Auslandsstudium in Indien Einmal kalten Kaffee, bitte
Philipp Hänichen in Chennais Innenstadt im Stadtteil T. Nagar: Hier hat sich der Student seinen Wasserkocher gekauft - doch der ist im Wohnheim am IIT Madras eigentlich verboten, genau wie Bier und Damenbesuch. Philipp studiert trotzdem gern im Südosten des indischen Subkontinents. mehr...
Im Campus-Supermarkt bekommt Philipp alles was er braucht, von den Lautsprecherboxen bis zum Rasierwasser. Hier kauft er sich eine indische Rarität: Klopapier.
Chennai bietet neben Großstadtlärm und schmuddeligen Straßen auch hinduistische Küstentempel, hier im nahegelegenen Mammalapuram direkt am Golf von Bengalen.
Die Wege sind lang auf dem Campus des IIT Madras. "Ohne Fahrrad bist du hier aufgeschmissen. Vom Eingang bis zu meinem Wohnheim brauche ich fast 20 Minuten", so Philipp. Zudem steht der Deutsche jeden Morgen vor der gleichen Herausforderung: Wo genau ist sein Fahrrad?
Die Wirtschaft wächst, dennoch ist Indiens Armut noch an jeder Ecke zu spüren und zu sehen.
"Can we take a picture?" Oft wird Philipp als "Hellhaut" von Indern angesprochen und sie bitten ihn mit auf ihre Gruppenfotos.
Immer wieder muss Philipp mit den Rikscha-Fahrern verhandeln. Weil er wegen seiner Hautfarbe deutlich als Nicht-Inder auffällt, versuchen die einheimischen Chauffeure oft den dreifachen Preis zu verlangen.
Dicke Gitterstäbe vor den Fenstern sollen die Affen von den Zimmern fernhalten, doch die Babyaffen klettern immer wieder durch.
Wildwechsel auf dem Campus: Auch die Tiere genießen das Grün und die Ruhe der Uni-Anlage.
Hinduistische Mädchen, die sich für den Nationalfeiertag, den Gandhi-Geburtstag, herausgeputzt haben.
Philipp hat auf seinen zehn Quadratmetern alles was er braucht: Schlafzimmer, Arbeitsplatz, Kleiderschrank, Bad und Wäscheraum. Anfangs war das kleine Zimmer eine echte Herausforderung, mittlerweile hat er sich daran gewöhnt.
In der Uni-Mensa des IIT Madras gilt wie überall in Indien: Gegessen...
...wird meist mit den Fingern. Für Philipp kein Problem.
Auf dem Dach seines Wohnheims kann Philipp nicht nur einen tollen Blick über Chennai genießen, sondern auch ungestört eine, eigentlich ebenfalls verbotene, Zigarette rauchen.