Alltag in der DDR Brötchen als Kaninchenfutter
Grillsaison: Bei uns in Thüringen war es für die vielen Kleingartenbesitzer im Sommer, wie hier 1988, eine schöne Tradition, Rostbratwürste zu grillen oder sogar Lamm oder Ferkel am Spieß zu braten. Diese Erzeugnisse wurden immer beschafft - und wenn nötig, mussten hierfür allerlei Beziehungen, die in irgendeiner Form jeder DDR-Bürger hatte und nutzte, herhalten.
Centrum-Warenhaus: In der DDR-Zeit war das Centrum-Warenhaus in Erfurt die zentrale Einkaufsstätte für die "Waren des täglichen Bedarfs" und alles, was für Haushalt und Kleidung benötigt wurde. Bestimmte Erzeugnisse waren aber permanent knapp und nur hin und wieder im Angebot. Großer Andrang herrschte, wenn neue Lieferungen von Mangelwaren ankamen. Das Kaufhaus wurde nach der Wende mehrmals umgebaut. Das Gebäude beherbergt heute eine Einkaufsgalerie namens "Anger 1". Foto etwa von 1965.
Leuchtendes Angebot: DDR-Lampengeschäft in der Langen Straße in Rostock, 1989.
Technik im Haushalt: Ein Technikgeschäft in der DDR in den achtziger Jahren. Kühlschränke und andere technische Haushaltsgeräte "made in GDR" wurden damals auch in den Westen exportiert und dort unter Handelsmarken vertrieben.
Unser erster Fernseher: Ende der fünfziger Jahre gab es in der DDR Fernseher nur auf Berechtigungsschein. Besonders die Kinder drängten uns, einen Apparat anzuschaffen. Ein guter Freund hatte schließlich bei einem Wochenendbesuch 1958 als Überraschung ein solches Stück im Gepäck: einen Apparat für 2000 Mark.
Kaufverhalten im Sozialismus: Bildete sich in der DDR irgendwo eine Schlange, erkundigte man sich, was es dort gab. Oder man stellte sich gleich erst einmal mit an, weil man mit seltenen Waren anderen ohnehin eine Freude machen konnte - egal, was es gab. Ein Foto von Siegfried Wittenburg, aufgenommen 1987 in Jena.