Fotostrecke "Wir waren schon immer unzertrennlich"
Sie sehen sich zum Verwechseln ähnlich und können doch ganz unterschiedlich sein: Der Fotograf Peter Zelewski porträtiert seit drei Jahren eineiige Zwillinge. Sie erzählen ihm von ihrer starken Bindung, aber auch von den Problemen, die das Zwillingsdasein mit sich bringt. Der 23-jährige Devontay sagt über die Beziehung zu seinem Bruder: "Als wir Kinder waren, wollte ich Astronom werden und Dijon Jurist. Aber jetzt studieren wir beide Betriebswirtschaft. Wir lieben es, Zwillinge zu sein. Nichts ist besser, als einen besten Freund und Bruder in einem zu haben. Der einzige Nachteil ist, dass uns Freunde manchmal verwechseln, wenn wir getrennt unterwegs sind. Das kann ganz schön unangenehm sein."
Delilah und Tululah, 13 Jahre
"Delilah ist meine beste Freundin und ich bin ihre. Das wollen wir nie ändern, wir wollen nie ohne einander sein. Ich fühle mich immer wohler, wenn wir zusammen sind. Wir gucken zusammen fern, machen uns gegenseitig die Haare und schlafen sogar im selben Bett. Wenn wir uns streiten, dauert es nie lange, weil wir tief im Inneren nicht getrennt sein wollen. Die Leute fragen immer, wie es ist, ein Zwilling zu sein, aber wie sollen wir das beantworten, wenn wir nicht wissen, wie es ist, kein Zwilling zu sein?"
Duke und Joe, 15 Jahre
"Ich erinnere mich an die erste Nacht, die wir als Kinder allein verbrachten: Ich fühlte mich so einsam und konnte nicht aufhören zu weinen. Heute sind wir sehr verschieden, aber gleichzeitig auch sehr ähnlich. Joe ist extravaganter als ich. Er liebt Make-up und möchte eines Tages Maskenbildner werden. Ich liebe Fotografie und stehe lieber hinter der Kamera. Das Beste am Zwilling sein ist, dass man sich nie Sorgen machen muss, missverstanden zu werden."
Allu und Naomi, 30 Jahre
"Als wir aufwuchsen, hatten wir das Gefühl, es wäre ein Fluch, ein Zwilling zu sein. Wir wurden immer als 'die Zwillinge' bezeichnet - egal ob wir zusammen oder getrennt unterwegs waren. Wir kämpften darum, eine individuelle Identität zu entwickeln."
Chloe und Leah, 13 Jahre
"Wir sind beste Freundinnen und Schwestern in einem. Wir haben eine starke Verbindung: Wir wissen immer, was die andere denkt, fühlt oder sogar träumt. Chloe ist einmal von unserem Hochbett gefallen und hat sich das Schlüsselbein gebrochen. Sie hatte schreckliche Schmerzen, weinte aber nicht einmal - doch ich konnte nicht aufhören zu weinen. Es war so, als ob ihr Schmerz auf mich übertragen wurde. Ich wusste genau, wie sie sich fühlt."
Clinton und Lee, 23 Jahre
"Wir waren schon immer unzertrennlich und haben uns von klein auf gleich gekleidet. Das kam bei unseren Lehrern in der Schule nie gut an. Sie hassten unsere Einheit und versuchten immer, uns besser auseinander zu halten. Sie sagten sogar zu unserer Mutter, dass wir uns nicht gleich anziehen sollten. Ich glaube, sie haben unsere Nähe missverstanden, aber das hat unsere Bindung nur gestärkt. Wir ziehen uns heute noch gleich an. Wenn ich einkaufen gehe, nehme ich immer zwei Teile von allem mit."
Kira und Taha, 15 Jahre
"Unsere Mutter erzählte uns, dass wir als Babys miteinander kommunizierten, ohne zu sprechen - indem wir Babygeräusche machten. Als wir klein waren, waren wir uns so nah, dass wir nie das Bedürfnis verspürten, viele Freunde zu haben. Jetzt wo wir älter sind, hätten wir gern eine andere beste Freundin. Das Problem ist, dass, wenn wir jemand Neues treffen, sie uns immer als eins sehen und nicht als Individuen."
Polly und Sophie, 27 Jahre
"Wir können uns gegenseitig die iPhones freischalten, weil wir fast identische Fingerabdrücke haben. Ein Arzt sagte mal, dass wir die eineiigsten Zwillinge sind, denen er je begegnet ist. Wir sind so identisch, dass wir nahezu ununterscheidbare DNA haben. Wir wären der größte Albtraum eines Gerichtsmediziners."
Var und Ronja, 22 Jahre
"Nur wenn du ein Zwilling bist, wirst du die enge Beziehung verstehen, die wir teilen. Wir sind Seelenverwandte, beste Freundinnen und lieben uns mehr als jeden anderen. Sich nicht zu haben ist etwas, woran wir nicht gern denken - das ist zu beängstigend."
Hermom und Heroa, 35 Jahre
"Wir wurden in Eritrea geboren und sind nach London gezogen, als wir sieben Jahre alt waren, um medizinische Hilfe zu bekommen. Wir sind nämlich beide im selben Alter taub geworden. Wir haben eine unzerbrechliche Verbindung: Wir beenden unsere Sätze, lesen unsere Gedanken und spüren den Schmerz der anderen." Zelewski hat mittlerweile 40 Zwillingspaare fotografiert. Für einen Bildband ist er nun auf der Suche nach weiteren Duos.