"All about Evil" Fratzen, Monster und Dämonen
Die Bremer Ausstellung "All about Evil" zeichnet die erstaunliche Karriere des Teufels nach. Dennoch packt die Schau die Faszination des Bösen zu zaghaft an
Exponat der Ausstellung "All about Evil": Das Jüngste Gericht - Himmel, Hölle und Auferstehung (Ägypten, 1997)
Adam und Eva: "Garden of Eden Dry Land" (Ghana, um 1975)
Märchenvorlage: Der Teufel mit den drei Goldenen Haaren
Wie ist das Böse entstanden? Wie sieht es aus? Wie geht man damit um? - kreist sie um die metaphysische Idee des Bösen.
Bereits in den vorkolonialen Kulturen Amerikas existierten Vorstellungen von Hexerei. Das Bild dieser Hexe ist aber eindeutig durch europäische Klischees geprägt.
Am Eingang sind kleine runde Spiegel so angebracht, dass der Besucher zunächst keine Monster-Fratzen erblickt, sondern das eigene Gesicht - wahrscheinlich die beste Antwort auf die Frage, woher das Böse kommt
"The Fall of Satan": Plakat von Diamond Success Ltd. Nigeria, um 2002
Pomba Gira sind göttliche Wesen und Geister von Prostituierten, die sich im Rahmen von Umbanda (Glaubensvorstellungen mit afro-brasilianischen Einflüssen) für das Böse verwenden.(Brasilien, Mitte 20. Jh)
Rangda-Maske: Rangda ist eine der Hexen auf Bali, die sich im ständigen Kampf mit Barong, dem Vertreter der guten Kräfte befindet. Barong tötet nicht, Rangda lässt sich nicht unterwerfen. Am Ende des Kampfes stehen Konflikt- und Interessenausgleich (Bali, Indonesien, um 1920)
Aufnahme von Zaubermitteln, die durch den Bremer Missionar Carl Spieß um 1900 in Togo gesammelt und beschrieben wurden.
Yama, der Gott der Unterwelt, straft Sünder. Diese werden gekocht, von Skorpionen gebissen oder aufgespießt. (Bali, Indonesien, vermutlich Anfang 20. Jh.)
Pan: Marmorner Kopf und Oberkörper (1./2. Jh.)
Der Erzengel Michael hat nicht nur den Kampf gegen den Teufel geführt, er ist laut Bildinschrift der Schutzpatron aller Gläubigen. In diesem Bild werden seine Augen durch die Größe betont. Ihnen wird eine bannende Wirkung gegen den bösen Blick zugeschrieben. (Äthiopien, um 1927)
Mamba Muntu ist eine afrikanische Meerjungfrau, die oft von einer Schlange begleitet wird. Sie verspricht denjenigen, die sie sehen, ein Vermögen. Aber der Reichtum wird auch oft von Ärger begleitet und kann sogar die Seele kosten. (Kongo, ca. 2000)