Deutsche Grand-Slam-Sieger In einer Reihe mit Becker und Graf
Die deutsche Tennis-Erfolgsgeschichte begann am 3. Juli 1931 mit dem Sieg von Cilly Aussem im Finale der French Open gegen Betty Nuthall. Es war der erste deutsche Einzelerfolg bei einem Grand-Slam-Turnier. Aussem gewann zudem im selben Jahr noch das Dameneinzel von Wimbledon, nachdem sie 1930 gemeinsam mit Bill Tilden bereits beim Mixed in Paris erfolgreich war.
Nur drei Jahre später schaffte es Gottfried von Cramm als erster männlicher deutscher Tennisspieler, das Einzel in Wimbledon und damit bei einem Grand-Slam-Turnier zu gewinnen. Diesen Erfolg wiederholte er im Jahr 1936. Außerdem gewann von Cramm 1933 gemeinsam mit Hilde Krahwinkel-Sperling das Mixed in Wimbledon, sowie 1937 die Doppelwettbewerbe bei den French Open und US Open jeweils zusammen mit Henner Henkel.
Ende der dreißiger Jahre setzte eben dieser Henner Henkel die Erfolgsgeschichte der deutschen Tennis-Herren fort und gewann 1937 neben seinem Sieg im Doppel von Paris auch das Einzel der French Open. Der zweite Doppel-Erfolg mit Gottfried von Cramm sollte sein letzter bleiben, denn Henkel kam bei der Schlacht um Stalingrad im Zweiten Weltkrieg ums Leben.
Auch Hilde Krahwinkel-Sperling konnte neben ihrem Mixed-Erfolg mit von Cramm auch Einzelsiege verbuchen. Sie gewann 1935, 1936 und 1937 die Einzelwettbewerbe der French Open gleich dreimal in Folge.
Eine der jüngeren deutschen Tennis-Sensationen gelang Michael Stich. Im Jahr 1991 schlug er Boris Becker im rein deutschen Wimbledon-Finale.
Doch bevor Becker seinem Landsmann Stich 1991 unterlegen war, sicherte er sich 1985, 1986 (Bild) und 1989 bereits dreimal den Pokal im Einzel von Wimbledon. Außerdem gewann er 1989 die US Open und sowohl 1991 als auch 1996 die Australian Open.
Im Jahr 1989 schaffte Becker gemeinsam mit Steffi Graf den bisher größten Erfolg der deutschen Tennis-Geschichte, als beide im Wimbledon-Einzel gewannen.
Für Graf begann damals eine außergewöhnliche Karriere: 1988, 1989, 1990 und 1994 gewann sie in Australien. 1987, 1988, 1993, 1995, 1996 und 1999 war sie die Beste der French Open. In Wimbledon siegte Graf neben dem Triumph von 1989 in den Jahren 1988, 1991, 1992, 1993, 1995 und 1996 noch sechs weitere Male.
Bis zum nächsten deutschen Grand-Slam-Erfolg vergingen 20 Jahre. 2016 gewann Angelique Kerber die Australian Open. In einem spektakulären Finale besiegte sie Serena Williams 6:4, 3:6, 6:4. Es war der Beginn des bislang erfolgreichsten Jahres in Kerbers Karriere.
Auch in Wimbledon erreichte Kerber das Endspiel, unterlag dort aber Williams. Auch bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro musste sie sich erst im Finale geschlagen geben. Bei den US Open folgte dann der nächste große Erfolg: Kerber sicherte sich mit einem Dreisatzsieg gegen Karolina Pliskova ihren zweiten Grand-Slam-Titel und wurde Weltranglistenerste.
Für Kerber folgte ein enttäuschendes Jahr 2017, in dem sie bei keinem der vier Grand-Slam-Turniere über das Achtelfinale hinauskam. Doch spätestens mit dem Wimbledon-Sieg 2018 meldete sich die 30-jährige zurück in der Weltspitze. Wieder setzte sie sich im Endspiel gegen Serena Williams durch - diesmal glatt in zwei Sätzen.