Auroville: Utopisches Dorf im Dschungel Indiens - DER SPIEGEL
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Auroville Schöne neue Welt?

Mitten im Dschungel Indiens leben seit fünf Jahrzehnten Menschen aus über 50 Nationen friedlich zusammen - ohne Polizei und Bürgermeister. Mit seinem Bildband gibt Fotograf David Klammer einen Einblick in ihren Alltag, fernab von ihrer ursprünglichen Heimat.
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Vor 50 Jahren wurde in Südindien ein Ort gegründet, in dem Menschen aus aller Welt, jeder Hautfarbe und Religion zusammen eine neue, friedliche Gemeinschaft schaffen wollten: Auroville. Der Fotograf David Klammer war mehrere Monate lang dort und gibt mit seinen Bildern einen Einblick in das Leben in dem experimentellen Dorf mitten im Dschungel.

Foto: David Klammer
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Auroville liegt 150 Kilometer südlich von Chennai im Bundesstaat Tamil Nadu, sechs Kilometer vom Golf von Bengalen entfernt. Die Menschen leben in Siedlungen, die wie Inseln im Dschungel auftauchen. Diese Schlumpfhäuser gehören zu den bekanntesten Gebäuden.

Foto: David Klammer
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Aus Messingplatten verschiedener Größen hat Vera dieses Instrument - Russian Bells genannt - gebaut. Musik, Kunst, Theater und Sport spielen in Auroville eine große Rolle: Es gibt zwei Chöre, mehrere Theatergruppen und diverse tägliche Sportaktivitäten, an denen die Einwohner teilnehmen können.

Foto: David Klammer
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Kanika meditiert am Matrimandir, dem zentralen sakralen Gebäude in Auroville. Es dient Bewohnern und Besuchern als Ort der stillen Kontemplation, wird als Seele Aurovilles bezeichnet und ist keiner Religion zugeordnet.

Foto: David Klammer
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Der Australier Johnny veranstaltet jeden Sonntag einen Brunch, an dem jeder, der möchte, teilnehmen kann. Meist kommen ein paar Dutzend Menschen. Mittags essen rund 1000 der Einwohner in der Solar Kitchen, in der viel mit Sonnenenergie gekocht wird. Das Essen kostet umgerechnet rund einen Euro, an allen anderen Orten ist es teurer und damit für die meisten unerschwinglich.

Foto: David Klammer
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Das Center Guest Haus ist die älteste Unterkunft für Touristen in Auroville und befindet sich mitten im Dschungel. Heute gibt es unzählige Gästehäuser und Hotels, um der steigenden Nachfrage nach Betten gerecht zu werden. Rund 2000 Besucher kommen täglich.

Foto: David Klammer
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Bei einer Neujahrszeremonie versammeln sich Bewohner von Auroville und feiern gemeinsam. Mittlerweile leben rund 3000 Menschen aus über 50 Nationen hier.

Foto: David Klammer
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Früher befand sich in diesem Architekturbüro eine Schule. Das größte Unternehmen von Auroville stellt Räucherkerzen her, außerdem gibt es eine Instrumente- und Möbelmanufaktur.

Foto: David Klammer
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Im Youth Center treffen sich Jugendliche und essen zusammen Pizza, tanzen und unterhalten sich. Mittlerweile lebt schon die dritte Generation in Auroville. Viele junge Menschen verlassen nach ihrem Schulabschluss die Gemeinschaft, häufig kehren sie nach ein paar Jahren allerdings wieder zurück. Das Aufwachsen in der multikulturellen Gemeinschaft hat sie alle sehr geprägt.

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Monsun in Auroville, der rote Sand hat sich in ein Meer aus Matsch verwandelt, die Teenager tollen bei 30 Grad und unter Palmen umher. Ab Februar wird es in Auroville drückend heiß, viele verlassen dann für ein paar Monate die Gegend.

Foto: David Klammer
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Der Australier Johnny gründete die erste Schule in Auroville, mittlerweile gibt es mehrere - wie diese in der Siedlung New Creation. Die Schüler werden laut Klammer in ähnlichen Fächern wie in Deutschland unterrichtet, doch meist ist die Anwesenheitspflicht nicht sehr streng geregelt.

Foto: David Klammer
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Ab den Achtzigerjahren wurde die typische Bauweise - die man in diesem Haus sehen kann - geändert, weil der großen Nachfrage nach Wohnraum nicht mehr gerecht werden konnte. Seitdem entstehen zunehmend große Wohnblocks.

Foto: David Klammer
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Hier wird im Well Café wild gefeiert, um 24 Uhr ist allerdings überall in Auroville Zapfenstreich. Die Wände der Häuser sind sehr dünn, Lärm dringt schnell zu den Bewohnern. Die Jugendlichen ziehen sich daher oft in Schluchten zurück, hier können sie etwas lauter sein.

Foto: David Klammer
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Zwei Freunde aus Spanien betreiben eine Surfboardmanufakur in Auroville. Gekauft werden die Bretter meist von Touristen - die wenigsten Einwohner könnten sie sich leisten. Wer in Auroville lebt, bekommt ein Grundeinkommen. Arbeiten ist Pflicht, außer man ist krank oder alt. Das Grundeinkommen reicht den meisten aber kaum zum Überleben.

Foto: David Klammer
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Viele Leute kommen nach Auroville, um mehrere Monate ehrenamtlich zu arbeiten. Am beliebtesten ist die Siedlung Sadhana Forest, in der die Freiwilligen Bäume pflanzen. Die wenigsten können sich vorstellen, ihr Zuhause wirklich für immer zu verlassen.

Foto: David Klammer
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?