Atomkraft-Risiko Den Supergau nicht einkalkuliert
Feuerwehrleute löschen einen Brand an einem Trafohaus auf dem Gelände des Atomkraftwerks Krümmel bei Geesthacht (28.06.2007). Forscher zweifeln an den Methoden, mit denen üblicherweise die Risiken von Unfällen in AKW berechnet werden.
Zerstörter Meiler in Fukushima: Bei den rund 500 Reaktoren weltweit dürfte es nach der gängigen Berechnungsmethode nur alle paar hundert Jahre einen Kernschaden geben. Aber nicht alle 25 Jahre. Soviel Zeit verging zwischen den Katastrophen von Tschernobyl (1986) und Fukushima (2011).
Kernkraftwerk Three Mile Island (Harrisburg, USA): Der bis dahin größte Atomunfall ereignete sich am 28. März 1979, als in einem Meiler des AKW im Bundesstaat Pennsylvania eine Kernschmelze auftrat.
Alter Beton-Sarkophag um den Reaktorblock 4 des ukrainischen Kernkraftwerkes Tschernobyl: Der Unfall am 26. April 1986 war der bislang schwerste in einem AKW überhaupt. Die Angaben zur Zahl der Todesopfer differieren, sie gehen wahrscheinlich in die Tausende. Hunderttausende Menschen mussten umgesiedelt werden - eine Sperrzone existiert noch heute.
Explosion im japanischen AKW Fukushima am 14. April 2011: Es sei nicht überraschend, dass Sicherheitsanalysen eine Reihe von Störfällen in der Geschichte der zivilen Nutzung der Kernenergie nicht vorhergesehen hätten, sagen berichten schreiben Spencer Wheatley, Benjamin Sovacool und Didier Sornette. "Es hat sich gezeigt, dass ihnen häufig unrealistische Annahmen zugrunde lagen."
Pannenmeiler Fessenheim: Kleinere Zwischenfälle gibt es in praktisch allen AKW weltweit. Eine Übersicht über sämtliche Störungen aller Reaktoren der Welt gibt es aber nicht, bemängeln die Forscher. Dies erschwere die Risikoanalyse.