Asteroiden-Sonde Rosettas lange Reise
Start am 2. März 2004: Eine Arian5-Trägerrakete brachte "Rosetta" ins All. Die Reise der Sonde soll insgesamt zehn Jahre dauern. Am Ende wird die Sonde wahrlich astronomische sieben Milliarden Kilometer hinter sich gebracht haben.
"Rosetta": Die Sonde ist ein Projekt der Esa, einige der elf Versuchsapparaturen und Instrumente an Bord wurden aber von amerikanischen Unternehmen beigesteuert.
Finale Tests: Forscher am Estec-Institut in den Niederlanden prüften vor dem Start die Wärmeisolation der Sonde. Auf ihrer Reise erlebt die Sonde zahlreiche Extreme: Auf ihren sonnennächsten Abschnitten war sie vor Hitze zu schützen, während in den äußeren Regionen der inneren Planetenbahnen vor allem Kälte ein Problem ist.
Rendezvous: "Rosetta" nutzte die Gravitation von Mars und Erde, um sich weiter zu beschleunigen - ein Schleudereffekt. Im Februar 2004 passierte sie den Mars ...
... dem sie bis auf wenige Tausend Kilometer nahekam. Der Sonde gelangen dabei spektakuläre Aufnahmen ...
... die unter anderem Wolken in der Marsatmosphäre in seltener Klarheit dokumentierten.
Feucht oder trocken? Manche der so dokumentierten Strukturen könnten sowohl Wolken sein, als auch Staubstürme.
Kleines Missverständnis: Als "Rosetta" im November 2007 zum letzten Mal die Erde passierte, sorgte sie selbst vorübergehend für einen Alarm. Ein astronomisches Institut verwechselte die mit bis zu 45.000 Kilomtern pro Stunde heranrasende Sonde mit einem der Objekte, die sie erforschen soll, um ein besseres Frühwarnsystem zu entwickeln. Der "Swing-by" in nur 5.300 Kilometer Höhe hatte zu Warnungen vor der Gefahr eines erdnahen Asteroiden-Vorbeiflugs geführt. Beim nächsten Mal wissen wir Bescheid: Im November 2009 kommt "Rosetta" noch einmal vorbei.
Fly-by: "Rosetta"s Flugbahn. Der Asteroid Steins (außen), den "Rosetta" in der ersten Septemberwoche 2008 traf, war ihr erstes nominelles Ziel im Rahmen ihrer Forschungen im Asteroidengürtel. Vorher hatte sie durch ein Swing-by um die Erde (innere Kreisbahn) und Mars (äußere Kreisbahn) Schwung geholt. Der Vorbeiflug verlief erfolgreich ...
... und könnte so ausgesehen haben: Natürlich gibt es keine echten Fotos, die die Sonde selbst mit ihren Untersuchungsobjekten zeigen.
Zukunftsmusik: Im Jahr 2014 soll "Rosetta" ihr letztes Ziel erreichen, den Kometen Tschurjumow-Gerasimenko. Während die Sonde selbst versuchen wird, in einen stabilen Orbit um den Kometen einzuschwenken ...
... wird sie als erste Raumsonde versuchen, eine kleinere Forschungssonde auf dem Kometen selbst zu landen.
Drei-Tages-Fliege: Der Lander soll bis zu 65 Stunden lang Daten zu "Rosetta" funken, die diese wiederum an ihr irdisches Kontrollzentrum weitergeben wird. "Rosetta"s Mission wird dann auslaufen: Wahrscheinlich noch bis ins Jahr 2015 hinein wird sie Messdaten zur Erde senden, während sie sich den Kometen begleitend der Sonne nähert. Ihr Ende könnte dann ziemlich ruppig verlaufen: Je näher Tschurjumow-Gerasimenko der Sonne kommt, desto mehr Gase und Masse emittiert der Komet. Irgendwann dürfte das "Rosetta" treffen und zerstören.