Ausrottung invasiver Tierarten - DER SPIEGEL
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Invasive Arten Wie man tierische Eindringlinge bekämpft

Wenn Tierarten in fremde Gebiete eingeschleppt werden, richten sie oft Unheil an. Will man sie hinterher wieder loswerden, sind Durchhaltevermögen und Kreativität gefragt.
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Brachiale Methoden kamen bei der Bekämpfung von Hausziegen auf den Galapagosinseln zum Einsatz. Anfang des 18. Jahrhunderts als Proviant für vorbeifahrende Schiffe ausgesetzt, vermehrten sich die Tiere rasch, fraßen den weltberühmten Riesenschildkröten das Futter weg und reduzierten so den Bestand dramatisch. 2007 fand das große Fressen der Ziegen ein jähes Ende. Sie wurden zum Abschuss freigegeben. Ein internationales Team jagte sie mit Hubschraubern aus der Luft und Spürhunden am Boden. Bei der Gelegenheit mussten auch verwilderte Esel und Schweine dran glauben. Die Charles-Darwin-Stiftung als Hauptförderer zahlte 12,5 Millionen Dollar für die Aktion - mit Erfolg: Galapagos ist vollständig von den Ziegen befreit.

Foto: ALAIN JOCARD/ AFP
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Ganz ähnlich sollen auch Kamele bekämpft werden, die sich in Australien zu einer enormen Plage entwickelt haben. Mitte des 19. Jahrhunderts waren die belastbaren Tiere noch ein Segen beim Bau der Eisenbahn. Die Kamele erwiesen sich jedoch schnell als Fluch, nachdem sie nach getaner Arbeit in die Freiheit entlassen worden waren. Sie sind heute verantwortlich für Verkehrsunfälle und fressen Nutzvieh das Futter weg. Der Schaden geht in die zweistelligen Millionen. Um den Tieren den Garaus zu machen, beschloss die australische Regierung 2009 den 11 Millionen Euro teuren National Federal Camel Action Plan. Über vier Jahre sollen 350.000 Kamele von Scharfschützen aus Hubschraubern getötet werden. Das Problem: In Australien leben allein etwa eine Million wilde Dromedare auf einer Fläche zehnmal so groß wie Deutschland. Experten bezweifeln daher, dass man sie ohne enormen Aufwand gänzlich ausrotten kann.

Foto: SIMON DAWSON/ AP
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Der Asiatische Laubholzbockkäfer gilt als einer der gefährlichsten Holzschädlinge überhaupt. Immer wieder wird er über Holzpeletten etwa aus China in andere Länder verschleppt und kommt mittlerweile auch in den USA und in Mitteleuropa vor. Eigens dafür ausgebildete Spürhunde sollen die unerwünschten Einwanderer in Holzlieferungen aus Ostasien erschnüffeln.

Foto: dapd
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Sein niedliches Aussehen täuscht. Das Grauhörnchen richtet großes Unheil an. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der in Nordamerika beheimatete Nager in Großbritannien ausgesetzt und verbreitete sich rasch. In der Folge verdränge das kräftigere Grauhörnchen das einheimische Eichhörnchen, das nur noch selten auf der Insel zu sehen ist. Auch in Irland und Italien leben Grauhörnchen, eine weitere Ausbreitung gilt als wahrscheinlich. Die Briten gehen pragmatisch mit den Invasoren um: Sie sind zum Abschuss freigegeben. Manche Metzger und Küchenchefs verkaufen ihr Fleisch.

Foto: Dan Kitwood/ Getty Images
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