Bilderbuch Genozid ohne Gegner
Kunst und Natur: In seinen Bildern und Texten gelingen ATAK immer wieder wunderbare Motiv-Konstellationen. Hier etwa Caspar David Friedrichs berühmter "Wanderer im Nebelmeer", der auf den gigantischen Schwarm von Wandertauben blickt.
Wachsen und sterben: Im Vordergrund piepsen Wandertaubenkinder, während hinten ein Gewehrschuss ertönt.
Hinter Gittern: Martha, die letzte Wandertaube allein im Zoo von Cincinatti. "Vielleicht", so ATAK, "braucht der Mensch es, dass etwas selten ist, damit er es für besonders hält."
Vor den Gittern: Die gaffende Menge vor Marthas Käfig. Die letzte lebende Wandertaube wurde nach George Washingtons Ehefrau benannt.
ATAK heißt mit bürgerlichem Namen Georg Barber und wurde 1967 geboren. In der DDR erlernte er den Beruf Schrift- und Grafikmaler. In den Neunziger- und frühen Zweitausenderjahren veröffentlichte er vorwiegend Comics. Zuletzt machte er Bilderbücher und illustrierte Prosatexte wie Jim Dogdes "FUP", die Erzählung "Ada" von Gertrude Stein und Mark Twains "Der geheimnisvolle Fremde".
Ausstellungsstück: Diese riesen Wandertaube gestaltete ATAK für die Ausstellung im Berliner Museum für Naturkunde. Die Ausstellung beginnt am 8. September mit einer Buchveröffentlichungs-Lesung mit anschließender Diskussion und dauert bis zum 1. Oktober 2016.