Der beste Weltraumschrott Wenn der Atompilz grinst
So ein Quak: Das Plakat von "Hell Comes to Frogtown" von 1988 spricht eigentlich für sich - "Gefangen in einer nuklearen Einöde und umgeben von Mutanten, hat Sam Hell eine Mission... so viele Frauen wie möglich zu befruchten." Noch absurder als diese Grundidee ist eigentlich nur noch die Tatsache, dass drei Fortsetzungen zu dem Film gedreht wurden - 1992 "Frogtown II", 1996 "Toad Warrior" und 2002 "Max Hell Frog Warrior".
Sandalös: Ein Haufen berittener Frauen in Sandalenfilm-Montur, angeführt von einer Kreuzung aus Abraham Lincoln und Yeti mit Ghettoblaster - so haben wir uns das amerikanische Volk in tausend Jahren vorzustellen. Das scheint jedenfalls das Plakat zum Film "America 3000" von 1986 zu sagen.
Neue Dimensionen des Unsinns: Was zum Henker mit der vierdimensionalen Raumzeit in Einsteins Relativitätstheorie eigentlich gemeint sein soll, wurde 1959 auf dem Poster zum Film "4D Man" endlich aufgeklärt - Vierdimensionalität ist, wenn ein Mann durch eine Ziegelmauer gehen kann. Warum er dabei fast über eine ohnmächtige Frau in einem gelben Kasten stolpert? Ist vermutlich nur mit einer 4D-Brille klar zu erkennen.
Jenseits aller Vernunft: Eine wundersame Zukunft präsentiert uns das Poster zu "Battle Beyond the Stars" aus dem Jahr 1980 - Außerirdische mit zwei Köpfen, riesige Grillenmenschen und ein hypermodernes Raumschiff mit, äh... Brüsten?
Glückspilz: 1975 hatte Serien-Schönling Don Johnson einen seiner ersten Filmauftritte in dem Endzeitstreifen "A Boy and His Dog". Darin irrt er als ein Junge, der telepathisch mit seinem Hund kommuniziert, nach einer Atomkatastrophe durch das verseuchte Amerika - auf der Suche nach Nahrung. Und Sex. Angehörige einer unterirdischen Gesellschaft unfruchtbar gewordener Überlebender entführen ihn, um ihren Frauen Nachwuchs zu bescheren. Über so eine Story muss selbst der Atompilz grinsen.
Was bin ich? "Schämen Sie sich nicht zu schreien! Es hilft, die Anspannung abzubauen!", rät uns das Plakat zum Film "The Black Scorpion" aus dem Jahr 1957, in dem die Erde von Riesenskorpionen attackiert wird. Schreien möchte man am liebsten schon beim Anblick des Plakates. Was ist denn dieses drollige glubschäugige Ding, hinter dem die Schauspielerin so keck hervorlugt? Wie, ein Skorpion? Vielleicht hätte der Plakatmaler doch lieber noch mal in einem Bestimmungsbuch nachgeschaut. Denn die Skorpione im Film sahen für damalige Verhältnisse täuschend echt aus. Und der Streifen gilt als Klassiker des Monsterfilms - schließlich hat Stop-Motion-Pionier Willis O'Brien (verantwortlich für die Animationen in "The Lost World" und "King Kong") die gigantischen Monster geschaffen.
Ein Planet sieht rot: Mann, ist der rote Planet vielleicht sauer! Eine Laune hat der heute wieder... bah! Nicht nur, dass diese lästigen kleinen Erdenmenschen mit ihrer stinkenden Rakete schon wieder um ihn herumschwirren und Gesteinsproben aus ihm entnehmen - dann krabbelt da auch noch diese hässliche Riesenwanze mit Affenkrallen, Glubschaugen und Micky-Maus-Ohren auf ihm rum. Immerhin - die Betrachter des Posters von "The Angry Red Planet" von 1960 waren gewarnt vor den Stimmungsschwankungen des Himmelskörpers.
Er hat alles kaputt gemacht: Kaum haben Wissenschaftler einen Super-Kampfmutanten erschaffen, muss Chuck ihn kaputtmachen. Und kaum ist das Plakat zum Film "Silent Rage" aus dem Jahr 1982 fertig, tritt Chuck auch noch das Logo zu Klump. Mein lieber Herr Norris, so geht's aber nicht!
Im Weltraum hört dich niemand schweigen: "Ist es wahr? Beobachten uns jetzt gerade Kreaturen aus dem Weltraum?", fragt das Plakat des Films "The Cosmic Man" von 1959. Und man möchte viele Fragen hinterherschicken - Tragen die Kreaturen tatsächlich alberne Plastiksonnenbrillen und Schlapphüte wie auf dem Foto? Warum hat das außerirdische Monster anstelle des genreüblichen Mauls voll rasiermesserscharfer Zähne überhaupt keinen Mund? Und wovor hat dann die Armee, die da mit Panzern und Flakgeschützen angerückt ist, solche Angst? Dass er sie totschweigt?
Rosige Zukunft: "Niemand weiß, welche Probleme Jungfrauen haben", mahnt das Plakat zu "The Curious Female" von 1970. Tja, welche eigentlich? Der Film handelt jedenfalls davon, wie sich im Jahr 2177 eine Gruppe Toga tragender Cineasten heimlich Softpornos aus der Vergangenheit anschaut.
Der Blödsinn will nicht aussterben: "Lebendig... ohne Körper... genährt von einem unaussprechlichem Schrecken aus der Hölle!", verspricht uns das Plakat zu "The Brain That Wouldn't Die" von 1962. Hä? Was ist da los? Mal sehen - der Kopf ist an das Gehirn angeschlossen, damit das für ihn denken kann. Aber wozu braucht das Gehirn den Kopf? Zum Sehen ist ihm ja netterweise schon ein eigenes Auge spendiert worden. Vielleicht ja zum Essen, wenn der unaussprechliche Schrecken aus der Hölle mal wieder reinkommt, um den beiden was zu futtern zu bringen. Nur - wer verdaut das dann für sie?
Da wird doch die Natur in der Pfanne verrückt: "Der explosivste Science-Fiction-Film, der jemals gedreht wurde!", verspricht das Plakat von "The Night The World Exploded" von 1957. Klar, mehr als die Welt kann ja kaum noch explodieren, oder? Naja, eine Kleinigkeit...
...gäbe es da vielleicht noch, scheinen sich die Macher von "The Day the Sky Exploded" aus dem Jahr 1958 gedacht zu haben: Sie ließen gleich auch noch den Himmel hinterherexplodieren.
Die Macht des Wortes: Was sollen wir bloß tun, wenn eines Tages Außerirdische Godzilla, Tarantula und die ganze Rasselbande aus hochhausgroßen dreiköpfigen Drachenkumpels, Riesenstachelschweinen und Monsterwürmern in ihre Gewalt bringen und mit ihrer Hilfe die Erde verwüsten wollen? Da bleibt wohl nur noch ein letzter Ausweg - ganz laut "Zerstört alle Monster!" rufen - so schlug es 1968 jedenfalls das Plakat zu "Destroy All Monsters" vor.
Der Film mit dem Blubb: Was aussieht, als wäre in diesem Diner die weltgrößte Espressomaschine übergelaufen, ist in Wirklichkeit... der Angriff eines menschenfressenden Wackelpuddings aus dem Weltall - und ein echter Genre-Klassiker, wenn auch mit einem schrägen Titel. Und ja, zugegeben, einer schrägen Story. "The Blob" von 1958 gilt als einer der Sci-Fi-Filme der fünfziger Jahre, welche die Angst vor der Weltherrschaft des Kommunismus am bildhaftesten auf den Punkt bringen: roter Schleimbatzen, der alles in sich aufnimmt und zu einer immer größer und gefährlicher werdenden roten Masse verarbeitet. Na, klingelt's? Warum aber...
...dann 1972 noch der Nachfolger "Son of Blob" gedreht werden musste, weiß der Himmel: Wie genau hat man sich die Zeugung so eines Nachwuchsblobs überhaupt vorzustellen? Wo haben sich Blob-Papa und Blob-Mama kennengelernt? Und woran zum Henker erkennt man, ob das Ergebnis ihrer Bemühungen nun ein Blob-Sohn oder eine Blob-Tochter ist?
H.R. Giger trifft auf Kasperle: "Kommt, wir machen das einfach genau wie in 'Alien", nur viel... schlechter!" So oder ähnlich müssen wohl die Überlegungen der Spezialeffekt-Crew von "Mutant" - auch bekannt als "Forbidden World" - aus dem Jahr 1982 gewesen sein, als sie ihr außerirdisches Monster entwarfen.
Verfahrene Situation: "Hey, ich bin's! Ja, fangt schon mal ohne mich an, ich hab mich total verheddert, keine Ahnung, irgendwo in Galaxis 4, würd ich sagen. Was? Nee, bin von der Umgehung gleich nach Galaxis 3 runter, wie du meintest, aber da war alles Baustelle. Und dann fing der Navi auch noch an zu spinnen. Bis zur Halbzeit pack ich's noch. Ah, warte mal, da vorne kommen ein paar Einheimische mit Laserkanonen. Ich werd die einfach mal fragaääähhrrrgggghh!"
Nicht mehr alle Untertassen im Schrank: WAS SIND SIE? Äh, Menschen? WO KOMMEN SIE HER? Naja, aus der Stadt da links unten im Bild, oder? HAST DU EINE FLIEGENDE UNTERTASSE GESEHEN? Öh, nein, absolut keine Ahnung. Nö, keine gesehen. Echt nicht. Ach so, ja, wenn sie DIE fliegende Untertasse in der Mitte des Plakates direkt über dem roten Schriftzug "Fliegende Untertasse" meinen... doch, die ist mir aufgefallen, stimmt. Das Plakat zu "The Flying Saucer" bot schon 1950 Gehirnjogging vom Feinsten.
Ist ja allerhand: Wärmesuchende Fernlenkraketen, Mikrowellenwaffen, satellitengesteuerte Killerdrohnen... schon heute scheinen der menschlichen Phantasie keine Grenzen gesetzt zu sein, wenn es um Hightechwaffen geht. Doch der Wächter der Zukunft, verrät uns dieses Filmplakat aus dem Jahr 1986, wird noch viel, viel entsetzlichere Mordwerkzeuge einsetzen, zum Beispiel... äh, Hände aus Stahl? Das wird aber ganz schön brenzlig für die Hubschrauber, die ihn hier verfolgen.
Hansdampf in allen Gassen: Das Plakat zu "The Human Vapor" von 1960 geizt nicht mit Informationen zur Hauptfigur. Fassen wir mal zusammen - er ist menschlicher Dampf, der aber nur halb Mensch und halb wildes Tier ist. Obwohl er aber eine Mischung aus Mensch, Tier und Dampf ist, wurde er von einer Frau geboren - und dann vom Weltraum wiedererschaffen. Dennoch liebt er wie ein Mensch, tötet und zerstört aber auch tüchtig. Tja, damit wäre dann ja wohl alles geklärt.
Weltzerstörung? Kinderspiel! "Geboren, um ein Universum zu zerstören und misshandeln", warnt uns dieses Plakat vor dem Science-Fiction-Schocker "Inseminoid" aus dem Jahr 1981. Und irgendwie sehen die beiden außerirdischen Embryos darauf aus, als würden sie gerade "Ching Chang Chong" darum spielen, wer denn nun das Universum verwüsten und wer es nur misshandeln darf.
Drum prüfe, wer sich ewig bindet...: Der amerikanische Science-Fiction-Streifen "I Married A Monster From Outer Space" von 1958 wartet mit einem Filmtitel auf, der so beknackt ist, dass er selbst die Braut auf dem Plakat sichtlich schockiert.
Und vergib uns unseren Ulk: Wer sich einen Film der legendären B-Movie-Studios "Troma Entertainment" ansieht, ist eigentlich auf alles vorbereitet. Zwei Nerds, die ein abgestürztes Alien retten, das sich daraufhin in eine Teenie-Blondine in Hotpants verwandelt und ihnen hilft, die Welt vor Alien-Predigern zu verteidigen - das ist dann doch noch mehr Irrsinn als erwartet.
Angriff der Killer-Filmtitel: "Mach doch mal einer dieses grelle 'It' weg! Man kann ja den Film überhaupt nicht mehr sehen. Wo kommt denn das überhaupt so plötzlich her? Ach, klar, aus dem Weltraum!" - das Plakat zu "It Came From Outer Space" von 1953 zeigt, wie verstörend Filmtitel auf das Publikum wirken können. Selbst bei einem Sci-Fi-Klassiker von Kultregisseur Jack Arnold, gedreht nach einem Script von Ray Bradbury.
Die nackte Wahrheit: Lange hat die Menschheit gerätselt, ob Leben auf der Mondoberfläche existieren kann. Und falls ja, welche wundersamen Lebewesen uns dort wohl erwarten würden. Bis 1961 der Film "Nude on the Moon" die schockierende Wahrheit ans Tageslicht brachte: Nackte Frauen natürlich. Unglaublich hartgesottene nackte Frauen, muss man wohl hinzufügen - bei 130 Grad Celsius am Tag und minus 160 Grad in der Nacht.
Steine im Weltraum: Was hat uns über die Jahre nicht alles schon aus dem All angegriffen - kleine grüne Männchen, blutrünstige Killer-Roboter, hinterhältige Echsenwesen. Warum also nicht einmal... Steine? Richtig gelesen: In "The Monolith Monsters" von 1957 attackieren Felsblöcke aus dem Weltraum die Menschheit.
Mir geht ein Licht auf: In "Saturn 3" aus dem Jahr 1980 dringt ein verkleideter Killer in eine Forschungsbasis auf einem Saturnmond ein, um einen grauenerregenden Killerroboter zu bauen. Dumm nur, dass der irgendwie aussieht, als wäre er nur zur einen Hälfte Kampfmaschine - und zur anderen Schreibtischlampe.
Doppelkopf: Was haben verrückte Wissenschaftler in Science-Fiction-Filmen nicht schon alles gemacht - Monster geklont, Menschen geschrumpft und Schlafinduktions-Alpha-Rhythmus-Generatoren in Sportwagen eingebaut zum Beispiel. Aber in "The Thing with Two Heads" von 1972 ist ihnen ein besonderes Glanzstück gelungen: Sie haben den Kopf eines reichen weißen Rassisten auf den Körper eines Farbigen verpflanzt. Und damit den Ausdruck "Doppelmoral" auf den Kopf getroffen.
Begraben unter Textbergen: "Wir fordern sie heraus, auf ihrem Sitz zu bleiben, wenn marsianische Feuerbälle aus der Leinwand krachen und über ihrem Kopf explodieren!", drohte 1965 das Plakat von "The Wizard of Mars". Und: "Wir fordern sie heraus, die Kontrolle über ihren Geist zu behalten, während kreischende Kreaturen ihr Gehirn angreifen!" Die größte Herausforderung blieb bei dem Plakat aber, unter all den Textmassen, Hinweispfeilen und Infokästen überhaupt noch den Filmtitel ausfindig zu machen.
Schöne Bescherung: Weil den Marsmenschen ihre Kinder zu freudlos sind, entführen sie kurzerhand den Weihnachtsmann von der Erde. Der soll auf dem Mars eine Spielzeugfabrik eröffnen, um endlich auch die Alien-Kinder wieder glücklich zu machen. Die Zuschauer waren weniger glücklich damit: "Santa Claus Conquers the Martians" von 1964 gilt als einer der schlechtesten Filme aller Zeiten.
Zum Totlachen: Ein Highlight für Science-Fiction-Fans, die denken, sie hätten wirklich schon alles gesehen - In "Killer Klowns From Outer Space" aus dem Jahr 1988 landen tatsächlich blutrünstige Alien-Clowns mit einem zirkuszeltförmigen Ufo auf der Erde, knoten bissige Luftballon-Hunde, verschießen krabbelndes Außerirdischen-Popcorn und spinnen die Menschen zum späteren Verzehr in Zuckerwatte ein.