Forschen in der Antarktis Tief ins ewige Eis
Forscher haben ein Projekt gestartet, das sie zum ältesten Eis der Welt führen soll. Das Eis soll rund 1,5 Millionen Jahre alt sein und sich in rund 2,8 Kilometern Tiefe befinden. Ihre Suche starteten die Wissenschaftler an zwei der kältesten Punkte der Welt: dem flachen Gipfeln Dome Fuji und Dome C in der Ostantarktis.
Auch wenn die Arbeit auf diesem Bild entspannt wirkt - tatsächlich haben die Forscher mit einigen Wetter-Herausforderungen zu kämpfen. So reagieren zum Beispiel die Messinstrumente empfindlich auf die Temperaturen von um die 30 Grad Minus.
Mit dem Flugzeug Polar 6 flogen die Wissenschaftler abwechselnd die Region ab, um nach der optimalen Bohrstelle für einen Eiskern zu suchen. Das Flugzeug stammt vom Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven, das das Projekt leitet.
Am Boden starteten die Forscher mit ersten Probebohrungen. In den kommenden Monaten werden die gesammelten Daten ausgewertet. Noch handelt es sich aber nur um Vorbereitungen für die eigentlichen Bohrungen.
Geophysiker des AWI bringen Tiltmeter und GPS auf dem Schelfeis aus. Mit einem Tiltmeter lässt sich die Struktur unterhalb der Eisoberfläche analysieren.
Ein Eiskern wird im AWI-Labor zerschnitten. Die Eisstangen enthalten Luft, die sie zum Teil vor Jahrtausenden eingeschlossen haben. Die Analyse der Gase soll helfen, ein wichtiges Klimarätsel zu lösen.
Vor rund einer Million Jahren veränderte sich auf der Erde der Rhythmus von Warm- und Kaltzeiten. Während die Zeitabschnitte zuvor alle 40.000 Jahre wechselten, verlängerte sich die Periode plötzlich auf 100.000 Jahre. Möglicherweise waren Treibhausgase der Auslöser. Diese Theorie lässt sich nun anhand uralter Eiskerne überprüfen.
Ein Zelt auf dem ewigen Eis: Für ihr Projekt errichteten die Forscher ein Lager - weit entfernt von ihrer eigentlichen Forschungsstation. Insgesamt 17 Personen mussten unterkommen, einige schliefen sogar im Pistenbully.
Bis die Forscher ihre Vorbereitungen abgeschlossen und einen optimalen Bohrort gefunden haben, werden noch etwa vier Jahre vergehen. Dann erst können die eigentlichen Eiskernbohrungen beginnen.
Das Eis wird mit zunehmender Bohrtiefe immer transparenter. Bis in 1000 Metern Tiefe erscheint es als Folge der Luftblasen milchig grau. Unterhalb von 1200 bis 1300 Metern Tiefe ist das Eis transparent wie Plexiglas.
Ein Eiskern im Bohrer: Der bisher älteste ans Tageslicht geholte Eiskern wurde bereits vor zehn Jahren geborgen. Er ist bis zu 800.000 Jahre alt.