Anders Behring B.: Das Web und der Massenmörder - DER SPIEGEL
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Anders Behring B. Das Web und der Massenmörder

77 Tote hat der Amoklauf des Anders Breivik gefordert, kaum ein Ereignis der letzten Jahre hat das Web so spontan bewegt wie der Massenmord von Norwegen. Im Internet sucht die Wut gegen rassistische Irre und radikale Nationalisten ihren Ausdruck. Möglich, dass Breivik genau das provozieren wollte.
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Adretter Biedermann: Wie die Öffentlichkeit ihn kennenlernen sollte, hat Anders Breivik mit der Auswahl der Fotos auf seiner Facebook-Seite selbst bestimmt. Die Seite entstand erst vier Tage vor den Attentaten und war wohl als digitale Visitenkarte des Amokläufers gedacht.

Foto: Getty Images/ Facebook
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In knapp 17 Stunden zusammengestellt, bietet sie ideologische Versatzstückchen und Hinweise: Bücher, Filme, Musik - das alles scheinen Angebote für die Interpretation der Untat zu sein. Den Angaben zu seiner Person ist somit noch weniger zu trauen als sonst üblich: Diese Seite zeigt, wie er gesehen werden will, sonst nichts. Ihren Effekt...

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...gewinnt die Seite durch den Kontrast mit den grauenhaften Taten von Oslo und Utøya. Die Polizei geht bisher davon aus, dass Breivik als Einzeltäter gehandelt habe. Der Sprengstoff für das Attentat in Oslo könnte Düngemittel-basiert gewesen sein und aus Breiviks eigenem landwirtschaftlichen Betrieb stammen. Die Waffen,...

Foto: AP / Scanpix
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...die Breivik für das wenig später folgende Massaker auf der Ferieninsel Utøya benutzte, waren zumindest zum Teil auf ihn zugelassen. Was dort geschah, ist beinahe beispiellos: Als Polizist verkleidet rief Breivik die Teilnehmer eines Jugend-Ferienlagers zusammen und eröffnete dann das Feuer, tötete mindestens 84 von ihnen. Das Feriencamp...

Foto: AP/ Mapaid/ Lasse Tur
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...war wohl ins Visier des Amokläufers geraten, weil es von Norwegens sozialdemokratischer Partei veranstaltet wurde - in Anders Breiviks verquerer Denke "Kulturmarxisten", weil sie die "Islamisierung" Norwegens unterstützten. Breivik ging es offenbar um eine Polarisierung der Gesellschaft, um einen Konflikt Nationalisten gegen "Internationalisten" einzuleiten.

Foto: FABRIZIO BENSCH/ REUTERS
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Und polarisiert hat er: Nicht nur bei Facebook, aber vor allem dort entstehen derzeit alle paar Minuten neue Hass-Seiten gegen Breivik,...

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...Kondolenzseiten und solche, auf denen bereits Möglichkeiten von Reaktionen diskutiert werden. Genau das...

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...hat Anders Breivik möglicherweise provozieren wollen: Harte Maßnahmen gegen "rechts", um eine weitgehend uneinige Rechte zu "solidarisieren", unter einem Dach zu "konsolidieren". Darüber...

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...sponn der selbsternannte politische Analytiker bereits 2009 und 2010 in zahlreichen Forenbeiträgen der rechtslastigen, anti-muslimischen Plattform Document.no. Die Redaktion hat sich inzwischen von Breivik distanziert. Am Samstag berichtete Document.no zwar über das von Breivik verübte Massaker, erinnerte mit dem Titelbild aber an das von Islamisten verübte Attentat von Madrid im Jahre 2004.

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