Aluminium-Abfall Die rote Flut
Anwohner im Oktober 2010 vor einem Haus im ungarischen Kolontár: Der Ort wurde von hochgiftigem Rotschlamm aus einer Tonerdefabrik überschwemmt. Aus Angst vor einer weiteren Welle wurde das Dorf komplett evakuiert.
Der Schlamm hatte die Gegend um Kolontár, rund 160 Kilometer südwestllich der Hauptstadt Budapest, in eine gespenstische rote Trümmerlandschaft verwandelt.
Katastrophengebiet: Der rote Schlamm verunreinigte mehrere Flüsse und erreichte einige Tage nach der Katastrophe auch die Donau.
Ein vom Schlamm rot gefärbtes Feld nahe der Stadt Kolontár in Ungarn: Die Böden in der Gegend waren nach Angaben von Greenpeace durch Cadmium belastet.
Ein Soldat trug bei Arbeiten am 5. Oktpber die angemessene Schutzausrüstung, als er nach dem Chemieunfall durch den roten Schlamm in Devecser watete.
Zahlreiche Helfer kamen in den ersten Tagen in die betroffenen Orte - mit der entsprechenden Sicherheitsausrüstung.
Die Einwohner der betroffenen Dörfer in Westungarn waren hingegen nicht ausreichend geschützt. Einige trugen Plastikhandschuhe, doch viele arbeiteten mit bloßen Händen, wie hier in Kolontár. Schaufel für Schaufel, Eimer für Eimer, Schubkarre für Schubkarre schafften sie den roten Schlamm aus ihren Häusern.
Schaufeln im Rotschlamm: Anfangs mussten die Helfer mit einfachsten Mitteln gegen die Katastrophe kämpfen.
So sah das mit Rotschlamm gefüllte Becken der Firma MAL bei Ajka, rund 160 Kilometer südwestlich von Budapest, vor dem Unglück aus.
Hunderte Kilogramm verendeten Fisches wurden aus dem Fluss Marcal geholt. Nach dem schweren Chemieunfall war das Ökosystem zerstört.
Die zähflüssige Masse hatte alles fest umschlossen. Diese Gegenstände lagen in einem Haus in Kolontár.
Ein ungarischer Feuerwehrmann versuchte, mit einem Hochdruckreiniger eine vom Schlamm verschmutzte Straße zu säubern. Gummistiefel und Handschuhe waren nur ein notdürftiger Schutz.
Teile des gebrochenen Deiches: Experten der EU machten sich am Unglücksort ein Bild vom Ausmaß der Katastrophe.
Tagelang versuchten die Menschen, zu retten, was zu retten war. Doch die von der Flut getroffenen Häuser waren nicht zu reinigen, die Anwohner mussten wegziehen. Einige verließen die Gegend ganz, andere kamen übergangsweise bei Verwandten und Freunden unter.
In einem Laden in Devecser reinigten zwei Frauen den Boden.
Zahlreiche Tiere kamen in den Fluten um, wie diese Katze.
Vielen Anwohnern blieb nur eines übrig: Sie mussten einen Großteil ihres Besitzes wegwerfen.
Tunde Erdelyi (l.) konnte ihre Katze retten. Janos Kis (r.) kümmerte sich um den überfluteten Garten ihres Hauses in Devecser.
Die beiden versuchten, die Wand ihres Hauses zu reinigen.
Freiwillige Helfer aus ganz Ungarn unterstützten die Anwohner bei den Reinigungsarbeiten, wie hier am 13. Oktober in Devecser.