Artensterben Gefährdete Vielfalt
Selten in Freiheit anzutreffen: Weltweit leben nur noch rund 3200 Tiger in freier Wildbahn. Der Südchinesische Tiger, von dem vor zehn Jahren noch bis zu 30 Individuen existierten, könnte mittlerweile sogar ausgestorben sein.
Afrikanische Libelle: Für die International Union for Conservation of Nature (IUCN) gehört Chlorocypha centripunctata zwar nicht zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten, aber immerhin zu den "gefährdeten" Tieren. Die Libelle lebt in Nigeria und im südöstlichen Kamerun. Sie leidet unter der Zerstörung der Wälder.
Einsam im Eis: Inzwischen schrumpfen rund zwei Drittel der wissenschaftlich untersuchten Bestände an Eisbären.
Letzter Schrei: Auch das Java-Nashorn ist vom Aussterben bedroht. Vom Annamiten-Nashorn, der viatnamesischen Unterart, gibt es nur noch acht Tiere.
Ausgestorben: Die lebendgebärende Kihansi-Sprühwasserkröte gibt es vermutlich nicht mehr. Die Tiere waren in den Kihansi-Wasserfällen Tansanias zu Hause. Ein Staudammbau und eine Pilzseuche haben sie verschwinden lassen.
Gewinner: Inzwischen gelten die deutschen Luchs-Populationen im Bayerischen Wald und im Harz als relativ gesichert.
Mehr Lebensraum: Renaturierungsprojekten der Elbe in Sachsen-Anhalt ist es zu verdanken, dass der Elbe-Biber wieder mehr Lebensraum hat.
Erfreulicher Nachwuchs: Mit nur rund 35 Individuen in der Wildnis gilt der Amur-Leopard als eine der seltensten Großkatzen der Erde. Hier haben Ranger ein Leopardenweibchen mit drei Jungtieren in Russland gesichtet.
Philippinische Echse: Der Panay-Waran heißt so, weil er nur auf der Insel Panay lebt, die zu den Philippinen gehört. Das Tier ist erst seit 2001 wissenschaftlich beschrieben. Allerdings könnte er bald verschwunden sein - die IUCN hat ihn in die Rote Liste von insgesamt 17.291 bedrohten Tierarten aufgenommen.
Baumfrosch aus Panama: Ecnomiohyla rabborum wurde erst vor vier Jahren entdeckt. Seine Karriere währte nicht lange - Jetzt ist der seltene Baumfrosch einer der 1895 Amphibien, die in der Wildnis bald nicht mehr vorkommen könnten.
Vogel auf Mauritius: Foudia rubra gehört zu der Familie der Webervögel. Er kommt ausschließlich auf dem Inselstaat vor, weshalb man ihm den Namen Mauritiusweber gab. Über ihn weiß die IUCN Gutes zu berichten: Er gehört nicht mehr zu den "besonders vom Aussterben bedrohten" Tierarten. Sein Status wurde auf "vom Aussterben bedroht" korrigiert. Seit 1993 ist der Bestand der Vögel stabil, in den Jahren zuvor war die Zahl der Tiere um mehr als 50 Prozent zurückgegangen. Heute leben noch etwa 151 Mauritiusweber auf der Insel.
Brasilianischer Papagei: Erfreulich ist auch die Lage bei der Art Anodorhynchus leari. Dank intensiver Artenschutzprogramme nimmt die Anzahl der freilebenden Papageien stetig zu. Die beiden bekannten Kolonien im brasilianischen Toca Velha und Serra Branca zählen seit nunmehr fünf Jahren in etwa 250 Exemplare.
Pfauenaugen-Stechrochen: Als Verwandte der Haie sind Rochen eigentlich im Meer zu Hause, einige lebendgebährende Arten sind aber in den südamerikanischen Tropen auch in große Flußsysteme eingewandert - und sind dort zu Süßwasserbewohnern geworden. Die Größe und Anordnung der Flecken ist bei jedem Tier unterschiedlich und verändert sich auch beim Heranwachsen nicht. Viele Rochen sind vom Aussterben bedroht.
Neuentdeckung: Forscher haben im Mekong-Delta in Südostasien mehr als tausend neue Tierarten entdeckt, darunter spektakuläre Wesen wie den Leoparden-Gecko (Goniurosaurus catbaensis) mit seinen orangefarbenen Augen.
Unbekannte Schönheit: Auch viele neue Pflanzenarten zählen zu den Entdeckungen im Mekong-Delta. Diese wilde Bananenart ist nur aus dem Wassergebiet im Bezirk Cangyan der westchinesischen Provinz Yunnan an der Grenze zu Burma bekannt.
Viper der Art Cryptelytrops honsonensis: Die prachtvollen Tiere des Mekong-Gebiets sind durch den Klimawandel und andere Umweltzerstörungen bedroht.
Wiegen der Evolution: Wie ein deutsch-amerikanisches Forscherteam herausgefunden hat, kann in Korallenriffen die Evolution starten. Die deutliche Mehrheit der extrem vielfältigen Arten entsteht demnach in den Riffen selbst und wandert nicht von außen ein. Umso wichtiger wird es die Korallen zu schützen, die vom Treibhauseffekt stark bedroht werden. Das Foto zeigt Korallen am Great Barrier Reef vor Australien.