Alcatraz-Besetzung 1969 - DER SPIEGEL
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Indianer-Protest 1969 Flucht nach Alcatraz

Sie kamen im Dunkeln und stürmten den einstigen Ort des Schreckens: Im November 1969 besetzten Indianer die ehemalige Gefängnisinsel Alcatraz, aus Protest gegen ihre miserablen Lebensumstände. Die Aktion endete gewaltsam.
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Die Alcatraz-Pioniere: Anfang März 1964 besetzte erstmals eine Gruppe Indianer des Lakota-Stammes die Gefängnisinsel nahe San Francisco. Bereits nach einem Tag beendete die Polizei jedoch die Protestaktion.

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Besprechungszelt: Während der Besetzung im November 1969 errichteten die Alcatraz-Indianer ein Tipi auf der Insel. Hier beratschlagten die Anführer ihr Vorgehen und trafen sich mit Vertretern der US-Regierung.

Vor dem Zelt steht der indianische Freiheitskämpfer John Trudell, der von 1972 bis 1979 Vorsitzender des American Indian Movement wurde. Die Bewegung setzte sich unter anderem für die Revision der Indianerpolitik der Vereinigten Staaten ein.

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Ausgebrannt: Das Bundesgefängnis wurde am 21. März 1963 wegen der hohen Betriebs- und Instandhaltungskosten durch den Justizminister Robert F. Kennedy geschlossen und war seither unbewohnt. Mehrmals kam es zu Bränden auf der Insel, bei denen historische Gebäude und der Leuchtturm zerstört wurden.

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Zweiter Versuch: Chippewa-Indianer Adam Nordwall, hier an Bord eines Segelschiffes, führte am 9. November 1969 eine Protestgruppe an. Sie bot der US-Regierung an, die Insel Alcatraz für Glasperlen im Wert von 24 Dollar abzukaufen. Dieser zweite Besetzungsversuch seit Schließung des Gefängnisses dauerte nur 19 Stunden, bis die Küstenwache ihn auflöste.

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Gefängnisführung: Die "Indians of All Tribes" besetzten ab dem 20. November 1969 für 19 Monate die Insel Alcatraz. Um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen, luden sie Pressevertreter ein. Hier zeigen drei der Besetzer einem Videojournalisten einen Zellenblock.

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Verstärkung: Viele Indianer aus der Gegend reisten auf die besetzte Insel, um die Protestaktion zu unterstützen.

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Unser Eigentum! Sioux-Indianer spielen am 26. November 1969, sechs Tage nach Beginn der Besetzung, auf dem Vorplatz des Gefängnisses Basketball. Auf die Gefängnismauer haben sie ihre Botschaft geschrieben: "Indians welcome" und "Indian Land".

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Alltag auf Alcatraz: Am ersten Tag der Besetzung, dem 20. November 1969, kamen 79 amerikanische Indianer verschiedener Stämme auf der Insel an. Unter ihnen waren auch Studenten, Ehepaare und sechs Kinder.

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Welle der Hilfsbereitschaft: Dank der Berichte in den Medien wurde die Bevölkerung auf die Protestaktion der Indianer aufmerksam. Zum Thanksgiving-Fest 1969 spendeten US-Bürger Lebensmittel, die in der ehemaligen Gefängniskantine gelagert wurden.

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Große Pläne: Die Besetzer, hier im Dezember 1969 auf dem Gefängnishof, forderten den Bau einer Universität und eines kulturellen Zentrums auf der Insel.

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Freiheitskämpfer: Mohawk Richard Oakes, einer der Anführer der "Indians of All Tribes", forderte für sich und seine Leute "eine wahre Bedeutung im Leben, eine Herausforderung".

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Bewacher: Am 23. November 1969 beobachtet die US-Küstenwache die Insel vom Wasser aus. Hinter ihnen fährt ein kleines Sportboot mit Unterstützern der Besetzung vorbei. Die Sicherheitskräfte durften zu diesem Zeitpunkt noch nicht eingreifen - zu groß war die Sympathie der Bevölkerung für die Indianer.

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Prominente Fürsprecherin: Die Schauspielerin Jane Fonda, Mitte, unterstützte die Besetzer bei ihrem Vorhaben, die Insel Alcatraz der US-Regierung abzukaufen. Am 5. März 1970 sprach sie mit Journalisten über die Probleme und Forderungen der Indianer.

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Feuer auf Alcatraz: Während der Besetzung brach am 2. Juni 1970 nachts unter mysteriösen Umständen ein Feuer aus. Der Brand zerstörte das Gebäude des Gefängnisleiters, ein Wohnhaus, das Leuchtturmwärterhaus und den Offiziersclub. Im Bildvordergrund ist Sioux John Trudell zu sehen, der als Sprecher der Besetzer fungierte.

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Verhandlungen: Am 8. Juli 1970 trafen sich Mitglieder der Stammesvertretung des Taos-Pueblo mit dem US-Präsidenten Richard Nixon zu einer Besprechung im Weißen Haus. Von links: James Mirabal, Ratangehöriger des Stammes, Innenminister Walter J. Hickel, Quirino Romero, Präsident des Taos-Pueblo-Reservats, Nixon und Stammesvorsitzender Paul Bernal.

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Ein Stück Geschichte: Die Gefängnisinsel Alcatraz, hier während der Besetzung durch die Indianer 1970, ist seit 1972 öffentlich zugänglich und heute eine Touristenattraktion mit über einer Million Besucher jährlich. Seit 2011 gibt es auch einen Ausstellungsbereich, der die Besetzungszeit dokumentiert.

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Wachrundgang: Richard Nixon hatte am 11. Juni 1971 die Zwangsräumung der Insel angeordnet. Danach begann der Abriss der Wohn- und Amtshäuser auf der Insel.

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Ratsversammlung: Einige Indianeranführer kehrten am 11. Februar 1978 auf die Insel zurück. Von links: Häuptling Mad Bear Anderson und Häuptling Eagle Feather, beide aus South Dakota, sowie Dennis Banks, Leiter des American Indian Movement. Im Anschluss planten sie einen 3000-Meilen-Marsch von Sacramento nach Washington, wo sie auf ein Gespräch mit dem Präsidenten Jimmy Carter hofften.

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