Ataris Geschichte - DER SPIEGEL
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Ataris Geschichte Vorgeprescht und abgehängt

Jetzt oder nie, Nostalgie: Spielkonsolen und Heimcomputer machten Atari ganz groß. Umso übler war der Absturz. Heute stehen viele Atarianer noch immer treu zur Retro-Marke - sie findet sogar neue Fans.
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Nolan Bushnell: Die von ihm gegründete Firma Atari ist ein unverzichtbarer Teil der Videospielgeschichte. Gegründet hat Bushnell die Firma mit Ted Dabney.

Foto: Damian Dovarganes / AP
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Für alle noch neu: Mit solchen Bildern wurde in den Siebzigerjahren die legendäre Spielekonsole Atari 2600 beworben. Es war einer der großen Erfolge in der höchst wechselhaften Geschichte der Kultmarke Atari.

Foto: INTERFOTO
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Gruppenbild der Atari-Gründer in den frühen Siebzigerjahren: Den ersten "Pong"-Automaten stellten Ted Dabney (ganz links) und Nolan Bushnell (2.v.l.) in einer Bar im kalifornischen Sunnyvale auf. Nach wenigen Tagen rief der Besitzer bei Bushnell an, das Gerät sei kaputt. Der Fehler lag aber nicht am Automaten selbst, sondern am Münzbehälter: Er war voll. Ein beispielloser Siegeszug begann.

Foto: YouTube/ The Game Scholar
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Werbeplakat für "Pong": Der Spielautomat war die kommerzielle Geburtsstunde der Game-Industrie - auch wenn andere vorher schon versucht hatten, mit elektronischen Spielen Geld zu verdienen. Den Weg in die Wohnzimmer...

Foto: ATARI
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...fand das primitive Video-Tennis per Konsole (Bild von 1977). Atari war die mit dem sonderbaren Holzfurnier, die man an den Fernseher stöpseln konnte: in den Siebzigerjahren eine Riesensache.

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"Breakout" hieß ein Spiel, das erstmals 1976 veröffentlicht wurde. In seiner Zeit als Angestellter bei Atari entwickelte es Steve Jobs, der spätere Apple-Chef, mithilfe des Apple-Mitgründers Steve Wozniak.

Foto: ATARI
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Brust-Controller: "Gotcha" (1973) war eine Labyrinthjagd für zwei Spieler am Arkade-Automaten von Atari. Aus leicht verständlichen Gründen sorgten die weiblichen Brüsten nachempfundenen Controller am Gerät für Kontroversen - bei einer späteren Version wurden sie durch normale Joysticks ersetzt.

Foto: ATARI
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"Asteroids" zählt zu den Klassikern von Atari, entstand in der goldenen Ära der Arkade-Spiele und wurde später von Generationen von Atari-Besitzern am Computer gespielt. Das simple Prinzip: Schieß die Sterne ab, die von allen Seiten auf das Raumschiff zufliegen.

Foto: ATARI
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Was Soldaten glücklich machte: Nackerte und Videospiele von Atari - das bekamen diese britischen Armeeangehörigen, die im Falklandkrieg kämpften, zu Weihnachten 1982 geschenkt. Und dazwischen winkt der Weihnachtsmann.

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Der Atari 800 XL zählte zu den frühen Heimcomputern, schaffte aber in diesem Segment noch nicht den Durchbruch - der gelang der Firma bald darauf mit der ST-Reihe.

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Ära der Heimcomputer: Wer zuvor nur MS-DOS-Rechner kannte und Mitte der Achtzigerjahre erstmals einen Atari ST auspackte (hier 1985 auf der Hannover-Messe), konnte nur staunen. Plötzlich war alles so einfach - eine grafische Benutzeroberfläche mit leicht verständlichen Symbolen anstelle endloser Kommandoketten. Eine Bedienungsanleitung? Schadete nicht. War aber nicht unbedingt nötig.

Foto: Wolfgang Weihs/ picture alliance / dpa
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Werbung von 1978 für den Atari 2600: Mal was anderes als Brettspiele - die ersten Videospiele faszinierten Kinder und Erwachsene gleichermaßen, ebenso wie die ersten Schachcomputer. So etwas gab es vorher alles nicht, oder in den Worten unserer Eltern und Großeltern: Wir hatten ja nüscht.

Foto: INTERFOTO
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Atari Teenage Riot ist eine Berliner Band, deren Name unbedingt hält, was er verspricht. Die Gruppe um Alec Empire und Sängerin Nic Endo (Foto) macht seit 1992 "Digital Hardcore" - ein Mix aus Elektronik, Punk, Metal und Hip-Hop, vulgo: Lärm. Die Musiker schwören darauf, ihre Musik auf einem...

Foto: imag
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...Atari ST zu erschaffen. Der war Ende der Achtziger- und Anfang der Neunzigerjahre erste Wahl für alle Computermusiker. Denn der Computer hatte seiner Konkurrenz eine Sache voraus - einen Midi-Anschluss, der es ermöglichte, Instrumente an den Rechner anzuschließen. Büroarbeit erledigen konnte man damit aber auch, wie etwa...

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...Hans-Friedrich Stenzel. Er führt mit seiner Frau Christiane eine Druckerei auf der Nordseeinsel Wangerooge und gibt den "Inselboten" heraus. Ab 1985 verwendete er dazu Atari-Computer. Die robusten Rechner leisteten jahrzehntelang gute Dienste und sind erst seit Kurzem auf der Ersatzbank. Stenzel: "Nun steht er da, der treue Atari, und wartet auf seinen seltenen Einsatz. Das ist Zeitgeschichte!"

Foto: Stehr
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Calamus war ein nicht unkompliziertes, aber für die frühe Zeit leistungsfähiges Programm fürs Desktop-Publishing (DTP). Hans-Friedrich Stenzel verwendete es erst auf einem Atari ST, dann auf dem flotteren Modell TT und machte damit jahrelang praktisch fast alles, was seine Inseldruckerei erforderte.

Foto: invers Software
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Am Joystick der Firma saß Jack Tramiel (Aufnahme vom November 1984). Er hatte zunächst Commodore gegründet, wurde aus seiner eigenen Firma geschubst, machte ihr dann mit Atari mächtig Konkurrenz.

Foto: ASSOCIATED PRESS
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Neue Kundschaft in einem Computerladen in Glasgow 1983: Atari holte sich einen Vorsprung - verlor ihn aber schon nach wenigen Jahren wieder und dann bald sogar den Anschluss an die Konkurrenz.

Foto: imago
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Die Mobilkonsole Atari Lynx kam 1989 auf den Markt und floppte - wie das Meiste, das Atari nun versuchte. Nintendos Gameboy setzte sich durch, obwohl Lynx ein Farbdisplay hatte, der Gameboy aber nicht. Spätestens von da ab ging es stetig bergab mit Atari als Hardware-Hersteller. Die Spielkonsole "Jaguar" (1993) konnte sich am Markt gegen die übermächtigen Konkurrenten Nintendo, Sega und später Sony nicht durchsetzen. Heute besteht Atari nur als Software-Marke weiter.

Foto: Interfoto
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Letztes Aufbäumen: Nach einer Serie von Übernahmen, Umbenennungen und Managementfehlern holte man Nolan Bushnell 2010 noch einmal zurück. Aber auch dem Atari-Urgestein gelang es nicht, das Ruder herumzureißen und dem einstigen Riesen neues Leben einzuhauchen.

Foto: Damian Dovarganes / AP
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Was bleibt? Es bleiben Erinnerungen an die frühen Jahre der Computerspiele. An die Zeit, als es noch keine klaren Monopole auf dem Markt der Heimcomputer gab. Und viele Spiele, die auch heute noch ein begeistertes Publikum finden, darunter "Pac-Man".

Foto: Richard Drew / AP
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Reif fürs Museum: Die Klassiker der Spielewelt finden längst schon eine schöne Ecke in Ausstellungen zur Popkultur und zu den Anfängen der digitalen Ära, wie hier im Museum of Modern Art (MoMA) in New York.

Foto: Kike Calvo / AP
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Und Atari? Ist weitgehend Geschichte, existiert nur noch als Markenhülle. Allerdings gibt es auch heute noch zahlreiche Anhänger und eine überschaubare, aber recht lebhafte Szene - und sogar neue Fans, die teils nach Entdeckungsreisen mit IT-Profis die kreativen Möglichkeiten der frühen Computer erkunden. Andere...

Foto: AP
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...stehen mehr auf Nostalgie und lassen sich von Pionieren wie Nolan Bushnell, Vater der Videospielindustrie, gern mal ein Autogramm verpassen. Oder sie...

Foto: imago
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...tragen gar aus ausschließlich modischen Gründen T-Shirts wie dieses spazieren, das einem SPIEGEL-ONLINE-Redakteur gehören soll. Weil wir das aber nur aus einer Quelle wissen, können wir diese Information nicht veröffentlichen.

Foto: SPIEGEL ONLINE
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