Anton Schlecker Abtauchen nach der Pleite
Ein Bild aus besseren Tagen: Dieses undatierte Foto von Anton und Christa Schlecker hat der Drogeriekonzern einst an die Presse gegeben. Öffentlich aufgetreten sind die beiden kaum. Sie galten stets als eingespieltes Team. Auch nach der Pleite, so hört man, halten die beiden fest zusammen.
Unternehmer mit besonderem Stilempfinden: Dieses Foto entstand 1999, als Anton Schlecker als Zeuge vor Gericht erschien. Es ging um die Geiselnahme seiner beiden Kinder. Kurz vor Weihnachten 1987 waren Lars und Meike Schlecker als Teenager entführt und die Eltern erpresst worden. Die Täter wurden erst Jahre später gefasst und dann zu hohen Haftstrafen verurteilt.
Die Kinder Lars und Meike Schlecker traten erst dann öffentlich in Erscheinung, als das Unternehmen bereits große Probleme hatte. Die beiden versprachen frischen Wind. Doch dann fegte die Pleite Schlecker vom Markt.
In Ehingen sprechen sie vom "Glaspalast". Die ehemalige Schlecker-Zentrale auf der Schwäbischen Alb versprüht den Charme eines sozialistischen Prachtbaus. Doch das Ehepaar Schlecker fühlt sich darin offenbar so wohl, dass die Familie weiter Büros angemietet hat.
Anton Schlecker gilt als sparsam bis geizig, aber bescheiden war er offenbar nicht. Das Areal um seine Zentrale herum trug den Namen "Schleckerland". Allerdings versprühte es ähnlich wie die Läden den Charme früherer Jahrzehnte.
Dieses Foto entstand 2012 wenige Wochen nach der Insolvenz des Konzerns. Vom alten Schleckerland soll nicht mehr viel übrig bleiben. Das Areal wird umgebaut, dort soll das Alb-Donau-Center entstehen - ein modernes Einkaufszentrum.
1975 legte Anton Schlecker mit seiner ersten Drogeriefiliale den Grundstein für seinen Konzern. Zeitweise hatte das Unternehmen mehr als 14.000 Filialen in 17 Ländern. Doch das Prinzip Masse funktionierte schon Mitte der Neunzigerjahre nicht mehr gut. Die Kunden mieden die abgewetzten Läden.
Als Schlecker Insolvenz anmeldete, hofften die Beschäftigten auf die Hilfe des Staates. Doch eine Transfergesellschaft scheiterte am Widerstand der FDP. Im Juni 2012 war klar, dass mehr als 13.000 Schlecker-Beschäftigte ihren Job verlieren.