Als Trainee im Outback Geldschein auf dem Lenkrad
Australien im Superboom: Der rasante wirtschaftliche Aufschwung in Ländern wie China, Indien oder Brasilien hat die Nachfrage nach Eisen und Kohle in unbekannte Höhen getrieben - und einige der größten Vorkommen finden sich in der rostroten Erde Australiens. Allein für den Bau neuer Minenanlagen und der dazugehörigen Infrastruktur benötigt die australische Baubranche im kommenden Jahr 83.000 neue Arbeitskräfte. Dazu kommen Stellen für rund 30.000 Ingenieure. Georg Gastig weiß, wie es ist, im Outback zu arbeiten. Der Geologiestudent hat direkt nach seinem Studium in einer australischen Mine als Trainee angefangen. mehr...
Guter Verdienst, wenig Abwechslung: Essen im "Foodhole", Bier in der "Wetmess", Facebook oder Fitnessübungen - damit verbringen Minenarbeiter ihre Feierabende im australischen Outback. Obwohl Gastig als Trainee 8000 Euro im Monat verdiente, war er nicht wirklich glücklich. Noch heute sind Gastigs Freunde erstaunt, wie lange er es in der Mine aushielt: fünf Jahre. Seit wenigen Monaten ist er wieder zurück. Er hat eine Stelle in Zürich gefunden.
Endstation Hafen: Eisen und Kohle werden mit Zügen zur Küste transportiert, dort werden die Rohstoffe auf Schiffe umgeladen. Ein vollbeladener Zug wiegt rund 31.000 Tonnen und ist im Schnitt 2,4 Kilometer lang.
Lok ohne Führer: Ab 2014 sollen fahrerlose Züge die Rohstoffe an die Küste bringen. Das Bergbauunternehmen Rio Tinto hat in die Entwicklung 518 Millionen US-Dollar investiert.
Aufsteiger: Adam Lewis ist studierter Hotelfachmann. Er wechselte die Branche, als er herausfand, dass man in einer Mine das dreimal so viel verdienen kann wie in einem Hotel. Er fing ganz unten an, rupfte im Outback für Explorationsteams Büsche aus, trug Sandsäcke durch die sengende Hitze: "Bereits im ersten Jahr verdiente ich ein Drittel mehr als in meinem alten Job."
Schrecklich schön: Eine Mine ist ein einsamer Arbeitsplatz. Die größte Gefahr im australischen Bergbau seien Unfälle auf der Schotterpiste - und die Einsamkeit, sagt Minenarbeiter Adam Lewis.
Die Minenarbeiter schuften unter extremen Bedingungen. Es ist 38 Grad heiß, Fliegen kriechen über die Lippen, in die Ohren, in die Nase.
Das Bergbauunternehmen Rio Tinto fördert in der Pilbara Region jedes Jahr 225 Millionen Tonnen Eisen, bis 2015 soll die Produktion auf 353 Millionen Tonnen gesteigert werden.
Pausenlos: Rio Tinto betreibt in West-Australien 14 Minen mit mehr als 100.000 Angestellten. Viele Maschinen sind Hunderte Tonnen schwer und rattern Tag und Nacht. Einige dröhnen so laut wie sechsspurige Autobahnen.
Roter Staub auf neongelben Schutzkleidern ist der Einheitslook im Outback. Ingenieur oder Arbeiter, das macht hier keinen Unterschied. Der Alkohol ist für alle Mitarbeiter begrenzt, aus Sicherheitsgründen. Immer mittags donnern die Sprengungen.