Artensterben: Sumatras bedrohtes Paradies - DER SPIEGEL
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Artensterben Sumatras bedrohtes Paradies

Im Norden Sumatras ziehen Elefanten, Tiger und Orang-Utans zunehmend in Dörfer, weil ihr Lebensraum zerstört wird. Häufig enden die Begegnungen zwischen Mensch und Tier tödlich. Meistens sind jedoch die Tiere die Opfer - sie sterben in Fallen oder werden erschossen.
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Dorfbewohner betrachten einen toten Tiger, der in der Nähe des Dorfes Samadua im Süden der Provinz Aceh in eine Falle getreten war (Archivfoto aus dem Jahr 2009): Immer häufiger kommt es zu Konflikten zwischen Menschen und Tieren. Meist sind die Tiere die Opfer. Zwischen 2007 und 2010 wurden laut WWF in Aceh rund 20 Tiger getötet oder gefangen. In der selben Zeit starben dort sieben Menschen nach Tigerattacken.

Foto: Anhar/ Leuser International Foundation
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Auch dieser Tiger ist in eine Falle getreten, als er im Dorf Tapaktuan in Süd-Aceh Ziegen zu reißen versuchte. Naturschützer befreiten das Tier und brachten es im Käfig nach Banda Aceh, es starb jedoch an den Verletzungen.

Foto: Chic Rini/ Leuser International Foundation
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Tiger-Vorkommen in der Provinz Aceh (WWF-Karte): Oft leben die Tiere am Rand der geschützten Ökosysteme Gunung Leuser und Ulu Masen, wie die gelben Punkte zeigen.

Foto: Leuser International Foundation/ Fauna Flora International
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Eine Karte des WWF zeigt die Verbreitung der Tiger auf Sumatra: Insgesamt leben nur noch rund 300 bis 400 Tiere dort. Nach dem Aussterben der Arten auf Bali und Java sind es die letzten Tiger Indonesiens.

Foto: WWF
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Immer häufiger kommt es auch zu Konflikten zwischen Menschen und Elefanten. Diese Tiere sind in ein Feld einer Gemeinde im Distrikt Ost-Aceh vorgedrungen. Der Grund: Ihnen fehlt es zunehmend an Lebensraum.

Foto: Afrizal/ Leuser International Foundation
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Dieses Jungtier wurde im Gunung-Leuser-Ökosystem in Aceh geboren. Seine Mutter war im Rahmen einer von der Regierung durchgeführten Aktion im Distrikt Lampung gefangen und in die Elefanten-Patrouille der Leuser International Foundation integriert worden.

Foto: Leuser International Foundation/ Chik Rini
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Diese Karte des WWF zeigt die Lebensräume der Elefanten in der Provinz Aceh.

Foto: WWF
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Verbreitung von Elefanten auf Sumatra (Karte des WWF): Insgesamt leben der Naturschutzorganisation zufolge dort noch rund 3350 Exemplare. Elefanten, Tiger und Orang-Utans ziehen zunehmend in Dörfer, weil ihr Lebensraum zerstört wird.

Foto: WWF
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Ölpalmen im Nordosten Sumatras, südwestlich der Stadt Medan: Für Plantagen wie diese wird natürlicher Wald zerstört, Tiere verlieren ihren Lebensraum.

Foto: Simone Utler
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Zur Zeit liegt der Fokus vieler Umweltschützer auf der Provinz Aceh, in der seit dem Friedensschluss nach dem Tsunami verstärkt Plantagen angelegt werden, wie hier ganz im Norden bei Jantho.

Foto: Simone Utler
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Diese Fabrik im Nordosten Sumatras liegt inmitten von Plantagen.

Foto: Simone Utler
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Der in der Schweiz ansässigen Stiftung PanEco zufolge wurden allein 2009 in Tripa rund 7000 Hektar Wald brandgerodet.

Foto: PanEco
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2009 produzierte Indonesien nach Angaben der nationalen Statistikbehörde fast 13 Millionen Tonnen Palmöl. 1995 waren es noch rund 2,48 Millionen Tonnen. Die Früchte der Palmen werden von Lastern zur Fabrik gebracht.

Foto: Simone Utler
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Ein Dorf in der Nähe von Jantho. Die Menschen hier leben überwiegend von der Landwirtschaft.

Foto: Simone Utler
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Waldbrand in Indonesien (Archivbild, 2007): Indonesien holzt seit Jahrzehnten im großen Stil Waldgebiete ab. Die für Plantagen genutzte Fläche ist der nationalen Statistikbehörde zufolge von 992.400 Hektar im Jahr 1995 auf 45,2 Millionen Hektar im Jahr 2009 gewachsen.

Foto: CIFOR/ Ryan Woo
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Eine neu angelegte Plantage bei Bukit Lawang: In umnittelbarer Nähe beginnt der Gunung-Leuser-Nationalpark, einer der wenigen geschützten Lebensräume in Sumatra.

Foto: Simone Utler
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Auch Orang-Utans sind bedroht. Zurzeit gibt es laut WWF und PanEco noch rund 6500 Sumatra-Orang-Utans.

Foto: Simone Utler
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Im Gunung-Leuser-Nationalpark lebt die größte Population - hier ist die Natur noch weitestgehend intakt.

Foto: Simone Utler
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Doch an anderen Stellen ist ihr Lebensraum akut bedroht, wie in Tripa, an der nördlichen Westküste Sumatras. Die Torfwälder im Südwesten der Provinz Aceh bieten eine extreme Artenvielfalt und beheimaten rund 250 Orang-Utans.

Foto: PanEco
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?