Alemannia Aachen: Willi und der Tivoli - DER SPIEGEL
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Alemannia Aachen Willi und der Tivoli

Rekordspieler der zweiten Liga: Willi Landgraf ist eine von vielen Kultfiguren bei Alemannia Aachen. SPIEGEL ONLINE zeigt große Persönlichkeiten und große Momente des Traditionsvereins vom Tivoli - wie das Erreichen des Uefa-Cups in der Saison 2004/2005.
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Aachener Idol: Kein Spieler bestritt mehr Zweitliga-Spiele als Willi Landgraf. Insgesamt lief er 508-mal in der zweiten Liga auf, von 1999 bis 2006 auch 188-mal für Alemannia Aachen. Ein Spiel in der höchsten deutschen Klasse war ihm nie vergönnt, aber immerhin...

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...konnte er 2006 mit der Alemannia nach seinem letzten Spiel für die Aachener den Aufstieg feiern. Nach der Saison wechselte er zur zweiten Mannschaft des FC Schalke 04.

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Landgraf wurde mit einem Abschiedsspiel geehrt - es war auch der letzte Auftritt von Erik Meijer. Der Niederländer beendete seine Spielerkarriere mit drei Jahren in Aachen (2003 bis 2006). In 86 Spielen in der zweiten Liga erzielte er 19 Tore für die Alemannia. Hinzu kamen fünf Treffer in zehn DFB-Pokalspielen. Der Niederländer war zudem Kapitän der Aufstiegsmannschaft 2006. Nach seiner aktiven Zeit war er in der Saison 2006/2007 Co-Trainer von Michael Frontzeck. Nach einer Auszeit war Meijer von Januar 2010 bis Mitte 2012 Geschäftsführer Sport bei der Alemannia.

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Untrennbar mit dem Verein verbunden ist das Tivoli-Stadion. Die 1928 eröffnete Spielstätte stand viele Jahre für beste Stimmung. Doch allmählich zeigte sich, dass sie den Anforderungen an moderne Arenen nicht mehr genügte.

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Daher zog die Mannschaft zur Saison 2009/2010 in das neue Tivoli-Stadion um. Es bietet 32.960 Fans Platz.

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In der neuen Arena spielte Jan Schlaudraff nicht. Der Stürmer lief von 2005 bis 2007 für Alemannia Aachen auf. Besonders in der Saison 2006/2007 machte der Stürmer durch gute Leistungen auf sich aufmerksam und war mit acht Toren bester Torschütze seiner Mannschaft, konnte aber den Abstieg nicht verhindern. Schlaudraff wechselte zum FC Bayern, wo er sich nicht durchsetzen konnte.

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Einer, der es von Aachen aus zu einer beachtlichen Karriere brachte, ist Torsten Frings (l.). Er spielte von 1994 bis 1997 für die Alemannia und danach für Werder Bremen, Borussia Dortmund, den FC Bayern und wieder Bremen - wie auch hier gegen den Aachener Cristian Fiél beim letzten Spiel im alten Tivoli-Stadion.

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Auch der frühere Bundestrainer Jupp Derwall trug in seiner Zeit als Spieler das Alemannia-Trikot. Sein größter Erfolg als Aachener Spieler war das Erreichen des DFB-Pokalfinals 1953. Bei der 1:2-Niederlage gegen Rot-Weiss Essen erzielte Derwall den Aachener Treffer. Derwall starb 2007 im Alter von 80 Jahren.

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Ein anderer Aachener Spieler, der als Trainer Berühmtheit erlangte, war Branko Zebec. Er spielte von 1961 bis 1965 in Aachen, wo er seine Karriere auf dem Platz beendete. Seine größten Erfolge als Trainer feierte er beim FC Bayern, wo er 1969 das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal holte. 1979 gewann er mit dem Hamburger SV ebenfalls die Meisterschaft. Zebec starb 1988 im Alter von 59 Jahren.

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In der jüngeren Vergangenheit war der ehemalige Bundesliga-Torwart Jörg Schmadtke einer der führenden Köpfe bei der Alemannia. Er wurde im Dezember 2001 Aachens Sportdirektor. Mit ihm erreichte Aachen das DFB-Pokalfinale 2004, den Uefa-Pokal 2004/2005 und spielte 2006/2007 in der Bundesliga. Schmadtke wurde im Oktober 2008 nach einem Streit mit Vereinsverantwortlichen beurlaubt.

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Unter Schmadtke unterlag Aachen im Pokalfinale 2004 gegen den Deutschen Meister Werder Bremen 2:3. Trotz der Niederlage qualifizierte sich Aachen mit Alexander Klitzpera (r.) für den Uefa-Cup.

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Im europäischen Wettbewerb warf der Zweitligist in der ersten Runde den isländischen Klub FH Hafnarfjördur aus dem Wettbewerb. Danach gelang in der Gruppenphase gegen AEK Athen, Zenit St. Petersburg, den FC Sevilla und OSC Lille sogar der Einzug in die Runde der letzten 32. Erst dort schied Aachen gegen den AZ Alkmaar durch ein 0:0 im Hinspiel und ein 1:2 im Rückspiel aus. Meijer (l.) und Simon Rolfes mochten den K.o. nicht wahrhaben. Meijer traf in acht Europacupspielen fünfmal für Aachen. Trotz des Ausscheidens war die Teilnahme am Uefa-Cup ein Höhepunkt der Vereinsgeschichte - ebenso wie...

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...der Aufstieg in die Bundesliga am Ende der Saison 2005/2006. Davor hatte Aachen zuletzt in der Spielzeit 1969/1970 in der obersten Liga gespielt. Entscheidenden Anteil am Erfolg hatte Trainer Dieter Hecking, wofür ihn Meijer (l.) und Moses Sichone auf den Schultern trugen. Die Freude währte allerdings nicht lange. Nach einer Saison stieg Aachen wieder ab, Hecking verließ den Verein bereits nach drei Spieltagen und ging zu Hannover 96.

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Für den Klub kam es jedoch noch schlimmer. 2012 stieg die Alemannia auch aus der zweiten Liga ab. Durch den Stadionneubau plagten große finanzielle Probleme die Aachener. Die verschärften sich durch den erneuten Abstieg nochmals - die Folge war die Insolvenz. In der Saison 2013/2014 startete die Alemannia einen Neuanfang in der Regionalliga West.

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