Als Luftwaffenhelfer in Berlin Sachsenkinder für die "Reichshauptstadt"
Flak-Ausbildung: Ausbildung junger Luftwaffenhelfer durch einen Flakoffizier am Flakfernrohr.
Flakbunker Humboldthain: Blick vom zerstörten Bunker auf die Trümmerschutthalde im Humboldthain. Die Sprengung des Bunkers erfolgte am 29. Juli 1947.
Flakhelfer: Ausbildung an der 2-cm-Vierlings-Flak 38 auf einem Flakbunker.
Göring und Adjutant Bodenschatz: Reichsmarschall Hermann Göring im Gespräch mit Admiral Rolf Carls. In der Mitte Görings Adjutant Karl-Heinz Bodenschatz.
Adolf Galland: Jagdflieger Adolf Galland mit Ritterkreuz und Eichenlaub. Wolfgang Waldau begegnete dem prominenten Flieger im Fahrstuhl.
Der G-Turm (Geschützturm) zur Fliegerabwehr und als Schutzraum: Der gewaltige graugrüne Betonklotz zwischen den Bäumen des Humboldthains war auf dem umlaufenden Balkon mit 2.cm-Einzel- und Vierlingswaffen bestückt, um die auf den oberen Plattformen der vier Ecktürme befindlichen 12.8 cm Doppelrohr-Flakgeschütze vor Tieffliegerangriffen zu schützen.
Während der Bombenangriffe auf Berlin, die ab März 1944 auch bei Tage erfolgten, donnerten die großkalibrigen Flak-Geschütze zusammen mit denen der baugleichen Geschütztürme im Friedrichshain und am Zoo, ohne jedoch die fortschreitende Zerstörung der Stadt Berlin aufhalten zu können.
Die Luftwaffenhelfer auf den Balkons waren Augenzeugen dieses vergeblichen Kampfes gegen die über die Stadt dahinziehenden Bomberpulks.
Bombersicheren Schutz boten fast nur die Flaktürme: Schon nach bedenklichen Luftlagemeldungen, die auch Zivilisten im Radio hören konnten (z.B. "starker Kampfverband bei Braunschweig Kurs Ost"), begann der Zustrom von in der Nähe wohnenden Berlinern zu den Flaktürmen, während wir Luftwaffenhelfer, ebenfalls schon in Alarmbereitschaft versetzt, oben auf den Balkons unsere Geschütze "gefechtsbereit" machten - hier auf dem Flakturm am Zoo.
Folgte dann das öffentliche Sirenensignal "Voralarm", beschleunigten sich die Schritte der Ankommenden, und vor dem Haupteingang stauten sich alsbald die Schutzsuchenden.
Ertönte "Vollalarm", wurde das Gedränge oft bedrohlich, vollends, wenn am westlichen Stadtrand schon die dortigen Flakbatterien zu schießen begannen. Dann sahen wir manchmal noch hohe Offiziere mit Biesen an ihren Hosen aus dem nahen Bendler-Block unten zum Tor eilen, während die Richtmaschinen der 12.8- Flakgeschütze über uns schon hörbar zu arbeiten begonnen hatten und deren Rohre nach Westen gerichtet wurden.
Wachdienst auf dem G-Turm vor "unserem" Geschütz: Wenn kein Geschützdienst stattfand, mussten wir reihum als Wachtposten oben bei den Flakwaffen Dienst tun, hier im kalten Februar mit einem "Übermantel" ausgerüstet, und stets mit Stahlhelm auf dem Kopf. Dem manchmal kontrollierenden Unteroffizier hatte man zackig Meldung zu machen, wer man war, und dass es "keine Vorkommnisse" gegeben habe.
Für das Foto hatten wir die wasserdichte Plane von unserer 2cm-Flakwaffe "Oerlikon", einem Schweizer Lizenzprodukt, entfernt.
Am Fenster einer LwH-Unterkunft: Wir Luftwaffenhelfer (LwHs) waren im G-Turm Humboldthain untergebracht, meist 8 oder 12 in einer Stube mit Doppelstockbetten und Blechspinden. Als Fenster dienten mannshohe Luken, die nachts und bei Alarm mit einer Stahlblende zu verschließen waren. Hier verzehrt LwH Otto M. gerade seinen "Nachschlag" leicht gesüßter Milchsuppe, die er in seinem Kochgeschirr aus dem Kasino mitgebracht hatte.
Der Blick aus dieser Luke ging nach Süden auf den L-Turm (Feuer-Leitturm), halb so breit wie der G-Turm, von dem aus mit zwei Radarschüsseln (davon eine mit einem Durchmesser von siebeneinhalb Metern!) und einem zehn Meter breiten optischen Zielgerät das Feuer der vier schweren Flakgeschütze auf dem G-Turm elektrisch gesteuert werden konnte.
Auch der L-Turm war auf seinem umlaufenden Balkon mit leichten Flak-Waffen bestückt, die von unseren Schulkameraden bedient wurden.
Geschütz-Exerzieren auf dem G-Turm: Neben einigem Schulunterricht nahm das Geschützexerzieren einen breiten Raum im Dienstplan ein; immer wieder wurden alle erforderlichen Handgriffe geübt.
So sollte der "K 1", der Richtschütze, auf seinem Sitz in der Lage sein, einen angreifenden Tiefflieger im Visier zu behalten. Um dies zu üben, waren an der Seitenwänden Linien aufgemalt, die er durch das Visier blickend entlangfahren sollte, das Geschütz mit den Kurbeln bewegend.
Groschen als Tageslöhnung: Wie richtige Soldaten erhielten wir Luftwaffenhelfer "Löhnung" - für die fünf Groschen pro Tag konnten wir uns dann allerdings nur Dropsrollen in der Kantine kaufen. 1944 wurden die Münzen bereits aus Zink hergestellt, auch für uns ein deutliches Zeichen für den zunehmenden Mangel in allen Bereichen des Lebens. Ein "Endsieg" für Zinkmünzen - konnte das noch werden?