Ausflugstipps im Herbst Wandern, Sprayen, Bouldern
Schwäbische Alb - Radeln durch das Biosphärenreservat
"Der Herbst ist die ideale Jahreszeit für Outdoor-Aktivitäten hier auf der Schwäbischen Alb. Besonders schön ist eine Radtour über den ehemaligen Truppenübungsplatz bei Münsingen. Der hat eine extreme Weite, oft hat man das Gefühl ganz allein zu sein. Außerdem haben sich durch die jahrzehntelange militärische Nutzung besondere Bodenverhältnisse entwickelt, die die Ansiedlung seltener Pflanzen und Tiere begünstigen.
Auch toll zum Radeln ist das Lautertal. Der Weg führt immer entlang des schmalen Flusses, daneben erheben sich die Berge, mit zahlreichen alten Burgen. Für eine Kaffeepause finde ich Burg Derneck besonders schön, von hier hat man eine großartige Fernsicht....
...Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb hat den Bundeswettbewerb 'Nachhaltige Tourismusdestinationen 2016/2017' gewonnen. Bei allen Angeboten in unserer Region setzen wir auf Nachhaltigkeit und versuchen, Umwelt- und Naturschutz, kulturelles Erbe sowie wirtschaftliche Nutzung in Einklang zu bringen. Ein wichtiger Aspekt dabei sind regionale Produkte, zum Beispiel Alblinsen oder Apfelsaft, frisch von der Streuobstwiese. Diesen können Besucher auch bei einem der Apfelfeste probieren, die hier im Herbst überall stattfinden."
Roland Heidelberg, 45, arbeitet in der Geschäftsstelle des Biosphärengebiets Schwäbische Alb und ist dort für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit zuständig.
Bouldern in der Halle - Fingerübungen über Kopf
"Bouldern ist eine gesellige Sportart - zu jeder Jahreszeit. Man sitzt nebeneinander auf der Matte, schaut sich die Route an und überlegt gemeinsam, wie man sie klettern könnte. Dabei kommt man ganz leicht ins Gespräch. Leute, die zum ersten Mal bei uns sind, werden sofort freundlich aufgenommen...
...Gerade für Anfänger ist das Indoor-Bouldern zu empfehlen, da es sehr viel sicherer ist als draußen am Felsen. Außerdem sieht man anhand der farbigen Griffe, wie die Route verläuft. Das hat man am Felsen natürlich nicht. Aber auch viele Profis bereiten sich im Winter in der Halle auf die Outdoor-Saison vor. Oder sie verbringen einfach nur gerne Zeit in netter Atmosphäre mit coolen Leuten bei einem Kaffee."
Sportstudent Felix Lenhard, 23, arbeitet im Boulderplanet Köln und bouldert selbst seit gut zwei Jahren.
Saar-Hunsrück-Steig - Auf schmalen Pfaden zum Ringwall
"Die Blätter der Buchen färben sich rötlich, an milden Herbsttagen fallen die Sonnenstrahlen durch ihre Äste auf kleine Lichtungen - ein bisschen Indian Summer hier im Südwesten Deutschlands. Der Saar-Hunsrück-Steig schlängelt sich auf kleinen Pfaden mitten durch den Wald.
Mit insgesamt 410 Kilometern ist der Fernwanderweg natürlich zu lang für einen Kurzurlaub, aber auch einzelne Abschnitte können sich Wanderer für Tagesausflüge vornehmen. Immer wieder schön ist die Etappe von der mittelalterlichen Wildenburg nach Idar-Oberstein. Außerdem sollte man den großen Ringwall am Dollberg in Otzenhausen besuchen: Was die Kelten da mit Holz und Steinen erschaffen haben, ist einmalig in Europa. Der Aufstieg zu der Befestigungsanlage ist zwar anstrengend, aber der Blick über die Primstalsperre dafür auch besonders schön...
...Wer hungrig und müde vom Wandern zurückkommt, der kann bei den Wanderwirten übernachten und essen - auch unser Hotel gehört zu diesem Zusammenschluss, der sehr auf Regionalität setzt. Bei den 'Saar-Hunsrück Wildwochen' im Herbst servieren wir in unserem Restaurant täglich heimisches Rotwild oder Wildschwein, je nachdem, was unser Jagdpächter geschossen hat."
Guido Steuer, 46, übernahm 2006 das Hotel Steuer in Allenbach (Rheinland-Pfalz) von seinen Eltern, die es 1981 eröffnet hatten.
Streetart-Tour und Workshop - Berlin heute und jetzt
"An einem sonnigen Herbsttag sieht die Streetart an den Häuserwänden der Hauptstadt noch bunter und schöner aus. Bei unserer Tour führen wir Berlin-Touristen durch verschiedene Kieze der Stadt und geben ihnen einen Einblick in diese Szene. Sie lernen dabei zum Beispiel, dass es zwischen den beiden Disziplinen große Unterschiede gibt. Und sie sehen dabei viele unterschiedliche Künstler und Kunstwerke, erfahren etwas über die legale Situation in Deutschland und über die besondere Situation in Berlin: In der Hauptstadt gibt es nämlich außergewöhnlich viel Streetart und Graffiti. Das liegt daran, dass die Berliner Polizei so wenig Geld hat. Häufig kommen die Beamten gar nicht hinterher, viele Künstler werden nicht verfolgt - im Gegensatz zu anderen Städten. Nach der Tour geht es nach Lichtenberg in unser Studio. Dort können die Teilnehmer dann ihre eigenen Bilder sprayen und diese dann natürlich als Souvenirs mit nach Hause nehmen...
...Auch andere Touren durch die Hauptstadt bieten sich besonders im Herbst an. Zum Beispiel die 'Real Berlin Experience', die durch verschiedene Kieze führt und sich viel mit Subkulturen, Essen, Kunst und Musik beschäftigt - alles, was Berlin eben ausmacht. Im Gegensatz zu vielen anderen Touren geht es nicht um Historisches, sondern darum, wie die Berliner heute und jetzt leben."
Daniela Baehr, 31, ist bei Alternative Berlin Tours Assistentin der Geschäftsführung. Die Touren werden auf Englisch angeboten, Deutsch nur auf Anfrage.
Die Schorfheide entdecken - Im Eichenwald
"Im Herbst gibt der Wald rund um das Jagdschloss Hubertusstock am Werbellinsee den Blick auf seine Methusalems frei: Hunderte prächtige, über 300 Jahre alte Eichen, deren bizarr gewachsene Äste und Formen im licht gewordenen Wald besonders gut zur Geltung kommen. So viele alte Bäume wie in der Schorfheide gibt es in Deutschland, vielleicht sogar in ganz Europa nicht mehr. Auch die Buchen, Lärchen und Ahornbäume lassen den Wald rund um den Werbellinsee Indian-Summer-mäßig leuchten. Dazu das wechselnde Türkis des Sees und die Herbstluft!...
...Meine Empfehlung für einen Herbstausflug ist der vier Kilometer lange Rundweg 'Hubertusstock', der beim Campingplatz Am Spring oder am Jagdschloss Hubertusstock startet und endet. Natürlich lohnt es sich, den Spazierweg immer mal nach rechts und links zu verlassen und den Blick auf den Waldboden zu richten. Mit etwas Glück findet man hier Steinpilze. Wer vormittags in den Wald geht, kann nachmittags, nach einer Pause im Gasthaus Am Spring, eine zweieinhalbstündige Bootsfahrt auf dem See unternehmen. Zum Anleger der Reederei Wiedenhöft ist es nicht weit. Noch bis zum 15. Oktober fahren die Boote."
Lutz Hamann, 50, seit 21 Jahren Revierförster in der Schorfheide.