Alex Ferguson Ein Mann, Dutzende Titel
Goodbye: Sir Alex Ferguson tritt als Trainer von Manchester United ab. Der 71-Jährige wird seinen Posten nach dieser Saison räumen und einen Platz im Vorstand des Clubs einnehmen.
Der Schotte gilt als Heißsporn, der ein Freund klarer Worte ist. Wenn nötig, putzt er auch mal seine eigene Mannschaft oder einzelne Spieler herunter.
Aber auch mit den Schiedsrichtern legte sich Ferguson immer wieder an. Seine Art verschaffte ihm nicht nur Freunde im englischen und internationalen Fußball.
So streitbar Ferguson auch ist - seine Erfolge geben ihm recht. In 39 Jahren als Vereinstrainer hat er 49 Titel gewonnen. Den letzten davon erst vor kurzem, als er mit ManUnited die Meisterschaft holte. Vor knapp 27 Jahren wurde Ferguson Trainer von United, das Foto zeigt ihn an seinem ersten Arbeitstag am 7. November 1986.
Es dauerte allerdings einige Jahre, ehe sich unter Ferguson die Erfolge bei ManUnited einstellten. In den achtziger Jahren gab es keinen Titel, in den neunzigern dafür umso mehr - 19, um genau zu sein. Auf diesem Bild aus dem Jahr 1996 posiert Ferguson mit dem FA-Cup (links) und dem Pokal für die gewonnene Meisterschaft.
Den größten Triumph feierte Ferguson 1999, als er mit Manchester die Champions League gewann. An den Abend in Barcelona, den 26. Mai, wird der FC Bayern jedoch nicht gerne zurückdenken.
Im Finale besiegte Manchester in einem legendären Endspiel den FC Bayern 2:1. Teddy Sheringham in der ersten und Ole Gunnar Solskjaer in der dritten Minute der Nachspielzeit drehten die Partie, nachdem die Münchner durch Mario Basler in Führung gegangen waren.
Anschließend weinten die Bayern-Spieler hemmungslos. In dieser Szene versucht Manchesters damaliger Torwart Peter Schmeichel FCB-Stürmer Carsten Jancker zu trösten.
Ferguson hingegen ließ sich mit dem Pokal von seinen Spielern feiern.
Damals gewann United auch die Meisterschaft (Foto) und den Pokal. Damit ist Ferguson neben Pep Guardiola, José Mourinho, Guus Hiddink, Rinus Michels und Jock Stein der sechste Trainer, der dieses große europäische Triple holte.
Der Kern des damaligen United-Teams bestand aus Spielern, die aus der eigenen Jugend kamen. Einer von ihnen war David Beckham, der zum United-Superstar aufstieg und 2003 zu Real Madrid ging.
Auch Paul Scholes stammt aus Beckhams Generation der jungen Wilden bei United. Er hat den Verein jedoch nie gewechselt, der 38-Jährige spielt bis heute für Manchester.
Ebenso wie Ryan Giggs (l.), der wie Beckham und Scholes zum Triple-Team 1999 gehörte. Auch er läuft noch immer für United auf - mit 39 Jahren.
Der Waliser war auch dabei, als ManUnited 2008 erneut die Champions League gewann. Im Finale in Moskau triumphierte der Club im rein englischen Duell über den FC Chelsea im Elfmeterschießen. Giggs traf dabei zum 6:5, anschließend scheiterte Nicolas Anelka für die Londoner - die Entscheidung.
Auch Cristiano Ronaldo war Mitglied dieser siegreichen 2008er-Mannschaft von Moskau. Der Portugiese kam 2003, im Alter von 18 Jahren, zu United, Ferguson wurde so etwas wie eine Vaterfigur für Ronaldo. Sechs Jahre blieb er in Manchester und entwickelte sich dort zum Superstar, wurde unter anderem als Weltfußballer des Jahres 2008 ausgezeichnet.
Ronaldo wechselte 2009 zu Real Madrid. Im Champions-League-Viertelfinale dieser Saison traf er mit den Spaniern auf seinen Ex-Club. Ferguson und sein ehemaliger Schüler begrüßten sich herzlich - dann aber war es mit der Freundlichkeit vorbei. Ausgerechnet Ronaldo schoss United aus dem Wettbewerb und Real ins Halbfinale.
Neben Talenten aus der eigenen Jugend setzte Ferguson immer auch auf die Verpflichtung von guten und teuren Stars anderer Teams. Wayne Rooney etwa kam 2004 für rund 37 Millionen Euro vom FC Everton.
Fergusons letzter großer Transfer war der von Robin van Persie vor dieser Saison. Der Niederländer wechselte für knapp 30 Millionen Euro vom FC Arsenal und hatte erheblichen Anteil am Gewinn der Meisterschaft. Es war die 13. unter Fergusons Regie - und zugleich sein letzter Titel als Trainer von Manchester United.