"Berliner Moderne" Wohnen in Bonbonfarben
Tuschkastensiedlung: Die Gartenstadt Falkenberg ist bekannt für die farbigen Fassaden der Häuser - die Berliner nennen sie deshalb auch Tuschkastensiedlung.
Fast schon psychedelisch: Ein Hauseingang der Gartenstadt Falkenberg.
Schwarz, weiß, bunt: Der Architekt der Gartenstadt Falkenberg verwendete für die Fassaden der Häuser zahlreiche Farben. In Kombination mit weißen Fensterläden und Schornsteinen sollte die ungewöhnliche Farbgebung noch stärker hervortreten.
Farbenrausch: Bereits von 1913 bis 1916 war im Südosten Berlins eine Siedlung entstanden, in der der Architekt Taut die Grenzen der bisher verwendeten Farbskalen sprengte. Die "Gartenstadt Falkenberg" vereinte die Charakteristika einer großstädtischen Massensiedlung mit dem idyllischen Flair eines Dorfes.
Idyllische Sozialwohnungen: Die bunten, maximal zweistöckigen Häuser der Gartenstadt wirken im Vergleich zu anderen Massensiedlungen idyllisch und wie aus einer Legowelt entsprungen. Die Kombination aus Mietshäusern und Grünflächen war einer der Kernpunkte beim Bau der Sozialwohnungen.
Der Name ist Programm: Die historische Aufnahme zeigt den Gartenstadtweg Nummer 44/50 um 1915. Die Bepflanzung und Pflege der terrassenartig angelegten Gärten war Aufgabe der Mieter, allerdings half der verantwortliche Gartenarchitekt Ludwig Lesser ihnen mit einer Pflanzen-Auswahlliste - die die Bewohner jedoch nur kurze Zeit beherzigten.
Revolutionäre Architektur: Die Schnörkellosigkeit, das Fehlen jeglicher Verspieltheit war das Kernmerkmal des Neuen Bauens - und stand Anfang des 20. Jahrhunderts im krassen Gegensatz zur gängigen Auffassung von Architektur. Das Foto zeigt die Seitenansicht der Siedlung Schillerstraße.
Sozialer Wohnungsbau: Die Siedlung Schillerpark entstand von 1924 bis 1930 im Berliner Wedding. Sie gilt als erstes baugenossenschaftliches Großprojekt Berlins und wurde zum Leitbild des sozialen Siedlungsbaus. Mächtige Ziegelsteinbauten, im Sinne des Neuen Bauens schnörkellos und kubenförmig gestaltet, liegen um große halböffentliche Grünanlagen. Das rote Ziegelwerk und die Flachdächer ähneln der "Amsterdamer Schule", die der Architekt Bruno Taut bei einer Reise durch Holland Anfang der zwanziger Jahre studiert hatte.
Jeder Wohnung eine Loggia: Das Ziel des neuen Siedlungsbaus wurde auch im Schillerpark umgesetzt - Licht und Luft für die Bewohner. Zugleich dienen die Loggien und die von Backsteinzeilen unterbrochenen weißen Putzflächen der optischen Gliederung der ansonsten unverzierten Fassaden.
Neues Bauen: Die Vorderseite der Häuser im Schillerpark gleicht der Rückseite - in den Augen traditioneller Architekten ein Fauxpas, hatte man doch zuvor der Fassade stets eine repräsentative Front verliehen. Wohnen in wenig repräsentativen Hinterhäusern war in der Regel für die unteren Schichten gedacht. Diese soziale Teilung gab es mit der Siedlungsarchitektur des Neuen Bauens nicht mehr. Ob Straßenseite oder Hofseite - die Mieter waren gleichgestellt.
Ein Platz zum Spielen: Die historische Aufnahme entstand um 1930. Zu sehen ist die Hofseite der Corker Straße 33/35, die Teil des Schillerparks war. Außer gemeinsamen Grünflächen zählten auch Kinderspielplätze zum Konzept der modernen Massensiedlungen.
Ehrung: Sechs Siedlungen der Berliner Moderne wurden im Juli 2008 in die Unesco-Welterbeliste aufgenommen - unter ihnen auch die Siedlung Schillerpark.
Idylle: Blick auf einen Durchgang in der Hufeisensiedlung - das Herzstück der Großsiedlung Britz.
Konservative Nachbarschaft: Rechts und links von der Hufeisensiedlung finden sich diese vergleichsweise traditionell gebauten Satteldachbauten. Ungewöhnlich: Jedes Haus hatte eine eigene Farbe.
Luftaufnahme: Die Hufeisensiedlung zählte zur Großsiedlung Britz. Die breite Straße links ist die Fritz-Reuter-Allee. Auf ihrer linken Seite stehen die kleinen, traditioneller gebauten Wohneinheiten der DeGeWo-Siedlung. Auf der rechten Seite steht die "Rote Front" der nach den Grundsätzen des Neuen Bauens entstandenen Gehag-Siedlung. Sie wird allein durch die Freitreppe unterbrochen, die zum Teich innerhalb der Hufeisensiedlung führt.
Weltkulturerbe: Das Gebiet der Britzer Großsiedlung, das zum Weltkulturerbe erklärt wurde.
Trutzburg der Moderne: Ein Teil der "Roten Front". Mit ihrer durchgehenden Fassade, den vorgesetzten Treppenhäusern und schießschartenartigen kleinen Fenstern musste sie der gegenüberliegenden, traditionell gebauten DeGeWo-Siedlung in den zwanziger Jahren wie eine Trutzburg der Moderne erschienen sein.
Großzügiger Eingangsbereich: Die historische Aufnahme zeigt den Eingang zur Hufeisensiedlung mit seiner breiten Freitreppe. Das Bild entstand um 1928.
Stadt in der Stadt: Mit Spielplätzen, zentralen Siedlungskindergärten und Gemeinschaftswaschküchen sollten gigantische Projekte wie die Weiße Stadt den Bewohnern ein zumindest teilweise autarkes Leben bieten.
Details: Bunte Fensterrahmenparade an der Fassade eines der Häuser in der Wohnstadt Carl Legien.
Freiluftkino: "Jeder Wohnung ein Balkon" war ebenfalls ein zentrales Motiv des Neuen Bauens - hier konsequent umgesetzt in der Wohnstadt Carl Legien.
Wohnstadt Carl Legien: Die Häuser der Wohnstadt Carl Legien wurden von 1928 bis 1930 gebaut. Die Siedlung zählt zur urbansten der sechs Weltkulturerbe-Siedlungen, weil sie im bereits dichtbesiedelten Stadtteil Prenzlauer Berg entstand und sich in die bereits bestehenden Straßenschemen fügen musste. Die hohen Grundstückspreise nahe der Stadtmitte kompensierten die Architekten dadurch, dass sie in die Höhe statt in die Breite bauten. Es war die letzte gewerkschaftlich-genossenschaftliche Großsiedlung unter dem Stadtbaurat Martin Wagner, bevor 1931 die staatlichen Fördermittel gestrichen wurden.
Grüne Seele: Grünflächen wie hier in der Wohnstadt Carl Legien sollten das soziale Miteinander der Siedlungsbewohner fördern.
Begrünter Innenhof: Die historische Aufnahme zeigt einen Blick in die Wohnhöfe, die Grünflächen zwischen den Häusern der Siedlung Carl Legien. Sie entstand in den dreißiger Jahren.
Klare Linien: Fassadenansicht der Wohnstadt Carl Legien.
Osthafen im Oktober 2009: Der Osthafen im Wandel der Zeit.
Ein Teil der "Weißen Stadt": Erbaut im Stil des International Style mit weißen, glatten Flächen - ohne die bis dahin traditionelle Ornamentik an Fassaden. Insgesamt wurden 1286 Wohnungen gebaut, die über Bad, WC, Loggia und größtenteils Zentralheizung verfügten.
Gartenstadtsiedlung Am Schmalen Rain: Auch in Gotha wurde in den zwanziger Jahren eine Gartenstadt für die Beschäftigten der dort entstandenen Eisenbahnindustrie gebaut. Die Siedlung "Am Schmalen Rain" in Gotha ist ein architektonisches Kleinod mit einer Mischung aus Einfamilienreihenhäusern und einigen Mehrfamilienhäusern. Alle Gebäude sind mit Gärten ausgestattet. Hier ist eine Luftaufnahme aus dem Jahr 2005 zu sehen.
Brückenhaus: Das wohl bekannteste Gebäude der Weißen Stadt in Berlin - das Brückenhaus des Architekten Otto Rudolf Salvisberg über der Aroser Allee.