Ausgegraben Hinterlassenschaften eines Kaisers
Zahbürste: Archäologen haben am Palast São Cristóvão in Rio gegraben - und viele Hinterlassenschaften des brasilianischen Kaisers Dom Pedro II gefunden, der von 1831 bis 1889 über Brasilien herrschte.
Kaiserliche Zahnpasta: Der Hersteller Roberts & Co. brüstet sich mit Dependancen in Paris und London. Die Kaiserfamilie ließ viele ihrer Gebrauchsgüter aus Europa heranbringen.
Kaiserliche Toilettenartikel: Über 200.000 Artefakte aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert bargen die Ausgräber aus dem Boden.
Pfeifenkopf mit türkischer Darstellung: Der brasilianische Kaiser war Mitglied der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte und besuchte den deutschen Archäologen Heinrich Schliemann auf dessen Ausgrabung im griechischen Mykene.
Schmuck aus vergangener Zeit: Einige Gegenstände gerieten vermutlich versehentlich in die Abfallgrube. Inmitten des Mülls lagen eine goldene Krawattennadel und ein Goldring mit einem Glasstein. Der Ring sieht aus wie jene Schmuckstücke, die im Römischen Reich populär waren.
Beschädigte Tasse: "Zwischen 50 Zentimetern und 2,5 Metern unter der Oberfläche haben wir Porzellanscherben, Glas, Leder und sogar Gold gefunden", erklärte Grabungsleiter Cláudio Prado de Mello.
De Mello im Einsatz: Die Archäologen bargen den Müll des Kaiserpalastes in einer Notgrabung. Rechtzeitig zu den Olympischen Spielen im Jahr 2016 soll hier...
... die U-Bahn Linie 4, die zwischen Barra da Tijuca und Ipanema verkehren wird, entlangdonnern.
Zeugnis industrieller Nutzung: Die Müllkippe ist noch deutlich älter als Kaiser Dom Pedro II. Zwischen 1853 und 1881 stand an dieser Stelle ein Schlachthaus, das Palast und Stadt mit Fleisch versorgte. Geblieben ist aus dieser Zeit das Kopfsteinpflaster.