Ausschreitungen in Ägypten - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Gewalt in Ägypten Kairo wird zum Kriegsschauplatz

Entsetzlich zugerichtete Leichen, Hunderte Verwundete: Kairo scheint zum Kriegsschauplatz geworden zu sein. Mit der Räumung der Mursi-Lager wollte die ägyptische Regierung Ruhe schaffen - stattdessen metastasieren die Proteste, in Ägypten droht ein Flächenbrand der Gewalt.
1 / 26

Ein Mann sitzt im Nebel der Gefechte neben einer Frau, ihr Gesicht ist mit einem Tuch verhüllt. Kairo scheint am Mittwoch zu einem Kriegsschauplatz geworden zu sein.

Foto: Hussein Tallal/ AP/dpa
2 / 26

Am Sonntag hatte die ägyptische Armeeführung angekündigt, die beiden großen Protestlager der Anhänger des Ex-Präsidenten Mohammed Mursi räumen zu wollen.

Foto: Manu Brabo/ AP/dpa
3 / 26

Spätestens da war klar: Das Nil-Land steuert auf ein neues Blutbad zu. Die Militärregierung scheute sich nicht, tödliche Gewalt einzusetzen, sie rückte auch mit Panzern vor.

Foto: Ahmed Gomaa/ AP/dpa
4 / 26

Die Sicherheitskräfte beginnen mit der Aktion am Mittwoch im Morgengrauen. Seit Tagen war damit gerechnet worden.

Foto: Mohsen Nabil/ AP/dpa
5 / 26

Nach der Räumung kam es zu schweren Straßenschlachten. Mursi-Anhänger verschanzten sich.

Foto: Manu Brabo/ AP/dpa
6 / 26

Nach offiziellen Angaben wurden bislang mindestens 235 Menschen getötet und mehr als 2000 verletzt. Diese Männer kamen in ein Krankenhaus in Kairo.

Foto: Manu Brabo/ AP/dpa
7 / 26

Auch dieser Junge kam verletzt in eine Klinik der ägyptischen Hauptstadt.

Foto: MOSAAB EL-SHAMY/ AFP
8 / 26

Vor den Türen ekaliert die Gewalt weiter: Bewaffnete Sicherheitskräfte nahe der Mustafa Mahmud Moschee in einem Stadtteil von Kairos Nachbarstadt Gizeh

Foto: Khaled Elfiqi/ dpa
9 / 26

Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP zählte allein auf dem Rabaa-al-Adawija-Platz in Kairos Stadtteil Nasr City 124 Leichen. Ob sich je herausstellen wird, wie viele Menschen an diesem blutigsten Tag in der jüngeren Geschichte Ägyptens ihr Leben lassen mussten, darf bezweifelt werden.

Foto: Ed Giles/ Getty Images
10 / 26

Mursi-Anhänger flüchten vor den Sicherheitskräften: Schon im Laufe des Tages zeichnete sich ab, dass die beiden verfeindeten Lager in Ägypten zwei sich diametral widersprechende Versionen der Ereignisse verbreiten würden.

Foto: Manu Brabo/ AP/dpa
11 / 26

Nach Angaben der Armee, der von ihr eingesetzten Regierung und den von ihr kontrollierten Medien waren es die Muslimbrüder, die sich der Räumung ihrer Camps mit Waffengewalt widersetzten und so das Blutvergießen auslösten.

Foto: Ahmed Assadi/ dpa
12 / 26

Nach Aussagen der Muslimbrüder hingegen walzten die Sicherheitskräfte ohne Rücksicht auf Verluste zwei friedliche Sit-Ins nieder, während Soldaten Tränengas, Schrott und scharfe Munition in die Menge schossen.

Foto: Hussein Tallal/ AP/dpa
13 / 26

Mission missglückt: Die von der Masse der ägyptischen Bevölkerung unterstützte Armeeführung wollte sich mit dem Sturm auf die Protestlager ein schwelendes Problem vom Hals schaffen.

Foto: AMR ABDALLAH DALSH/ REUTERS
14 / 26

Doch die Protestierenden setzte sich zur Wehr wie hier in Giza, oder besetzten kleinere Plätze in Kairo.

Foto: Khaled Elfiqi/ dpa
15 / 26

Mursi-Anhänger stoßen ein Fahrzeug des Militärs von einer Brücke.

Foto: Aly Hazzaa/ AP/dpa
16 / 26

Dieser Muslimbruder feuert in Kairo Feuerwerkskörper auf die Sicherheitskräfte.

Foto: MOSAAB EL-SHAMY/ AFP
17 / 26

Statt mit zwei großen Sit-Ins haben Polizei und Armee es nun mit vielen kleinen zu tun.

Foto: Ahmed Youssef/ dpa
18 / 26

Die Militäreinheiten ihrerseits sollen sogar mit scharfen Waffen in die Menge geschossen haben, hier öffnen sie eine Kiste mit Munition.

Foto: Mahmoud Ghany/ dpa
19 / 26

Die Uno ging am Mittwochabend von vielen hundert Toten aus. Die Muslimbrüder hatten im Laufe des Tages von viel mehr, von bis zu 2000 Getöteten berichtet.

Foto: MOSAAB EL-SHAMY/ AFP
20 / 26

Für das komplette Land gilt für einen Monat der Ausnahmezustand.

Foto: AMR ABDALLAH DALSH/ REUTERS
21 / 26

Damit erhalten die Sicherheitskräfte mehr Freiheiten bei ihrem Vorgehen gegen Demonstranten, vor allem mit Blick auf Festnahmen und der Unterbringung in Untersuchungshaft.

Foto: HASSAN MOHAMED/ AFP
22 / 26

Mehrere Funktionäre der Muslimbrüder sollen ebenfalls wie dieser gefesselte Mursi-Anhänger festgenommen worden sein. Die Meldungen wurden inzwischen dementiert.

Foto: Engy Imad/ AFP
23 / 26

Europäische Union und die USA verurteilten die Gewalt gegen die Demonstranten aufs Schärfste.

Foto: MOHAMED ABD EL GHANY/ REUTERS
24 / 26

Die Islamisten hatten die Zeltlager in Kairo vor fünf Wochen errichtet, um Mursis Wiedereinsetzung zu erzwingen.

Foto: Engy Imad/ AFP
25 / 26

Das Militär hatte den Präsidenten am 3. Juli nach Massenprotesten abgesetzt.

Foto: Hassan Ammar/ AP/dpa
26 / 26

Die Polizei hätte die Protestlager der Islamisten in Kairo nicht mit Gewalt räumen müssen, sagte Ägyptens Vizepräsident Mohammed ElBaradei - und trat zurück.

Foto: Hesham Mostafa/ dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?