Teenager in Rio Lieben, rauchen, hoffen
Wo früher Beamte gearbeitet haben, wohnen nun junge Familien und Jugendliche: In einem verlassenen Bürogebäude in Rio de Janeiro leben mehrere Hundert Hausbesetzer.
Duschen in der Mülltonne: Viele der Bewohner sind Opfer der aktuellen Wirtschaftskrise in Brasilien und haben erst vor kurzem ihre Jobs und damit ihre Lebensgrundlage verloren, so wie ...
... Luciana Bastos und ihr Mann. Sie wurden arbeitslos, konnten ihre Miete nicht mehr zahlen - und zogen mit ihren Töchtern in die Ruine. "Wir wussten einfach nicht, wo wir hinsollten", sagt die 30-Jährige. Die Weltbank schätzt, dass ...
... bis zum Ende des Jahres rund drei Millionen Brasilianer unter die Armutsgrenze fallen werden. Als arm gilt, wer weniger als 44 US-Dollar im Monat verdient.
Jayanne ist 20 Jahre alt und in dem Haus aufgewachsen. Sie und ihr Freund Yara glauben fest an eine bessere Zukunft: "Wir werden es schaffen, diesen Ort zu verlassen."
Jayannes Schwester kam vor ein paar Jahren ums Leben, als sie aus Versehen aus einem Fenster fiel. Glasscheiben gibt es in dem Haus schon lange nicht mehr.
Das Haus steht unweit des berühmten Maracana-Stadions, früher war hier das "Brazilian Institute of Geography and Statistics" untergebracht. "Trotz der harschen Lebensumstände halten die Bewohner zusammen", berichtet AP-Reporter Felipe Dana.
Kinder spielen im Abwasser, umgeben von Abfall. Das Haus sauber zu halten, sei so gut wie unmöglich, erzählt eine junge Mutter dem Reporter.
Ein Mädchen rennt einen verlassenen Korridor entlang. Das ehemalige Bürogebäude ist für die Kinder nicht nur ihr Zuhause, sondern auch ein riesiger Abenteuerspielplatz - allerdings ein gefährlicher, denn ...
... das Haus ist völlig marode. Immerhin haben die Bewohner Strom. Den zapfen sie heimlich von einer nahegelegenen Stromleitung ab.
Manche besitzen alte Röhrenfernseher oder Ventilatoren, so wie die Familie von Leticia. Sie ist 15 Jahre alt - und schon routinierte Raucherin.
Von den oberen Stockwerken aus hat man einen guten Überblick über Mangueira. Die Favela gilt als einer der gefährlichsten Slums in Rio.
Manche Kinder haben die Favela noch nie verlassen. Aber einige haben Eltern, ...
... die versuchen, ihnen so viel Abwechslung zu bieten, wie es nur geht. Dieser Vater versucht sich als lebende Dusche.
Andere vertreiben sich die Zeit mit rauchen, daddeln, trinken.
Diesen Raum hier haben die Hausbesetzer zu einer kleinen Bar umgewandelt. Je nach Bedarf dient sie auch mal als Tattoo-Studio.
Viel zu tun gibt es für die Bewohner nicht. Jobs sind Mangelware in der Gegend.