Arbeitsdienst hinter Stacheldraht - DER SPIEGEL
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Arbeitsdienst hinter Stacheldraht "Die schlimmste Zeit meines Lebens"

Eiseskälte, harte Arbeit und demütigende Rituale: Im Winter 1941/42 leistete Lotte Guse ihren Reichsarbeitsdienst. Auf dem Tiefpunkt ihrer Jugend entdeckte sie ihren Traumberuf.
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"Arbeitsmaiden": Auf einem Gemälde von Leopold Schmutzler von 1940 werden die "Arbeitsmaiden" so dargestellt, wie sie die NS-Propaganda gerne sah - rotbäckige, "arische" junge Mädchen, die mit Freude bei der Arbeit waren. In Wirklichkeit hatten wohl die wenigsten so viel Spaß beim Reichsarbeitsdienst.

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Lotte Guse: Die Aufnahme zeigt Lotte Guse kurz nach Kriegsende als junge Gemeindeschwester in Berlin-Halensee.

Foto:

Lotte Guse

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Beim Bauern: Während des Zweiten Weltkriegs wurden Tausende Jugendliche zum Reichsarbeitsdienst eingezogen. Die Mädchen und Jungen lebten für diese Zeit in getrennten Lagern und mussten verschiedene Arbeiten verrichten. Viele wurden auf den Bauernhöfen in der Umgebung eingesetzt.

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Feier für die Führerinnen: Die Arbeitsdienstführerinnen hatten in den Lagern des Reichsarbeitsdienstes (RAD) das Sagen über die anderen Mädchen. Hier treffen sich einige mit dem RAD-Führer Konstantin Hierl bei einer Festveranstaltung 1938 in Berlin.

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Anatomieunterricht: Reichsarbeitsdienstverpflichtete Mädchen im Lager Königshorst bei Nauen bekommen Anatomieunterricht. Auch Lotte Guse hatte ein Anatomieseminar besuchen dürfen. Während ihrer Zeit in dem Lager entwickelte sie den Wunsch, Krankenschwester zu werden.

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Kartoffelernte: Eine "Arbeitsmaid" hilft bei der Kartoffelernte in der Altmark. Auch Lotte Guse musste während des Reichsarbeitsdienstes auf den Feldern der Großbauern die Kartoffeln nachlesen. "Wir rutschten auf Knien über den lehmigen, feuchten Boden - eine schreckliche Mühsal!"

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Kochen mit der Bäuerin: Lotte Guse ist der Appetit auf dem Bauernhof regelrecht vergangen. Immerhin durfte sie mit Gabel und Messer essen, während die Bauersleute mit einem Löffel vorlieb nahmen. Das Bild zeigt eine "Arbeitsmaid" in einem Bauernhaus in Kärnten, 1939.

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Babysitterin: "RAD-Maiden" wurden oft als Kindermädchen eingesetzt. Für Lotte Guse war der Wechsel zur Offiziersfamilie Malé nach der harten Arbeit auf dem Bauernhof ein Segen. Abends musste sie jeweils wieder zurück ins Lager.

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Einsatz im Krankenhaus: Die Aufnahme aus dem Jahre 1938 zeigt eine "RAD-Arbeitsmaid" bei der Arbeit im Krankenhaus. Lotte Guse hatte sich als einzige für die Krankenpflege gemeldet und konnte den Kriegshilfsdienst im Krankenhaus in Stettin leisten.

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Wäschewaschen im Freien: Alle Reichsarbeitsdienstleistenden mussten beim Einzug in die Unterkünfte ihre zivile Kleidung abgeben - sogar die Unterwäsche. In Einheitskluft erledigten sie die anfallenden Arbeiten. Diese Aufnahme von 1942 zeigt "Arbeitsmaiden" in Metz, Lothringen.

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Im Gemüsegarten: Unfreiwillig malochten die "RAD-Maiden" in der Landwirtschaft, hier in der Nähe von Stuttgart, 1941. Der Reichsarbeitsdienst war Teil des nationalsozialistischen Erziehungssystems; Die Ableistung des Arbeitsdienstes war für junge Männer Voraussetzung für ein Hochschulstudium. Die Mädchen wurden erst später aufgeboten - als Hilfe in der Landwirtschaft dringend nötig war.

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Sport-Appell im Reichsarbeitdienst: "Arbeitsmaiden" in Turn-Uniform auf einer Wiese. Königsberg, 1938.

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Reichsarbeitsdienst im Lager: Ein Wachmann mit Spaten bewacht den Eingang des Lagers für Reichsarbeitsdienstleistende. Männer und Frauen wurden in separaten Lagern untergebracht. Lotte Guse musste während ihrer RAD-Zeit in einem ehemaligen Sträflingslager hausen.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?