Alexander Lukaschenko Diktator auf Abruf
Entfremdung trotz Nähe: Im Dezember 2009 zeigten sich der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko und sein russischer Amtskollege Dmitrij Medwedew noch vertraut. Doch inzwischen ist das Verhältnis deutlich abgekühlt. In Weißrussland stehen im kommenden Jahr Präsidentschaftswahlen an. Moskau mischt im Wahlkampf des Nachbarlandes kräftig mit - und sucht einen neuen Mann für Minsk.
Lukaschenko hält sich gerne alle Optionen offen: Einerseits orientiert er sich an seinen östlichen Nachbarn, andererseits versicherte er EU-Top-Diplomaten, Weißrussland strebe außenpolitisch eine "Festigung" der Beziehungen zu Europa an. Im vergangenen Jahr hofierte er EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner bei ihrem Besuch in Minsk.
Auch der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi war 2009 zu Gast in der weißrussischen Hauptstadt. Kritiker werfen Lukaschenko vor, er betreibe seit Jahren eine Schaukelstuhlpolitik zwischen Ost und West.
Die frühere US-Außenministerin Condoleezza Rice nannte Lukaschenko den "letzten Diktators Europas". Doch im Vatikan durfte der Politiker dennoch vorstellig werden. Mit seinem Sohn Kolja traf er Papst Benedikt XVI.