Arabische Despoten Regimewechsel brutal
Husni Mubarak: Hier auf einer Pressekonferenz am 26. Juni 1995 in Kairo. Kurz zuvor war auf den ägyptischen Präsidenten ein Attentat in Addis Abeba verübt worden. Mubarak überlebte den Mordanschlag unversehrt. Die Kugeln, die ihn töten sollten, prallten an seinem gepanzerten Mercedes ab. Mubarak musste erst nach den Massenprotesten 2011 während des Arabischen Frühlings zurücktreten. Er starb nach mehrjähriger Haft 2020 mit 91 Jahren in Kairo.
Faruk I.: Der ägyptische König auf seinem Thron im Parlamentsgebäude in Kairo während einer Rede des Premierministers Mustafa al-Nahhas Pascha im Januar 1939.
Dekadent bis in den Tod: Faruk I., ägyptischer König von 1937 bis 1952, mit Sohn Fuad II. auf dem Arm und seiner zweiten Frau Nariman Sadek auf einem Familienfoto von 1952. Faruk hatte die damals 16-jährige Sadek als neue Gemahlin ausgewählt, obwohl sie bereits einem Diplomaten versprochen war. Die Ehe scheiterte, kurz nachdem das gestürzte Königspaar 1952 ins Exil gejagt worden war. 1965 starb der übergewichtige Faruk, der in Italien das Leben eines alternden Playboys führte und sich gerne mit jungen Frauen schmückte, an den Folgen eines Schlaganfalls - nach einem üppigen Gelage in einem Luxusrestaurant.
Gamal Abd al-Nasser: Der ägyptische Staatspräsident posiert mit dem jugoslawische Präsident Josip Broz Tito und dessen Frau Jowanka Broz am 29. Dezember 1955 vor der Sphinx in Gizeh. Nasser wurde im Westen besonders wegen seiner guten Verbindungen zu den kommunistischen Staaten gefürchtet.
Mohammed Abd al-Hakim Amer: Lange galt der Marschall, hier mit dem sudanesischen Premierminister Ismail al-Azhari (rechts) und dem ägyptischen General Salah Salem (links) als der wichtigste Vertraute von Präsident Nasser. Doch als dessen Stern sank und er 1967 gegen Israel eine verheerende Niederlage im Sechstagekrieg kassierte, suchte der Präsident offenbar ein Bauernopfer: Amer galt plötzlich als Verräter, der sich gegen Nasser verschworen haben soll, wurde angeklagt und beging Selbstmord. Bis heute ist nicht geklärt, ob er dazu, wie vielfach vermutet, vom ägyptischen Geheimdienst gezwungen wurde.
Historischer Frieden: Ägyptens Präsident Anwar al-Sadat reiste im März 1979 zu Friedensgesprächen in die USA. Das Bild zeigt Sadat, rechts, mit US-Präsident Jimmy Carter und dem israelischen Premierminister Menachem Begin im Camp David, Maryland. Israel und Ägypten hatten in jenem Jahr den Friedensvertrag geschlossen, in dem Ägypten als erste arabische Nation den jüdischen Staat anerkannte. Schon ein Jahr zuvor hatten Begin und Sadat für ihre Politik den Friedensnobelpreis bekommen.
Attentat auf Sadat: Während einer Militärparade am 6. Oktober 1981 ermordeten Anhänger der islamistischen Terrororganisation al-Dschihad vor laufenden Fernsehkameras das ägyptische Staatsoberhaupt Mohammed Anwar al-Sadat. Nach dem Attentat rief der Anführer der Extremisten: "Ich habe den Pharao getötet!" Sadat war den Radikalen verhasst, weil er 1979 einen Friedensvertrag mit dem bisherigen Erzfeind Israel geschlossen hatte.
Gamal Abd al-Nasser: Der Gründer und Anführer des "Komitees der Freien Offiziere", das 1952 König Faruk I. stürzte, stieg langfristig zu Ägyptens beliebtestem Politiker auf. Dabei hatte auch Nasser ein eigenwilliges Verhältnis zur Macht und steckte hinter dem Putsch gegen den ersten Präsidenten, seinem einstigen Weggefährten General Nagib. Nasser übernahm Nagibs Amt und regierte unangefochten bis zu seinem Tod 1970.
Ahmed ben Bella: Der ehemalige Staatspräsident von Algerien und Libyens Staatschef Muammar al-Gaddafi (links) auf dem 35. Gipfel der Organisation für Afrikanische Einheit (OUA) am 14. Juli 1999 in Club de Pins. Ben Bella war 1963 zum ersten Staatspräsidenten nach Algeriens Unabhängigkeit gewählt worden. Doch schon zwei Jahre später wurde er gestürzt und für 14 Jahre unter Hausarrest gestellt.
Said bin Taimur: Der Sultan von Maskat und Oman, herrschte 38 Jahre lang in dem arabischen Staat und verweigerte sich fast jeglichen Reformen. 1970 wurde er von seinem eigenen Sohn gestürzt; bei der Konfusion während des Staatsstreichs schoss er sich versehentlich in den eigenen Fuß. Das Bild zeigt bin Taimur am 1. April 1938 in einem Panzer in Aldershot, England, wo er Manövervorführungen der britischen Truppen beiwohnte.
Chadli Bendjedid: Zur Ankunft des algerischen Präsidenten am 2. September 1979 in Kuba hat sich auf dem Flughafen in Havanna eine Ehrengarde formiert. An seiner Seite: Kubas Staatsoberhaupt Fidel Castro. Bendjedid, im Ausland wegen seiner gemäßigten Politik geschätzt, wurde 1992 vom Militär zum Rücktritt gezwungen. Kurz danach versank Algerien im Bürgerkrieg.
Umgarnt vom Westen: Der ägyptische Staatspräsident Husni Mubarak während eines Besuchs in den Vereinigten Staaten. Hier posiert er am 28. Januar 1988 mit Präsident Ronald Reagan im Weißen Haus in Washington. Von den USA, aber auch von Europa und Israel war Mubaraks Regime drei Jahrzehnte lang gestützt worden - obwohl es Menschenrechte missachtete, die Demokratiebestrebungen drastisch unterdrückte und Oppositionelle einsperren ließ. Doch Mubarak galt, gerade weil er den Friedensvertrag mit Israel nie in Frage stellte, als Garant für Stabilität im unruhigen Nahen Osten.
Beschir Gemayel: Der zwar gewählte, aber noch nicht ins Amt eingeführter Präsident des Libanon bei seiner Ankunft im Präsidentenpalast in Beirut am 15. September 1982. Das Foto wurde am Nachmittag aufgenommen, vier Stunden später fiel Gemayel einem Bombenattentat zum Opfer. Der Anschlag wurde dem syrischen Geheimdienst zugeschrieben.
Rene Muawwad: Er war vom 5. bis 22. November 1989 Präsident des Libanon. Bereits 17 Tage nach Amtsantritt starb der moderate Hoffnungsträger bei einem verheerenden Autobombenanschlag in Beirut, dem noch 17 weitere Menschen zum Opfer fielen. Das Bild zeigt ihn zwei Tage vor dem Attentat winkend von einem Hotelbalkon in Ihden.