Atomwaffen Auf der Suche nach den verlorenen Bomben
Langstreckenbomber: Die B-52 ist der vielseitigste und langlebigste Bomber der US Air Force. Maschinen dieses Typs spielten während des Kalten Krieges eine wichtige Rolle bei der nuklearen Abschreckung. In der heißesten Phase des Kalten Krieges waren rund um die Uhr US-Bomber mit Atomwaffen an Bord in der Luft. Für den Fall, dass die Sowjetunion einen überraschenden Atomschlag gestartet hätte, hätten diese Maschinen Kurs auf Moskau und andere strategisch wichtige Ziele genommen.
"USS Scorpion": Bei der Ankunft des Atom-U-Boots in Portsmouth (England) am 10. Mai 1960 stehen Offiziere und Crew-Mitglieder an Deck. Das Schiff der US-Navy wurde 1960 in Dienst gestellt und sank bereits acht Jahre später als zweites nuklear getriebenes Unterseeboot der amerikanischen Marine im Nordatlantik. Die Umstände sind bis heute nicht vollständig aufgeklärt. Gemeinhin wird angenommen, dass ein Torpedo im U-Boot detionierte. 99 Seeleute verloren bei dem Unfall ihr Leben.
B-36-Bomber: Die Aufnahme vom 11. November 1946 zeigt einen B-36 Bomber der US Army Air Force. Am 22. Mai 1957 kam es zu einem Unfall der auch "Peacemaker" genannten Maschine. Nahe der Kirtland Air Force Base in New Mexico warf eine B-36 eine Wasserstoffbombe ohne Zünder aus 520 Metern Höhe ab. Der Waffensystemoffizier hatte den Auslösemechanismus versehentlich betätigt.
Atombombentest: Dieses Foto des US-Verteidigungsministerium zeigt einen Atombombentest im April 1954. Eine derartige Explosion hätte beinahe auch die amerikanische Stadt Goldsboro in North Carolina heimgesucht. Als dort im Januar 1961 ein Bomber abstürzte, musste der Pilot einen Notabwurf von zwei Wasserstoffbomben veranlassen, bei dem eine der Bomben beinahe detoniert wäre - nur noch eine von sechs Sicherheitsvorrichtungen war intakt.
Atombomberunfall von Palomares: An der spanischen Küste werden am 1. Februar 1966 Fässer mit verseuchter Erde auf ein Landungsboot verladen, das sie zu einem US-Militärschiff transportieren wird. Am 17. Januar 1966 waren während eines Auftankmanövers ein US-amerikanischer Langstreckenbomber vom Typ B-52 und ein Tankflugzeug über der spanischen Mittelmeerküste nahe Almeria kollidiert und stürzten brennend ab. Der Bomber, der sich auf einem Patrouillenflug befand, hatte vier Wasserstoffbomben an Bord. Drei der gefährlichen Sprengsätze fielen bei der Kollision im Umkreis des Dorfes Palomares zu Boden und verursachten eine radioaktive Verseuchung der Umgebung, die vierte landete wenige Kilometer vor der Küste. Sie wurde erst nach 81 Tagen wiedergefunden und geborgen.
Bombensuche: Ein Taucher des US-amerikanischen Militärs lässt im März 1966 ein Alvin-Mini-U-Boot in der Nähe von Palomares ins Wasser. Nach dem Nuklearunfall am 17. Januar wurden in einer acht Wochen dauernden Entseuchungsaktion mehrere tausend Tonnen verseuchter Erde von US-Spezialkommandos abgetragen und per Schiff auf amerikanische Atomfriedhöfe gebracht. Gleichzeitig wurde fieberhaft nach der über dem Mittelmeer vermissten vierten Bombe gesucht.
Bomber-Wrack: Das ausgebrannte Wrack des US-amerikanischen B-52-Bombers, der am 17. Januar 1966 während eines Auftankmanövers mit einem Tankflugzeug über der spanischen Mittelmeerküste bei Palomares kollidierte.
Nukleares Material: Ein US-Soldat untersucht im Februar 1966 in Palomares das Material, das nach dem Unfall mit amerikanischen Atomwaffen am 17. Januar 1966 gefunden wurde.
"Little Boy": Dieses, von der US-Regierung 1960 veröffentlichte Foto zeigt einen Nachbau der "Little Boy" Atombombe, die am 6. August 1945 über Hiroshima abgeworfen wurde. Ihre Explosionskraft ist mit der von 20.000 Tonnen TNT-Sprengstoff vergleichbar.
Mark-28-Wasserstoffbomben: Ein Sprengsatz dieses Typs ging bei dem Absturz einer B-52 am 21. Januar 1968 in Grönland verloren. Das Gebiet war großflächig kontaminiert, die Stärke der Radioaktivität vergleichbar mit der nach einem Anschlag mit einer sogenannten schmutzigen Bombe.
Aufräumarbeiten nahe der US-Basis Tuhle: Vor gut 40 Jahren ging beim Absturz eines US-Bombers in der Nähe des grönländischen Flugplatzes eine Wasserstoffbombe verloren. Gefunden wurde sie offenbar bis heute nicht.
Auftankmanöver: In den frühen Jahren des Kalten Krieges hatten die Flugzeuge noch keine ausreichende Reichweite, um über den Atlantik zu gelangen. Zunächst flog man mit Zwischenlandungen, später mit Hilfe von Luftbetankung. Dabei passierten mehrere Unfälle. Manche Bomber kollidierten mit ihren Tankflugzeugen, andere verpassten sie einfach und verschwanden mit leerem Tank vom Radar.