Alte MP3-Player - DER SPIEGEL
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Klobig, hässlich, heißgeliebt Alte MP3-Player

MP3 hat die Musikbranche für immer verändert - vor 20 Jahren wurde das Format erfunden. Hier erinnern wir uns an unsere alten MP3-Player, an neue Freiheit und kaputte Kopfhörerbuchsen.
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Mein erster iPod

Es muss 2003 gewesen sein, als ich mir diesen Player leistete. Eigentlich wollte ich schon lange einen haben, aber erst als ich das Angebot bekam, ein iPod-Buch zu schreiben, hatte ich eine gute Begründung, Hunderte Euro zu investieren. Für das viele Geld bekam man damals allerdings auch noch viel. Dem iPod mit seiner 30-GB-Festplatte lagen ein Firewire-Netzteil, eine Dockingstation, eine Gürteltasche, Kopfhörer und eine Kabelfernbedienung bei.

Im Laufe der folgenden Jahre speckte Apple bei der Ausstattung immer mehr ab. Heute ist der alte iPod leider kaum noch zu gebrauchen, was schlicht am Akku liegt. Voll aufgeladen hält er noch ungefähr eine Minute durch. Ob ich wohl irgendwo einen Austauschakku auftreiben kann?

(Matthias Kremp)

Foto: SPIEGEL ONLINE
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Mein Bloß-kein-iPod

Meinen ersten MP3-Player habe ich mir 2004 gekauft. Die einzige Maßgabe: Es durfte kein iPod sein. Ich arbeitete bei einer Tageszeitung im Ressort Wissenschaft und Technik und das beinhaltete eine tägliche Gadget-Seite. Da mein Chef Apple-verrückt war, mussten wir jede winzige iPod-Meldung bringen. Gefühlt waren es zehn pro Woche.

Also kaufte ich mir einen iRiver. Welches Modell es war, weiß ich nicht mehr. Größe und Form entsprachen etwa einer halben Streichholzschachtel. 1 oder 2 GB Speicher müsste er gehabt haben. Ein paar Jahre später ist der Kleine von mir gegangen und machte einem Samsung YP-K3 Platz. Der ist heute noch im Einsatz.

Wenn ich daran zurückdenke, wie ich vor einem dreimonatigen Praktikum verzweifelt versuchte, möglichst viele meiner CDs in die eh schon schwere Reisetasche zu stopfen, staune ich manchmal noch darüber, was für eine Musik-Menge man mit einem MP3-Player dabei haben kann.

(Nina Weber)

Foto: SPIEGEL ONLINE
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Mein Filesharing- und Chatprogramm

Als Napster kam, saß ich an der Quelle. Mein damaliger Arbeitgeber, eine deutsche Universität, hatte schon damals ein schnelles Glasfasernetz und die Freiheiten all jener, die damals an Universitätsrechnern saßen, waren noch weit größer als heute. Man konnte sich zum Beispiel einen Napster-Client installieren und hatte so plötzlich Zugriff auf die MP3-Sammlungen von anderen rund um die Welt. Ich war nicht der einzige, der diese Möglichkeit nutzte. Das Unrechtsbewusstsein wegen solcher Urheberrechtsbrüchen kam erst später. Wir waren doch nur so wenige, das konnte doch niemandem schaden.

Napster war auch die erste globale Musik-Community: Eine integrierte Chatfunktion erlaubte es, sich auch mit demjenigen zu unterhalten, dessen Festplatte man da gerade plünderte, von Fan zu Fan, was oft faszinierend war.

Ich erinnere mich an ein Gespräch über Sigur Ros mit einem Bewohner des Heimatlandes der Band, Island. Er berichtete begeistert von einem Konzert in einer stillgelegten Kirche, bei dem er gerade erst gewesen war, Sigur Ros live, beleuchtet nur von ein paar Tausend Kerzen. Ich war ausgesprochen neidisch. Sigur Ros mag ich immer noch - heute höre ich ihre Musik aber über einen kostenpflichtigen Streamingdienst.

(Christian Stöcker)

Foto: AP
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Mein Radio für unterwegs

Zu meinem Geburtstag, es könnte der fünfzehnte gewesen sein, bekam ich meinen ersten MP3-Player: einen Creative Zen Micro. Der hatte im Gegensatz zum iPod ein Radio. Das war mir damals sehr wichtig, denn ich besaß nicht sonderlich viel Musik.

Am Anfang war ich begeistert von dem Gerät. Der FM-Empfänger war zwar miserabel, doch das störte mich nicht weiter. Es war einfach faszinierend, unterwegs Radio zu hören - da nahm ich das Rauschen gerne in Kauf. Außerdem wuchs meine MP3-Sammlung langsam an.

Alsbald stellte sich jedoch die Kopfhörerbuchse des Zen zwischen mich und den Musikgenuss. Immer wieder ging sie kaputt. Drei Mal konnte ich das Gerät noch umtauschen, bis schließlich die Garantie erloschen war.

(Moritz Stadler)

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Mein teurer Technik-Flop

Zur Jahrtausendwende brachte Iomega den HipZip-Player heraus. Der Clou sollte sein, dass man den Speicher mit den 40 MB fassenden Clik!-Disketten nach Belieben erweitern könne. Das war verlockend, passten auf ein solches Medium doch bis zu 80 Minuten MP3-Musik. Das Problem: Der Listenpreis lag bei der Einführung in Deutschland bei 900 Mark, also rund 450 Euro. Zwei Disketten wurden mitgeliefert, jede weitere kostete 25 Mark. Ich habe es auf vier Clik!-Disks gebracht, viel zu wenig, um meine Musiksammlung auch nur ansatzweise mobil zu machen.

Während der HipZip langsam billiger wurde, stiegen viel schneller die Kapazitäten der Konkurrenzmodelle ohne Wechselmedium. Heute gilt das Gerät als einer er großen Flops der Technikgeschichte. Mein Exemplar hat bestenfalls noch Liebhaberwert, denn das passende Netzteil ist irgendwo auf dem Weg durch die Zeit verlorengegangen.

(Matthias Kremp)

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Meine schwarz-grüne Lieblingssoftware

Früher hatte ich, wenn ich Musik hören wollte, etwas an der Stereoanlage angemacht und mich dann aufs Sofa gesetzt. Doch dann kamen MP3s und das Musikhören verlagerte sich an den Schreibtisch, an den Computer. An die Stelle des CD-Players trat immer öfter ein kleines schwarzes Programmfenster mit grüner Schrift: Winamp.

Die Software öffnete sich auch auf meinem Studentenbudget-Desktop-PC so schnell und reibungslos wie es das sich verändernde Hörverhalten erforderte. Denn dank des schnellen Zugriffs auf immer mehr Lieder - über den Beitrag von anderen Programmen wie Napster, Audiogalaxy oder Soulseek dazu wollen wir lieber nicht reden - lief Musik entweder nebenbei in langen Playlisten, als Radioersatz, oder extrem bewusst ausgewählt und bei Missfallen auch schnell wieder verworfen.

Es sind die beiden Hörmodi, die heute noch die Nutzung von den Streamingdiensten bestimmen dürften, die längst Winamps Rolle beim Musikhören am Computer übernommen haben. Aber inzwischen sitze ich dann und wann auch wieder gern mal für eine Albumlänge auf dem Sofa. Andere auch: Der Vinyl-Boom ist die Gegenbewegung zum nervösen Durchklicken am PC, eine Art musikalisches Slow Food.

(Felix Bayer)

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Meine Jederzeit-Jukebox

Den Muvo V100 mit Textdisplay und Scrollrad hatte ich gleich zweimal: einmal in Schwarz und, nachdem der erste den Geist aufgab, einmal in Weiß. Mir war es total wichtig, einen Player mit Batteriefach zu haben, denn damals traute ich kaum etwas weniger als Akkus. Lieber schleppte ich zwei, drei Batterien mit und gab ständig Geld für neue aus.

Welche MP3s zuletzt auf dem Player waren, weiß ich nicht - mein Rechner erkennt das USB-Teil nicht mehr. Auch die Batterieklappe auf der Rückseite fehlt, ein Klebeband muss aushelfen.

Ich vermute, auf dem Gerät lagern Trance-Stücke, die ich ihrerzeit auf DJ-Seiten gekauft habe, mit einer extra dafür beantragten Kreditkarte. Mein Lieblingsportal hieß Beatport, weil ich dort MP3s in einer Qualität von 320 Kbps bekam. Dank meines Billigkopfhörers klangen die ehrlich gesagt auch nicht besser als andere Songs. Sie nahmen nur mehr Platz weg.

(Markus Böhm)

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Meine iTunes-Vorgänger

Um die Jahrtausendwende hatten es Mac-Anwender wie ich nicht leicht, sich zu entscheiden: Sollte man jetzt die Audion-Software vom charmanten Shareware-Duo Panic nehmen oder doch lieber das kommerzielle SoundJam MP3 Beide hatten ihre Vorzüge. Audion lockte mit einem ungewöhnlichen, halbtransparenten Interface und einem MP3-Editor. SoundJam MP3 dagegen fügte sich nahtlos ins Apple-Design ein und bot eine einfach bedienbare Funktion, um CDs in MP3 umzuwandeln.

Letztlich übernahm Apple die Entscheidung: Im Sommer 2000 erwarb der Konzern die Rechte an Soundjam MP, ließ dessen Entwickler bei sich weiterarbeiten und präsentierte Anfang 2001 iTunes 1.0. Die beiden Entwickler von Audion hingegen stellten die Entwicklung ihrer Player-Software ein paar Jahre später ein, gegen iTunes hatten sie keine Chance. Bis heute entwickeln sie Programme für Macs und iPhones.

(Matthias Kremp)

Foto: Apple
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