Anti-Atom-Proteste - DER SPIEGEL
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Gegen Kernkraft Brüder zur Sonne! Anti-Atom-Proteste in der BRD

Deutschland steigt aus, damit endet wohl auch die Ära der Anti-Atom-Bewegung. In den vergangenen Jahrzehnten widersetzten sich Tausende Deutsche der Strahlkraft, mal mit Gewalt, mal mit kreativer Spontikultur. einestages erinnert an die spektakulärsten Protestmomente.
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Harter Anfang: Mit den Demonstrationen gegen das geplante AKW im badischen Wyhl rückte der Widerstand der Bevölkerung gegen die Nutzung von Atomkraft ins öffentliche Bewusstsein. Die Polizei ging damals häufig mit großer Härte gegen die Kernkraftgegner vor. So etwa am 2. Februar 1975, als Polizisten mit Wasserwerfern...

Foto: Lutz Rauschnick / dpa
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...das besetzte Baugelände für das geplante Kernkraftwerk räumten. Gebaut wurde das AKW in Wyhl nie.

Foto: dpa
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Spontis in Bewegung: Am 22. Februar 1977 erreichte die Bürger im östlichen Niedersachsen die Nachricht, dass in ihrer Nachbarschaft ein Atommülllager entstehen soll. Wenige Tage später machten sich Demonstranten auf nach Gorleben. In den Slogans der Anti-Atomkraftbewegung erlebte die Sprüchekultur der Spontiszene eine späte Blüte.

Foto: AP
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Republik Freies Wendland: Auf dem Gelände der sogenannten Tiefbohrstelle 1004 für die geplante nukleare Entsorgungsanlage bei Gorleben in Ostniedersachsen riefen Atomkraftgegner am 3. Mai 1980 die "Republik Freies Wendland" aus. Auf diesem Gelände sollten...

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...Probebohrungen in den Gorlebener Salzstock stattfinden, um seine Tauglichkeit als Atommülllager zu erkunden. Am 31. Mai 1980 besuchte der damalige Juso-Vorsitzende...

Foto: Anne Jäger/Rudi Reichenbach
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...Gerhard Schröder (rechts, mit Mikrofon und Bierflasche) die Bewohner des Anti-Atom-Dorfes bei Gorleben. 20 Jahre später setzte Schröder als Bundeskanzler den Atomausstieg durch - den der Bundestag mit schwarz-gelber Mehrheit 2010 erst einmal wieder kassierte. Einen Monat...

Foto: dpa
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... nach Schröders Besuch in Gorleben räumte die Polizei am 4. Juni 1980 das Anti-Atom-Dorf.

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Proteste in Wackersdorf: Mehr als 10.000 Demonstranten protestierten am 18. Mai 1986 an der Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf (WAA) gegen Kernenergie. Dabei kam es zu erheblichen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Rund 130 Polizisten wurden von den teilweise gewaltbereiten Demonstranten verletzt. Auch nach diesem Tag...

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...lieferten sich Kernkraftgegner und Polizisten regelmäßig Schlachten. Doch der Protest glich vielfach auch einem friedlichen...

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...Vater-Mutter-Kind-Happening: Regelmäßig pilgerten Familien am Wochenende nach Wackersdorf, um ihren Unmut über den Bau der Wiederaufbereitungsanlage etwa mit Menschenketten auszudrücken.

Foto: Hanno Krusken
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"Stoppt den WAAhnsinn!" Die Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf, als sie noch im Bau war. Nach anhaltenden Protesten verkündeten die Betreiber am 31. Mai 1989 den Baustopp für die Anlage.

Foto: Hanno Krusken
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Mit Wasserkraft gegen Anti-AKW-Demonstranten: Bei einer Demonstration am 26. Februar 1981 gegen den Bau des Atomkraftwerks in Brokdorf versuchte die Polizei, per Wasserwerfer die Blockade der Kernkraftgegner aufzulösen. Rund 100.000 Menschen waren in kilometerlangen Konvois nach Brokdorf gekommen, die Polizei wollte mit mehr als 10.000 Beamten - dem bis dahin größten Polizeiaufgebot in der bundesdeutschen Geschichte - die Erstürmung des Baugeländes zu verhindern. Die Proteste gegen die Inbetriebnahme des Atomkraftwerks...

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...rissen nicht ab (Aufnahme vom 7. Juni 1986). Einen Tag später kam es zum berüchtigten...

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..."Hamburger Kessel": der bis dahin größte Massenfestnahme in der Geschichte der Bundesrepublik. Hunderte von Polizisten schlossen auf dem Hamburger Heiligengeistfeld 861 Kernkraftgegner ein und hielten sie bis zu 14 Stunden lang fest. Die Aktion wurde später per Gericht als rechtswidrig eingestuft.

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Gleisblockade: Im April 1995 erreichte der erste Transport radioaktiver Abfälle, die bei der Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente entstanden waren, das Zwischenlager Gorleben. Die sogenannten Castor-Transporte wurden in den Folgejahren stets von heftigen Protesten begleitet, bei denen Atomkraftgegner - wie etwa im November 2005 - versuchten, Straßen und Schienen zu blockieren.

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Lichterkette gegen Atommüll: Mehr als 10.000 Atomkraftgegner demonstrierten am 26. Februar 2009 mit Fackeln in Salzgitter dagegen, die ehemalige Eisenerzgrube Schacht Konrad zu einem Endlager für radioaktive Abfälle zu machen.

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"Atomkraft Schluss!" So lautete das Motto dieser Großdemonstration am 28. Mai 2011 auf der Straße des 17. Juni in Berlin. Rund 30.000 Menschen forderten auf der Veranstaltung einen raschen Ausstieg aus der Nutzung von Atomkraft. Mit ihnen gingen an diesem Tag auch in mehr als 20 anderen deutschen Städten Demonstranten auf die Straße. Zwei Tage später...

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...präsentierte die Koalition ihr Ausstiegs-Papier. Endlich hat die lachende rote Sonne, das Symbol der Anti-Atomkraft-Bewegung, Grund zum Strahlen.

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