Amerikas Truppenunterhalter - DER SPIEGEL
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Für das Publikum in Uniform Stars und Sternchen an der Front

An der Front wurde gestorben, im Camp wartete der Glamour: Vor siebzig Jahren wurde die Uso gegründet. Marilyn Monroe, John Wayne, Bruce Willis - hunderte Stars wurden von der Entertainment-Organisation in Kriegsgebiete geschickt, um die Truppenmoral zu heben. einestages zeigt die legendärsten Auftritte.
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Marilyn Monroe bei einem Auftritt 1954 für die US-Truppen in Korea. Über den Auftritt soll sie später gesagt haben, an den Reaktionen der Soldaten habe sie gemerkt, dass sie jetzt wirklich ein Star sei. Die GIs hatten Monroe im Korea-Krieg zum beliebesten Pin-up gekührt, doch als die Blondine zu ihrem spontanen Besuch vorbeischaute, war die blutige Auseinandersetzung zwischen Nord und Süd bereits vorbei.

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Blonder Engel: Als Marlene Dietrich 1945 US-Soldaten auf einem Kriegsschiff im Hafen von New York besuchte, hatte sie auch schon Auftritte in viel gefährlicheren Gegenden der Welt hinter sich. So trat Dietrich unter anderem in den Ardennen auf und noch im März nahe den feindlichen Linien in Deutschland. Für ihren Mut und ihr Engagement wurde die Sängerin in die "Légion d’honneur" aus Frankreich aufgenommen und erhielt den "Operation Entertainment Medal" von den USA.

Foto: AP
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Auf Händen getragen: Die deutsche Schauspielerin und Sängerin Marlene Dietrich besuchte 1945 US-Soldaten auf einem Kriegsschiff im Hafen von New York. Dietrich, Tochter eines deutschen Polizisten, war seit 1939 US-Staatsbürgerin.

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Entertainer Bob Hope mit seinem Golfschläger und der Les Brown's Band bei einem Auftritt 1967 in Vietnam. Der 2003 verstorbene Schauspieler trat an derart vielen Kriegsschauplätzen rund um die Welt auf, dass er gern witzelte "Where there's death, there's Hope" (Wo Tod ist, das ist auch Hoffnung; oder eben Hope).

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Für die Uso zeigte Bob Hope immer vollen Körpereinsatz. So trat er am 12. Februar 1968 im fast ausverkauften Madison Square Garden in New York gegen den ehemaligen Boxweltmeister Rocky Marciano an. Schiedsrichter bei dem Schaukampf war der Sänger Bing Crosby, während die "Bezaubernde Jeannie", Barbara Eden sich als Krankenschwester um die Kämpfer kümmerte. Hopes Einsatz für die Uso war gigantisch: Er trat selbst auf, überredete Stars, das Gleiche zu tun und sammelte mit unermüdlichem Einsatz auch Spenden ein.

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Entertainment-Soldat: Für seinen unermüdlichen Einsatz für die Uso erhielt der Entertainer Bob Hope am 24. Oktober 1964 eine Auszeichnung von General Dwight D. Eisenhower. Im Laufe seiner Karriere trat er in unzähligen Uso-Shows auf und wurde 1996 auch zum "Ersten und Einzigen Ehrenveteran der US-Armee" ernannt.

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Striptease-Santa: Für die fünfziger Jahre geradezu frivol lupfte die Schauspielerin Terry Moore während der Uso-Weihnachtsshow 1953 vor den amerikanischen Soldaten in Korea ihren Rock. Noch mehr Aufruhr verursachte sie allerdings bei dieser Gelegenheit durch ihren Auftritt in einem weißen Hermelin-Badeanzug.

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Morton Downey begleitet sich selbst auf dem Klavier bei einem Auftritt 1944 in der Londoner "Stage Door Canteen". Was die Bühne für seinen Auftritt angeht hatte es der Sänger in diesem Fall gemütlich, viele seiner Kollegen waren für die Uso direkt an der Front unterwegs und nutzten dort beispielsweise LKW-Ladeflächen als Bühne.

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Da entlang: Der Sänger Morton Downey lässt sich während seines Besuchs in London 1944 von einem englischen Bobby den Weg zeigen. Nachdem die Uso 1941 gegründet worden war, reisten viele berühmte Stars noch während des Zweiten Weltkriegs rund um die Welt, um den amerikanischen Soldaten ein Stück Heimat an die Front zu bringen.

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Reisen, Wohnen, Unterhaltung: Die Uso bringt den Soldaten nicht nur Unterhaltung an die Front, sondern sorgt auch auf anderen Wegen für eine gute Verfassung der Truppen. So können sich reisende Soldaten an diesem Stand an der Pennsylvania Station in New York 1955 weiterhelfen lassen. Die Uso bietet bis heute Soldaten und ihren Familien auch Ausflüge, Kurzreisen und Telefongespräche oder einfach nur ein Gespräch und einen Kaffee.

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Der auch Mr. Las Vegas genannte Wayne Newton (hier im November 2001 während seiner Show im Stardust Hotel & Casino) ist schon vor Soldaten in jedem militärischen Konflikt seit dem Vietnamkrieg aufgetreten und war der erste, der für die Uso nach Afghanistan reiste. Newton ist als Nachfolger Bob Hopes auch verantwortlich für die Rekrutierung der Stars und Talente für die Uso.

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Das Bunny und die Marines: Bevor die Besatzung des Landungsschiffes USS "Ogden" zu ihrem Ziel aufbrechen sollte, bekam sie am 30. November 2001 im Hafen von San Diego noch Besuch von verschiedenen Stars - unter anderem dem ehemaligen Playboy-Model Barbie Benton.

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Lachen gegen den Krieg: Nicht nur Musiker treten für die Soldaten auf. So ist Robin Williams, hier bei einer Comedy-Nummer im Dezember 2003 auf dem Flughafen von Bagdad, regelmäßig für die Uso unterwegs. Williams selbst ist immer gegen Krieg gewesen und hatte auch nie einen Hehl aus seiner Abneigung gegen den damaligen US-Präsidenten George W. Bush gemacht. Aber es gehe ihm bei seinem Engagement um die Soldaten, "ich kann nur jedem empfehlen: Geht dort hin. Es sind beeindruckende Menschen."

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Dass Schauspieler Bruce Willis auch singen kann, bewies er im September 2003 auf einem Stützpunkt der US-Luftwaffe in der Golfregion. Begleitet wurde er dabei von seiner Bluesband "The Accelerators" und dem Gründer und Vorsitzendem der Doughnut-Kette "Krispy Kreme", Bruce DiMattia. "Wenn Ihr Saddam fangt, gebt mir vier Minuten allein mit ihn", war der legendäre Spruch, den Actionheld Willis den Soldaten zurief.

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Spaghettiträger und Stahlhelm: Nicht nur große Stars treten im Dienste der Uso vor den Soldaten auf, auch diejenigen, deren Karriere erst in den Startlöchern steht, nutzen gern das dankbare Publikum in Uniform. So auch Miss Florida Kristen Berset, die bei einer Veranstaltung in Camp Pendleton in Kalifornien am 1. April 2004 von einem Panzer winkt.

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Jett im Jet: 1999 reiste Rocksängerin Joan Jett mit ihrer Band nach Italien, Bosnien, Ungarn, in die Türkei und den Oman, um vor Soldaten aufzutreten. Das Bild entstand am 19. Mai 1999 auf dem Luftwaffenstützpunkt Gioia Del Colle in Italien.

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Rock 'n' Roll auf dem Flugzeugträger: Der ehemalige US-Präsident George Bush sen. durfte die Rockband "Hootie And The Blowfish" ansagen, als sie am 5. Dezember 1998 ihren Auftritt auf der USS "Enterprise" im Persischen Golf hatte. Die Bush-Dynastie ist eng verwoben mit der Uso. Bushs Vater Prescott war der zweite Vorsitzende in der Geschichte der Organisation.

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Das All-American-Girl: Immer beliebt bei den Soldaten sind die Auftritte der Sängerin Jessica Simpson, die mit der Uso schon in Bosnien, Afghanistan, Irak, Kuwait und Deutschland war. Hier singt sie während eines Auftritts im Weißen Haus im November 2001 für die Truppen.

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Diven für die Truppe: Sängerin Katy Perry trägt ihre eigene Interpretation einer Uniform bei "VH1 Divas Salute the Troops" am 3. Dezember 2010 im kalifornischen Miramar.

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Kleiner Mann vor großer Bühne: Mickey Rooney (eigentlich Joe Yule Jr.) war in den dreißiger Jahren ein populärer Kinderstar in Hollywood. Der rothaarige Spross einer Artistenfamilie spielte in MGM-Produktionen meist die Rolle des "all-American boy" - immer witzig, immer musikalisch, immer liebenswürdig.

Während des Zweiten Weltkriegs war er für die Uso erstmals in der Truppenbetreuung tätig und spielte auch im besetzten Deutschland, hier 1952 in Korea. Wenige Jahre später versuchte Rooney in Korea die GIs mit Späßen und Parodien vom Kriegsalltag abzulenken.

1983 erhielt er einen Ehren-Oscar für sein Lebenswerk und noch heute steht der 157 Zentimeter kleine Mime vor der Kamera.

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Mit vollem Einsatz: Starlet Deenah Marie Prince gibt alles, um die Soldaten in Korea zu unterhalten. Die Tänzerin wirkte in den fünfziger Jahren in diversen Burlesque-Filmen mit, unter anderem in "Dream Follies" und "Tijuana after Midnight".

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Farbenfrohes Ensemble: Eine Künstlergruppe der Uso gibt 1953 in Korea ein Musikstück zum Besten - die Soldaten lauschen und fotografieren.

Foto: Ralf Klee
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Zeltmelodie: In einem dunklen Armeezelt trägt eine Künstlerin vor Soldaten 1953 in Korea ein Lied vor; akkustisch begleitet wird sie von zwei Musikern, die im Hintergrund Gitarre und Akkordeon spielen.

Foto: Ralf Klee
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