Ausschreitungen in Washington - DER SPIEGEL
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Ausschreitungen in Washington Hauptstadt in Flammen

Als sein Traum starb, brannte die US-Hauptstadt: Im April 1968 wurde Martin Luther King erschossen - daraufhin randalierten in Washington Zigtausende wütende Demonstranten. Tim Wright erinnert sich an brennende Straßen, den Einmarsch der Armee und bis heute nicht verheilte Narben.
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Heißer April: Ein bewaffneter Soldat bewacht am 6. April 1968 Feuerwehrleute zu ihrem Schutz, die im Hintergrund ein brennendes Haus in Washington löschen. Die Schäden der Krawalle beliefen sich auf rund 27 Millionen Dollar - in heutigem Wert wären das etwa 175 Millionen Dollar (knapp 132 Millionen Euro).

Foto: Anonymous / AP
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Letzte Worte: Am 3. April 1968 hielt Martin Luther King seine aufsehenerregende Rede mit dem Titel "I've been to the Mountaintop" im Mason Temple in Memphis, Tennessee.

Zudem begann er während seines Besuchs in der Stadt mit Vorbereitungen für die geplante Großdemonstration "Poor Peoples March", die dort am 8. April stattfinden sollte. Doch King sollte den Marsch nicht mehr erleben. Am Abend des 4. April wurde er auf dem Balkon seines Motels erschossen.

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Auf dem Weg: Die Demonstration durch Memphis am 8. April 1968 fand im Gedenken an den ermordeten Martin Luther King statt. Seine Witwe Coretta Scott King führte 35.000 Menschen friedlich durch die Stadt.

Im Mai 1968 fand dann der "Poor Peoples March on Washington" unter der Führung des Predigers Ralph David Abernathy statt. Auf diesem Foto tragen Demonstranten gerade ihre Transparente durch Atlanta.

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Freund und Nachfolger: Der Prediger und Bürgerrechtler Ralph Abernathy (hier 2.v.l. am 30. April 1968 auf den Stufen des Capitols in Washington, D.C.), war nicht nur Martin Luther Kings Nachfolger als Anführer der "Poor People's Campaign", er war auch sein engster Freund. Die beiden waren gemeinsam nach Tennessee gereist und teilten sich ein Zimmer in dem Motel, in dem King ermordet wurde. Abernathy hielt seinen sterbenden Freund in dessen letzten Minuten noch im Arm.

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Brennende Stadt: Während viele Menschen ihre Trauer über die Ermordung des schwarzen Bürgerrechtlers Martin Luther King in friedlichem Protest ausdrückten, schlug sie bei anderen in rohe Gewalt um. Am 5. April 1968, dem Tag nach der Ermordung Kings, kam es zu Krawallen, Plünderungen und Brandstiftungen in Washington. Hier sind die Rauchschwaden der Brände im Nordosten der US-Hauptstadt zu sehen.

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Truppen am Capitol: Etwa 20.000 Menschen wüteten in den Straßen von Washington, so dass die mit der Situation überforderte Polizei schließlich das Militär um Hilfe rief. Vizepräsident Hubert Humphrey schickte 13.600 schwer bewaffnete Soldaten, um die Situation wieder unter Kontrolle zu bringen.

Auf diesem Bild haben sich zwei Soldaten am 5. April 1968 auf dem Stufen zum Capitol postiert. Obwohl Martin Luther King aufgrund seiner Kritik am Vietnamkrieg im Weißen Haus zur Persona non grata erklärt worden war, wehte nach seiner Ermordung die US-Flagge hinter an diesem Tag auf Halbmast.

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Einsatz im Krisengebiet: Ungläubig sieht sich ein junger Soldat der US-Nationalgarde am 6. April 1986 zwischen den Ruinen von Washington um. Nur wenige Tage zuvor hatten hier noch Menschen gelebt und gearbeitet. Nun sah es in Teilen der Stadt aus wie nach einem Bombenangriff.

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Müll und Rauch: Besonders stark von den Verwüstungen betroffen waren auch die hauptsächlich von Schwarzen bewohnten Viertel Washingtons, wie etwa die Gegend um die U-Street (hier am 5. April 1968). Wer es sich leisten konnte, zog anschließend weg aus der Stadt in die Vororte. Durch die Aufstände verlor Washington fast seine gesamte Mittelschicht.

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Wie im Krieg: In einer von Straßenlaternen angeleuchteten Wolke aus Tränengas stehen am 5. April 1968 Polizisten mit Gasmasken. Die Krawalle waren an diesem Tag bis auf zwei Blocks an das Weiße Haus herangekommen, bevor sich der aufgebrachte Mob zurückzog. Insgesamt dauerte es fünf Tage, bis der Aufruhr beendet war.

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Verhafteter Plünderer: Unter den Augen eines schwer bewaffneten Soldaten führt ein Polizist am 6. April 1968 einen der über 6100 Verhafteten dieser Tage ab.

Wäre es nach FBI-Direktor John Edgar Hoover gegangen, wären die Polizisten nicht so freundlich gewesen. Sein Vorschlag war, die Randalierer kurzerhand zu erschießen. Doch Walter Washington, der kommissarische Bürgermeister der Stadt, wehrte sich erfolgreich gegen diesen Plan. Er wurde später der erste reguläre Bürgermeister der Stadt, nachdem ein Gesetz dessen freie Wahl durch die Bürger 1973 ermöglichte.

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Verwundetes Washington: Vor allem die Feuer fügten Washington schwere Schäden zu. Etwa 1200 Gebäude, darunter mehr als 900 Geschäfte, brannten im April 1968 ab. Viele konnten hinterher nicht wieder geöffnet werden und Tausende Menschen verloren ihre Jobs.

Die Wirtschaft in Washington lag für Jahre am Boden, viele wohlhabendere Bürger zogen aus der Stadt in die Vororte. In einigen Teilen Washingtons blieben die Ruinen noch über Jahrzehnte stehen.

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Sommer in Washington: Während des "March on Washington" von Mai bis Juni 1968 kehrte der Frieden zurück in die Bürgerrechtsbewegung. Die Demonstration unter der Führung des Predigers Ralph D. Abernathy endete in einer großen Abschlusskundgebung am 19. Juni zwischen dem Washington Monument und dem Lincoln Memorial.

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Ende eines langen Marsches: Einige Demonstranten kühlen sich am 19. Juni 1968 im Reflexionsbecken zwischen dem Washington Monument und dem Lincoln Memorial ab. Etwa 50.000 Menschen waren an diesem Tag in die US-Hauptstadt gekommen, um gegen die Ungleichbehandlung von Schwarzen und Weißen in den USA zu demonstrieren.

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Auszug aus dem Camp: Erst machten gewalttätige Auseinandersetzungen immer wieder Probleme im Camp, dann kamen heftige Regenfälle dazu. "Resurrection City" war schließlich von Wasser und Matsch derart überschwemmt, dass sie unbewohnbar geworden war und Ende Juni evakuiert werden musste.

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Campen in der Hauptstadt: Nach den Krawallen bildete sich in Washington eine Protest-Hochburg: Rund 2600 Demonstranten errichteten neben dem Lincoln-Denkmal die Zeltstadt "Resurrection City".

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Das Ende eines Sommers: Als der Protestsommer 1968 endete, blieb nur ein leeres Chaos zurück: Nachdem die letzten Bewohner ausgezogen waren, bauten Arbeiter die letzten Reste von "Resurrection City" ab.

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