Trainee in Afrika Arbeiten bei 48 Grad
Von der Uni nach Dschibuti: Lisa Voigt hat in Berlin Politikwissenschaft studiert und sich dann für das Trainee-Programm der Johanniter-Auslandshilfe beworben. "Der Auswahlprozess war ganz schön hart", sagt sie. "Wir waren sieben Bewerber und mussten uns einen Tag lang in einem Assessment Center beweisen." Am Ende bekam sie die Zusage. Dass sie in Dschibuti landen würde, ergab sich dann im ersten halben Jahr des Programms, das sie in Berlin verbrachte.
Hungersnot: Dschibuti ist eines der heißesten Länder Afrikas, es gibt so gut wie keine Vegetation. Lebensmittel müssen fast alle importiert werden, auch die, die man auf dem Markt kauft. Dementsprechend teuer sind die Preise. "Von der Dürrekatastrophe hört man ja auch in Deutschland immer wieder, aber es ist etwas ganz anderes, wenn man es selbst erlebt", sagt Voigt.
Ernährungshilfe: Das Hauptprojekt der Johanniter in Dschibuti ist ein Programm gegen Unterernährung. "In den Slumgebieten der Hauptstadt ist jedes dritte Kind betroffen", sagt Lisa Voigt.
Aufklärungsarbeit: Lisa Voigt ist seit September nicht mehr als Trainee in Dschibuti, sondern als feste Mitarbeiterin. Sie leitet eine Kampagne gegen weibliche Genitalverstümmelung. "Mehr als 90 Prozent der Mädchen in Dschibuti werden beschnitten, obwohl es seit einigen Jahren offiziell verboten ist", sagt Voigt. Frauen, die nicht beschnitten sind, hätten kaum eine Chance, einen Mann zu finden.
Hilfe für Behinderte: Als zweites Projekt kümmere sich Voigt um den Aufbau einer Werkstatt für Orthopädietechnik, in der auch Physiotherapie angeboten werden soll. "Menschen mit körperlichen Behinderungen können in Dschibuti bisher kaum am öffentlichen Leben teilhaben. Das wollen wir ändern", sagt sie. Die nötigen Fördergelder seien gerade vom Entwicklungsministerium genehmigt worden.
Militärpräsenz: Dschibuti liegt am Horn von Afrika und wird von der EU-Mission "Atalanta" als Stützpunkt im Kampf gegen Piraterie genutzt. Auch deutsche Soldaten sind deshalb in Dschibuti stationiert. Mit ihnen hatte Lisa Voigt bisher aber nichts zu tun. Deutsch spricht sie nur, wenn sie mit Freunden oder Verwandten telefoniert.
Bewachter Hafen: Ein Helikopter der Bundeswehr kontrolliert den Hafen von Dschibuti. Zum Baden sind die Strände der Hauptstadt eher nicht geeignet.
Der Entwicklungsbanker: Auch Johannes Kannicht hat sich nach seinem Politikstudium für ein Trainee-Programm in der Entwicklungshilfe beworben. Er arbeitet jetzt für die KfW-Bankengruppe. "Mit Bankarbeit, wie man sie sich klassischerweise vorstellt, hat das bisher wenig zu tun", sagt er. Stattdessen wertet er zum Beispiel ein Projekt für den Bau kleiner Wasserkraftwerke in Armenien aus. mehr...
Die Erdbeobachterin: Anica Huck ist Geografin und arbeitet als Trainee bei der europäischen Raumfahrtagentur Esa. Ihre Abteilung ist auf Erdbeobachtung und Fernerkundung spezialisiert. Zusammen mit den Kollegen analysiert sie die Erde zum Beispiel mit optischen Sattelitenbildern oder Radar-Daten. Mit der bemannten Raumfahrt hat das wenig zu tun, trotzdem fiebern alle live mit, wenn eine Rakete startet. mehr...