Rollstühle, Alkohol und Sonnenbrand An den Stränden von Benidorm
Als Fotografin María Moldes vor vier Jahren in die Nähe des Badeortes Benidorm an der Costa Blanca umzog, verbrachte sie viele Stunden an den Stränden dort und hielt ihre Eindrücke mit der Kamera fest. Entstanden ist eine Sammlung teils absurder Bilder.
Renter, Familien und junge Leute aus unterschiedlichen Ländern genießen hier die Sonne, das reichliche Freizeitangebot und billige Getränke.
Die Strände von Benidorm platzen im Hochsommer aus allen Nähten, Moldes legt ihren Fokus aber auf einzelne Menschen und Szenen und zeigt weniger den Trubel.
Im Vordergrund ein Rollstuhl, im Hintergrund zwei trinkende Männer in der Sonne.
Der Badeort kann mit 300 Sonnentagen im Jahr aufwarten. Diese Person schützt sich mit einem Handtuch.
Noch in den Fünfzigerjahren war Benidorm ein lauschiges Fischerdorf, Pedro Zaragoza Orts, der von 1950 bis 1967 Bürgermeister war, verwandelte den Ort jedoch in eine Touristenhochburg. 1959 eröffnete das erste große Hotel.
Heute herrscht hier pro Einwohner gerechnet, eine der größten Hochhausdichten der Welt, gleich hinter dem Strand ragen Dutzende Hotelburgen dicht an dicht gebaut in den Himmel. Wegen seiner Skyline wird der Ort auch "spanisches Manhattan" genannt.
Mit dem Titel ihrer Serie "Radioactive Life" will Moldes die Energie des Ortes veranschaulichen, das Gefühl von Hitze und die fluoreszierenden Farben.
"Ich habe versucht, die Person wie einen Riesen aussehen zu lassen, der die Erde erreicht hat und alles zerstören will", sagt Moldes.
Moldes inszeniert nicht, bittet niemanden zu posieren. "So eine Art von Fotografie, kann nicht gestellt werden. Es würde die Bilder kaputt machen."
Moldes fotografiert oft ältere Menschen, sie sehe ihrer Bilder als ein Spiegel der Gesellschaft, in der sie lebt: "Spanien hat eine der ältesten Bevölkerungen der Welt, und das zeigt sich in den Straßen und Stränden."
Obwohl Moldes mittlerweile umgezogen ist, verbringt sie immer noch viel Zeit an den Stränden von Benidorm: "Die Leute dort hören nicht auf, mich zu überraschen."