Anti-Atom-Gegner Stationen einer Bewegung
Jochen Stay in Splietau im Einsatz: Der 45-Jährige ist von Beruf Atomkraftgegner. Seit 26 Jahren kämpft er für den Ausstieg. Bedeutet die Kehrtwende in der Energiepolitik nun, dass er endlich am Ziel ist? Von wegen! Für Entwarnung gibt es keinen Grund.
Wasserwerfer gegen badische und elsässische Umweltschützer: Am 20. Februar 1975 kommt es zu Auseinandersetzungen in Wyhl. Mit den Demonstrationen gegen den Plan eines AKW-Baus im badischen Wyhl rückte der Widerstand der Bevölkerung gegen die Nutzung von Atomkraft in der Bundesrepublik ins öffentliche Bewusstsein.
15.000 Atomkraftgegner gehen im Februar 1977 in Itzehoe auf die Straße.
Gegen Atomkraft: Am 19. März 1977 protestieren Umweltschützer in Hameln. Sie schwenken Fahnen und Plakate mit der lachenden roten Sonne, Symbol der Anti-Atomkraft-Bewegung.
Mit Traktoren ziehen Demonstranten am 31. März 1979 durch die Hannoveraner Innenstadt.
Demo des Bundesverbandes der Bürgerinitiativen Umweltschutz in Bonn am 14. Oktober 1979.
Der Juso-Vorsitzende Gerhard Schröder (mit Bierflasche) spricht am 31. Mai 1980 zu den Protestlern in Gorleben: Etwa 300 Delegierte des Bundeskongresses der Jungsozialisten hatten den Bewohnern des Anti-Atom-Dorfes bei Gorleben einen Solidaritätsbesuch abgestattet. 20 Jahre später setzte Schröder als Bundeskanzler den Atomausstieg durch - den der Bundestag mit schwarz-gelber Mehrheit 2010 erst einmal wieder kassierte.
Demo gegen das AKW Brokdorf am 26. Februar 1981: Rund 100.000 Menschen waren in kilometerlangen Konvois in den Kreis Steinburg gekommen, um gegen den Bau des Atomkraftwerks zu demonstrieren. Die Polizei versuchte mit mehr als 10.000 Beamten, dem bis dahin größten Polizeiaufgebot in der Geschichte der Bundesrepublik, mit allen Mitteln Gewalt am Bauzaun zu verhindern.
Protest in Wackersdorf: Mehr als 10.000 Demonstranten protestierten am 14. und 15. Dezember 1985 an der Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf gegen Kernenergie. Dabei kam es zu erheblichen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Mehr als 130 Polizisten wurden von den teilweise gewaltbereiten Demonstranten verletzt.
Nach Tschernobyl: Die Reaktorkatastrophe in dem ukrainischen Kernkraftwerk trieb die Menschen in Deutschland auf die Straße - so etwa am 7. Juni 1986 in Brokdorf.
Castortransport vom AKW Philippsburg auf dem Weg nach Gorleben: Im April 1995 erreichte der erste Transport radioaktiver Abfälle, die bei der Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente entstanden waren, das Zwischenlager Gorleben. Die sogenannten Castor-Transporte werden in den Folgejahren stets von heftigen Protesten begleitet, bei denen Atomkraftgegner versuchen, Straßen und Schienen zu blockieren.
Atomkraftgegner bilden am 8. Mai1996 auf einer Bundesstraße in der Nähe von Dannenberg eine Sitzblockade: Bei den Krawallen um den Atommüll-Transport von der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague nach Gorleben gab es rund 35 Verletzte.
Kernkraftgegner blockieren am 4. März 1997 unweit des Verladebahnhofs für die Castor-Behälter in Dannenberg die Straße nach Gorleben.
Sitzblockade bei Harlingen am 8. November 2004: Die Polizei ist mit Pferden im Einsatz.
Mit Demokratie habe Atomkraft nichts zu tun, sagen die Kernkraftgegner: Mit entsprechenden Plakaten, Transparenten und Fahnen protestieren sie gegen dne Castor-Transport.
Sitzblockade in Gorleben am 10. November 2008
Atomkraftgegner demonstrieren am 5. September 2009 in Berlin gegen die Kernenergie. Unter dem Motto "Mal richtig abschalten" fordern Zehntausende die "Stilllegung aller Atomanlagen weltweit". Dem Demonstrationszug voraus fuhren Bauern aus dem niedersächsischen Wendland mit ihren Traktoren.
Menschenkette im April 2010: Tausende bilden Hand in Hand vom AKW Krümmel bei Geesthacht bis zum AKW Brunsbüttel eine Schlange - 120 Kilometer lang.
Pokerpuppe: Die Kernkraftgegner ziehen am 26. August 2010 mit einer überdimensional großen Angela Merkel vor das AKW Emsland in Lingen. Die Chefs der Stromkonzerne klappern als Skelette.