Anschläge in Boston Selbstlose Helfer am Kriegsschauplatz
Der Tatort an der Laufstrecke des Boston-Marathons sah nach dem Anschlag aus wie ein Kriegsszenario. "Die Läufer sind eben noch ins Ziel gelaufen und jetzt haben sie keine Beine mehr", sagte ein sichtlich erschütterter Polizist aus Rhode Island der "New York Times". "Es gibt so viele Menschen ohne Beine. Überall ist Blut. Das sind Knochen, Fragmente."
Unter den Verletzten sind viele Minderjährige. Ein Kinderkrankenhaus nahm zehn kleine Patienten auf, darunter einen Zweijährigen, der mit schweren Kopfverletzungen auf die Intensivstation gebracht werden musste. Ein Zwölfjähriger erlitt einen Oberschenkelbruch, ein neunjähriges Mädchen eine schwere Beinverletzung.
Wiedervereint nach Momenten der Angst: Chris Darmody hält seine Frau Sue im Arm. Er hatte auf sie gewartet, als die Bomben explodierten, und sie dann im Chaos verloren. Später fanden sich die beiden wieder.
Ein Mann mit schwerem Schicksal: Der aus Costa Rica stammende Carlos Arredondo avancierte zum Helden, als er nur Sekunden nach den Bombenexplosionen selbstlos half. Videoaufnahmen dokumentieren, wie er provisorische Verbände anlegt, Trümmer zur Seite räumt und den Weg für die Rettungsmannschaften freimacht. Arredondo selbst verlor zwei Söhne, einen im Irak-Krieg den anderen durch Suizid. Heute ist er Friedensaktivist.
Bombenexplosion in Boston: Bill Iffrig (orangefarbenes Laufshirt) hatte das Ziel des Marathons fast erreicht, als der erste Sprengsatz detonierte.
Die Explosion riss den 78-Jährigen von den Beinen.
"Unglaublich. Unfassbar. Ich bin total geschockt": So reagierte die deutsche Spitzenläuferin Sabrina Mockenhaupt (r.) auf die Nachricht von dem Attentat. Sie sei nach dem Rennen schon im Hotel 200 Meter vom Explosionsort entfernt unter der Dusche gewesen. "Als ich wieder zurück in die Hotellobby kam, war plötzlich alles anders."
Rettungskräfte eilten zur Ziellinie des Boston-Marathons. Nach den Explosionen herrschte auf Bostons Straßen Chaos.
Sanitäter an einer Explosionsstelle: Erste Hilfe für die Verletzten
Einige Verletzte wurden zur medizinischen Erstversorgung in ein Zelt im Zielbereich transportiert.
Auch die Feuerwehr war im Einsatz.
Trauer und Entsetzen: Der Anschlag hat die Menschen in den USA schockiert.