Aldi-Gründung - DER SPIEGEL
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Aldi-Gründung Hauptsache billig

Sie waren die Aufsteiger des Nachkriegsdeutschlands: Theo und Karl Albrecht machten aus dem winzigen Tante-Emma-Laden ihrer Mutter die Keimzelle eines Weltkonzerns. Heute gilt ihr Aldi-Prinzip als radikales Erfolgsmodell - dabei war die unternehmerische Grundidee anfangs schlicht aus der Not geboren.
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Rasanter Aufstieg: Seit Anfang der Fünfzigerjahre eroberten die Brüder Albrecht mit ihren Lebensmittelmärkten im Eiltempo das Ruhrgebiet: 1955 besaßen sie 101 Filialen, drei Jahre später waren es 170 und 1960 bereits 300 Läden. Kurz danach benannte sich die Kette in Aldi um - die Abkürzung steht für Albrecht Discounter. Das Foto von 1958 zeigt eine Filiale in Essen.

Foto: Audio Productions / Alfred Wagg Pictures / PD
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Billiger, billiger, billiger: Kunden warten an der Kasse in einem Aldi-Supermarkt, Foto von 1980. "Was man erreichen muss, ist, dass der Kunde den Glauben gewinnt, nirgendwo billiger einkaufen zu können", dozierte Firmengründer Karl Albrecht auf einem seiner wenigen Vorträge. "Hat man das erst einmal erreicht, nimmt der Kunde alles in Kauf." Mit diesem einfachen Credo machte Aldi Milliardenumsätze.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Abisag Tüllmann
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Aldi-Supermarkt 1968: Mit billigen Lebensmitteln in schmucklosen Ladengeschäften stiegen die Gebrüder Theo und Karl Albrecht zu den reichsten Männern der Welt auf. Das Grundprinzip war, ein begrenztes Warensortiment (anfangs nur etwa 250 Produkte) massenhaft einzukaufen - um es billiger als die Konkurrenz anbieten zu können. Später kopierten viele Unternehmer die Discount-Strategie - nur wenige wurden zu echten Konkurrenten.

Foto: AP
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Theo Albrecht: Am 29. November 1971 wurde der Mitbegründer der Lebensmittel-Discountkette Aldi in Essen entführt - ein verschuldeter Rechtsanwalt und ein vorbestrafter Tresorknacker wurden wenig später als Täter gefasst und zu langen Haftstrafen verurteilt, doch ein Großteil der Beute wurde nie gefunden.

Das Bild zeigt Theo Albrecht nach seiner Freilassung am 16. Dezember 1971. Es ist eines der wenigen offiziellen Fotos des medienscheuen Unternehmers, der nach der Entführung noch mehr die Öffentlichkeit mied.

Foto: Roland Scheidemann/ dpa
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Großeinkauf: Kunden an der Kasse eines Aldi-Markts in Essen, Foto aus dem Jahr 1982. In Essen begann die Erfolgsstory der Albrecht-Brüder, als sie im Jahr 1946 ein kleines Lebensmittelgeschäft der Mutter übernahmen - und aus diesem Tante-Emma-Laden später einen Weltkonzern machten.

Foto: Reinhard Krause
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Umstrittene Strategie: Der wirtschaftliche Erfolg des Discounters wurde schon bald als "Prinzip Aldi" ebenso gelobt wie beschimpft - und die Sehnsucht des Verbrauchers nach immer billigeren Massenwaren als "Aldi-Mentalität" kritisiert. Hier demonstrieren Milchbauern vor einer Aldi-Filiale in Nürnberg gegen die Preise des Großkonzerns, Foto von 2009.

Foto: ddp
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Anschlag: Der sagenhafte Erfolg der Brüder Albrecht lockte immer wieder auch Kriminelle an. In diesem Aldi-Markt in Halle detonierten im April 1996 mit Sprengstoff versehene Tetra-Pak-Tüten. Bei diesem und drei weiteren Anschlägen wurde niemand verletzt. Die Erpresser forderten von dem Unternehmen drei Millionen Mark, wurden jedoch gefasst und zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Foto: Wolfgang_Kluge/ picture-alliance / dpa
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Prinzip Aldi: Pappkartons, breite Gänge, keine Dekoration, keine Regale - an der Grundidee von Aldi hat sich in den letzten Jahrzehnten wenig geändert. Der billige Preis ist wichtiger als Service und Dienstleistung. Gleichzeitig schaffte es das Unternehmen, mit seinen Marken identifiziert zu werden - Tandil statt Sunil, Nutoka statt Nutella, Romanzini statt Ramazotti.

Foto: ddp
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"Aldi informiert": "Unsere ganze Werbung liegt im billigen Preis", sagte Karl Albrecht 1953, "und sie ist so wirksam, dass der Kunde es auf sich nimmt, Schlange zu stehen." Von Beginn an setzte das Unternehmen auf eher schlichte Broschüren.

Foto: ddp
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Schnäppchenjagd: Ein Aldi-Kunde hat am 11. April 2002 gleich zwei Computer in einem Münchner Aldi-Markt erstanden. Die Rechner wurden in einer Werbeaktion besonders günstig angeboten und waren nach kurzer Zeit ausverkauft. Mit solchen spektakulären Aktionen schaffte es das Unternehmen geschickt, in die Medien zu kommen, ohne selbst Werbung schalten zu müssen.

Foto: ddp
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Neue Märkte: Jahrelang wurden in den Aldi-Filialen kein Frischfleisch und keine Tiefkühlprodukte verkauft, um sich die Kosten teurer Kühlgeräte zu sparen. Doch der Konzern änderte später seine Strategie - und ist inzwischen auch ein harter Konkurrent für örtliche Metzgerläden.

Foto: ddp
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Zweckmäßig: Ein Kunde im Januar 2002 im Aldi-Markt Neuenkirchen - der Konzern erhob Einfachheit zum Prinzip. Inzwischen gibt es 4000 Filialen allein in Deutschland - dazu kommen etliche Geschäfte im Ausland.

Foto: ddp
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