbert zurück. Derweil verzögern sich die Auslieferungen der Maschinen - das kostet EADS einige Milliarden Euro. Humberts Nachfolger Christian Streiff wirft schon einige Monate später hin.
Ärgerlich, dass zudem aus der geplanten Frachtversion A380F nichts wird. Großkunden wie US-Logistikriese FedEx springen wieder ab.
2008 ist es so weit: Der beste Airbus-Kunde Emirates übernimmt in Hamburg den ersten A380. Emirates war bis zuletzt der wichtigste Abnehmer des Riesenfliegers.
Die Fachwelt staunt und wundert sich über das Ausmaß an Luxus an Bord. Es gibt bereits zum Start die opulente Bar. Die Airline Qatar will mit einer First Class Lounge punkten,...
... und Singapore Airlines glänzt mit verschwenderischen Suiten.
Auch die Lufthansa nimmt den Riesenflieger schließlich in ihre Reihen auf - derzeit verfügt sie über 14 Exemplare.
Doch auch nach den ersten Auslieferungen läuft es nicht rund beim A380: Die erhofften Bestellungen bleiben aus. Fluggesellschaften wie Emirates kritisieren die zu durstigen Triebwerke. In den vergangenen Jahren wurden so gut wie keine neuen Maschinen mehr in Auftrag gegeben.
Und so bleibt der A380 für Airbus wie auch für viele Fluggesellschaften derzeit vor allem eins: ein teures Aushängeschild.
Am 14. Februar teilte Airbus mit, dass es die Produktion des A380 einstellen wird.