Alain Delon Der harte Junge, seine Filme und Affären
Der Größte: Wer sonst hätte 2008 in »Asterix bei den Olympischen Spielen« den Caesar spielen sollen?
Paraderolle: Das Drehbuch zu »Der eiskalte Engel« von Jean-Pierre Melville war Delon wie auf den Leib geschrieben. Die Rolle des Gangsters und Auftragskillers Jeff Costello machte ihn zum Star und formte sein Image des emotionslosen, glatten Killers. Züge von Delons Persönlichkeit mögen sich bestens mit den Rollen gedeckt haben, denn in seiner Jugend eckte Delon überall an und hatte eine Neigung zu kleinkriminellen Kreisen. Nach dem Militärdienst und einem Einsatz im Indochinakrieg arbeitete er auf dem Pariser Wochenmarkt. Delon nahm Schauspielunterricht, bis er schließlich bei den Filmfestspielen in Cannes aufgrund seines blendenden Aussehens entdeckt wurde.
Abonniert auf finstere Typen: Alain Delon in »Nur die Sonne war Zeuge« von René Clément. Delon spielt Tom Ripley, der seinen Landsmann auf dessen Jacht umgebracht hat und der nun an Land fährt. Der Film basiert auf dem Roman »Der talentierte Mr. Ripley« von Patricia Highsmith. Der Film aus dem Jahr 1960 zeigt, wie schnell Delon auf das Image des kriminellen Typen abonniert war. Seine Karriere ging mit diesen Rollen steil nach oben.
Affäre Marković: Journalisten belagerten 1969 Alan Delon, der von Polizisten geschützt wurde, nachdem er in Paris ausgesagt hatte. Delon war in Versailles zum Tode seines ehemaligen Leibwächters Stefan Marković als Zeuge verhört worden. Marković wurde tot auf einer Müllhalde aufgefunden. Er hatte einen Zettel hinterlassen, der Alain Delon belastete. Der Fall wurde nie gänzlich aufgeklärt; involviert schienen auch Personen höchster Pariser Kreise, mit denen Delon zu dieser Zeit befreundet war.
Nackedei: Delon 1973 am Set von »Shock Treatment«. Regisseur des Films war Alain Jessua. Annie Girardot spielte in dem Streifen an der Seite Alain Delons eine depressive Frau, die von ihrem Liebhaber verlassen wurde und sich in einer Klinik erholt. Delon hatte in dem Horrorfilm die Rolle des Arztes Dr. Devilers, der zugleich sympathische als auch diabolische Züge trägt.
Sängerin Nico: Unzählige Affären wurden Alain Delon nachgesagt, auch mit Christa Päffgen alias Nico, der in Köln geborenen Sängerin der Band Velvet Underground. Mitten in der Liaison zwischen Delon und Romy Schneider wurde 1962 Nicos Sohn Aaron geboren. Sie behauptete, Delon sei der Vater; der stritt es ab. Den Prozess um die Vaterschaft verlor Nico wegen eines Formfehlers. Einen Großteil seiner Kindheit und Jugend verbrachte Aaron Päffgen dennoch bei Delons Mutter Edith Boulougne und wurde von der Familie adoptiert; Delon und Boulogne überwarfen sich deswegen.
Erotisch: Delon mit der berühmten britischen Sängerin und Schauspielerin Marianne Faithfull in einer Szene des Films »Nackt unter Leder«. Über die Dreharbeiten sagte Faithfull später, sie habe Delon nicht ausstehen können. Der Film erschien 1968.
Trennung: Romy Schneider und Alain Delon – 1971 waren die beiden bereits kein Paar mehr. Das Bild zeigt sie am Drehort von »Das Mädchen und der Mörder / Die Ermordung Trotzkis«. Bereits in »Der Swimmingpool« hatten sie nach ihrer Zeit als Paar miteinander vor der Kamera gestanden; ein knisternd erotischer Film. Delon holte zu diesem Zeitpunkt allerdings die Affäre Marković ein, die Ermordung seines jugoslawischen Leibwächters.
Paraderolle: Alain Delon auf dem roten Teppich mit Claudia Cardinale und seiner Tochter Anouchka anlässlich der 63. Filmfestspiele 2010 in Cannes. Der Film »Der Leopard« wurde bei dieser Gelegenheit wieder einmal gezeigt. Delon und Cardinale spielten in diesem Film aus dem Jahr 1963 in jungen Jahren nebeneinander. Regie führte damals Luchino Visconti.
Ernste Miene: Immer Ärger mit dem Nachwuchs – Anthony Delon mit seinem Vater Alain Delon, der ihn hier aus dem Gefängnis abholt. Der Junior war unerlaubterweise mit einer Waffe erwischt worden. Alain Delon selbst besaß eine Waffensammlung. Zum Teil befanden sich darin Waffen, die er in Filmrollen genutzt hatte. Später verkaufte er sie, angeblich um seinen Kindern Geld und keine Waffen zu vermachen.
Delon und Belmondo: In »Borsalino« standen Delon und Jean-Paul Belmondo gemeinsam vor der Kamera. Beide belegten gänzlich unterschiedliche Männertypen im französischen Kino, unterhielten jedoch stets eine gewisse Konkurrenz zueinander. Regisseur von »Borsalino« war Jacques Deray, der Film kam 1969 in die Kinos. Es ging darin um zwei Marseiller Gangsterbosse. Delon spielte den Gangster Roch Siffredi, Belmondo den Kleinkriminellen François Capella. Beide lieben die gleiche Frau, werden dann aber Freunde. Delon selbst hatte von seiner Jugend an Kontakte zum Milieu, auch seine Leibwächter verkehrten in bizarren Kreisen. Zwei von ihnen wurden ermordet aufgefunden. Die Mordfälle deuteten auf ein verwickeltes Netz bester Pariser Kreise hin, in denen Delon verkehrte, und konnten nicht vollends aufgeklärt werden. Delon wurde dabei mehrfach als Zeuge verhört.
Filmklassiker: Alain Delon und Claudia Cardinale in »Der Leopard«. Der Film aus dem Jahre 1963 ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Giuseppe Tomasi di Lampedusa und gilt als filmisches Meisterwerk. Es geht um den sizilianischen Adel in der Zeit des aufsteigenden Bürgertums. Delon spielt den verarmten Adligen Tancredi, neben ihm ist Burt Lancaster in dem Klassiker zu sehen. Alain Delon erklomm in dieser Zeit langsam die Spitzen seines Ruhmes. Vor allem in den Sechziger- und Siebzigerjahren war er ein Star, der Film um Film an der Seite der schönsten Schauspielerinnen Europas drehte, darunter Brigitte Bardot, Claudia Cardinale oder Romy Schneider.
Der unheimliche Fremde: In dieser Szene sind Alain Delon und Tiphaine Leroux zu sehen. Der Film in der Regie von Serge Leroy kam 1978 in die Kinos. Es geht um eine Handvoll Kinder, die allein in der Villa ihrer vermögenden Eltern sind. Das Kindermädchen ist mit der Bande überfordert und kommt beim Baden sogar ums Leben. Die Kinder sind daran nicht unschuldig. Ein Fremder, der das beobachtet hat, lässt es sich bei den Kindern daraufhin gut gehen. Die planen aber, ihn ebenfalls aus dem Weg zu räumen.
Abenteuerfilm: 1966 drehte Alain Delon »Die Abenteurer« mit Lino Ventura und Joanna Shimkus. Drei Freunde, die pleite sind, machen sich darin nach Afrika auf, um einen Schatz zu heben. Der Film bekam gute, aber nicht überschwängliche Kritiken.
Kostümfilm: Filmbild aus dem Film »Die schwarze Tulpe« von Christian-Jaque aus dem Jahr 1964. Der Film spielt zur Zeit der Französischen Revolution, Delon ist in dem Mantel-und-Degen-Film in einer Doppelrolle zu sehen. Delon drehte in den Sechzigern Film um Film. Der Schauspieler wurde so schnell zur Ikone des französischen Kinos. Typischer als diese Historien- und Kostümfilme sind für ihn allerdings die finsteren und emotionslosen Gangsterrollen, die eine gewisse Ähnlichkeit zu dem Milieu seiner Herkunft aufwiesen. Person und Filmfigur wiesen bei Delon stets Überschneidungen auf.
Alain Delon und seine Frau Nathalie: Auf diesem Familienbild ist Anthony Delon zwei Monate alt. Delon hatte Romy Schneider für Nathalie verlassen. Später betrog diese ihn mit seinem Leibwächter, der später auf einer Mülldeponie ermordet aufgefunden wurde. Das Paar war von 1964 bis 1968 verheiratet. Nathalie Delon kam durch Alain Delon zum Film, der erste gemeinsame Film war »Der eiskalte Engel" und wurde für beide ein Erfolg.
Liebespaar: Mireille Darc und Alain Delon nach der Premiere von »Grand Jeu« im Lido von Paris, ein Foto von 1973. Delon und Mireille Darc waren von 1969 bis 1984 ein Paar. Delon bezeichnete Darc später als größte Liebe seines Lebens bezeichnet. Im Alter lebte der Star zurückgezogen auf dem Land und gab in einem Interview an, dass er sich nach einer neuen Frau sehne.
Delon und die Sarkozys: Nicolas Sarkozy richtete hier eine Ansprache an die französische Community von Shanghai, neben ihm standen Alain Delon und Sarkozys Frau Carla Bruni. Das Foto wurde am 30. April 2010 aufgenommen. Alain Delon unterhielt stets Kontakte zur Pariser High Society, aber auch zu einem zwielichtigen Milieu, das sich auf den Pariser Partys mischte. Eine Zeit lang gehörte er zur Clique um den Ex-Premier George Pompidou und seine Ehefrau Claude.
Autorenkino: Alain Delon und Jeremy Irons in einer Szene aus Schlöndorffs Proust-Verfilmung »Eine Liebe von Swann«. Der Film kam 1984 in die Kinos; die große Zeit Alain Delons, einer Ikone der Sechziger und Siebziger, war zu diesem Zeitpunkt bereits passé. Delon kritisierte das zeitgenössische französische Kino und wandte sich erst dem Autorenkino und später mehr dem Geschäftsleben zu. Als Boxpromoter oder Pferderennstallbesitzer verdiente er ebenfalls nicht schlecht.
Große Liebe: Auf diesem Bild umarmte der Geschäftsmann Alain Afflelou 2002 seine zukünftige Frau Rosalie van Breemen, die ehemalige Partnerin von Alain Delon. Mit Rosalie war Delon von 1987 bis 2002 liiert. Sie haben zwei Kinder: Anouchka und Alain-Fabien Delon. Die 30 Jahre jüngere Rosalie lernte Delon kennen, als sie eine Backgroundsängerin in einem Musikvideo von ihm darstellen sollte. 15 Jahre währte die Beziehung der beiden, auch danach habe man sich immer noch blendend verstanden, sagten die Ex-Partner der Boulevardpresse. 2002 heiratete Rosalie den Geschäftsmann und Optiker Alain Afflelou, die Ehe ist mittlerweile geschieden. Rosalie schrieb daraufhin einen Scheidungsratgeber.
Legendäre Rolle: Delon 1960 in dem Klassiker »Rocco und seine Brüder« von Luchino Visconti. Delon stand damals noch am Anfang seiner Karriere, aber sein Talent für Gangsterrollen zeichnete sich bereits ab. Seine Paraderolle wurde Melvilles »Der eiskalte Engel«. Regisseur Visconti, der hier auf dem Foto am Set von »Rocco und seine Brüder« Anweisungen gab, war in Delon verliebt, der Männer wie Frauen mit seiner Schönheit beeindruckte. Mit Visconti drehte Delon später auch »Der Leopard«. Der Film »Rocco und seine Brüder« zählt zum italienischen Neorealismus und gehört zu Viscontis Trilogie über Süditalien. Entdeckt wurde Delon auf den Filmfestspielen in Cannes. Er war mit seinem Freund Jean-Claude Brialy und in einem geliehenen Smoking unterwegs. Die Schönheit des jungen Delon fiel sofort auf. Hollywood lud zu Probeaufnahmen, die Karriere Delons nahm Fahrt auf.
Harte Männer: »Sie fürchten weder Tod noch Teufel« – in diesem Kriegsfilm von Mark Robson spielte Delon 1966 an der Seite von Anthony Quinn. Mit dabei als schöne Spionin war Claudia Cardinale. Delon, der hier an der Waffe zu sehen ist, kämpfte selbst im Indochinakrieg und sammelte später auf seinem Alterssitz Waffen, darunter solche, die er in den Filmen selbst getragen hatte. Sein Sohn verursachte mit einer dieser Waffen auf einer Party einen Unfall.
Und wieder eine legendäre Gangsterrolle: »Scorpio, der Killer«. Der Actionfilm von Michael Winner aus dem Jahr 1973 festigt Delons Ganoven- und Gangsterimage. Delon spielt den Killer Jean Laurier, der unter dem Decknamen Scorpio arbeitet. Delon spielt an der Seite von Burt Lancaster. In den Achtzigerjahren wandelte sich der Heldentyp des französischen Kinos, und Delons Karriere flaute etwas ab.
Coole Pose: Delon in »Killer stellen sich nicht vor«, einem Film von Jacques Deray. Der Film aus dem Jahr 1980 zeigte Delon in der Rolle des Verfolgten: Er gerät als Opfer in die Schusslinie korrupter Industrieller, weiß sich allerdings als einsamer Kämpfer zu wehren. In den Achtzigerjahren wechselte Delon vermehrt zu Autorenfilmen, da ihm die Filme im zeitgenössischen französischen Kino nicht mehr zusagten.
Mal ganz freundlich: »Der Sträfling und die Witwe« heißt dieser Streifen aus dem Jahr 1971, in dem Delon an der Seite von Ottavia Picollo einen aus dem Gefängnis geflohenen Häftling spielte.
Ausgezeichnet: Alain Delon in »Geschichte eines Lächelns« aus dem Jahr 1984 in der Regie von Bertrand Blier. Delon spielte darin die Rolle des alkoholkranken Tankwartes und wurde erstmals für eine Rolle mit dem Filmpreis César ausgezeichnet.
Verführerisch: Alain Delon zeigte sich oben ohne in einer Szene des Films »Die Hölle von Algier«. Den Film von 1964 betreute Delon auch als Produzent. Delon spielte in dem düster fotografierten Thriller den Fremdenlegionär Thomas.
Der frühe Delon: Alain Delon in einer Filmszene aus »Halt mal die Bombe«. Die italienisch-französische Komödie wurde 1961 in der Regie von René Clément gedreht. Delon spielte einen politisch desinteressierten jungen Mann, der sich für schöne Frauen interessiert, durch eine Reihe von Missverständnissen aber als gefährlicher Terrorist gesucht wird.
Knisternd erotisch: In »Swimmingpool« von Jacques Deray trafen 1969 die Ex-Lover Romy Schneider und Alain Delon in einem Traumhaus an der Côte d'Azur aufeinander. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der am Ende eine Leiche im Swimmingpool schwimmt – Mord aus Eifersucht. Der Film gilt als Muss für alle Cineasten. Angeblich soll Delon Romy Schneider noch einmal den Hof gemacht haben, die seine Avancen aber abgelehnt habe.
Verhängnisvolle Dreharbeiten: Bei den Dreharbeiten zu »Christine« lernt Delon 1958 Romy Schneider kennen. Sie war bereits ein Star, Delon noch relativ unbekannt. Genau genommen ist »Christine« sein zweiter Film. Delon und Schneider spielten darin ein Liebespaar, dessen Liebe tragisch endet. Delon eroberte Romy bei den Dreharbeiten. Sie folgte ihm nach Paris, wo das Paar fünf Jahre gemeinsam lebte. Alain Delon habe sie geformt, zur Frau gemacht, sagte Romy Schneider später immer wieder. Für die Boulevardpresse war das Paar schnell eine Sensation. Durch Delon wechselte Romy Schneider mehr zu ernsthafteren Rollen und schaffte es, sich von dem süßlichen »Sissi«-Image zu lösen, das ihr in Deutschland und Österreich anhaftete. Der französische Markt eröffnete ihr neue und anspruchsvollere Rollen.